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Zeitung: Telekom lenkt im Bundesliga-Streit ein

01.06.2006 | 10:40 Uhr |

Im Streit um die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga ist die Deutsche Telekom einem Pressebericht zufolge offenbar zu einem Kompromiss bereit. Für den Bezahlsender Premiere wäre das ein herber Rückschlag.

Der Telekom-Konzern würde seinen Anspruch auf die Kabel- und Satellitenrechte fallen lassen, wenn er im Gegenzug die Mobilfunk- und Namensrechte an der Bundesliga zu entsprechend günstigeren Bedingungen bekäme, meldet die "Financial Times Deutschland" (Donnerstag). Über den Preis und weitere Details hätten die Telekom und die Deutsche Fußball Liga (DFL) laut " FTD " am Mittwoch allerdings noch verhandelt.

Für den Bezahlsender Premiere wäre ein Kompromiss zwischen Liga und Telekom allerdings ein herber Rückschlag, wie es hieß. Premiere müsste dann laut dem Bericht die Hoffnung begraben, dem Großteil seiner Abonnenten doch noch Bundesligaspiele zeigen zu können.

"Beide Seiten müssten sich auf jeden Fall noch bewegen", verlaute aus dem Umfeld der Verhandlungen. "Am Freitag wird entschieden", sagte ein Liga-Manager der "FTD". Anderenfalls drohe der Bundesliga-Vermarkter mit juristischen Schritten. Die Telekom, die die Rechte den Angaben zufolge für rund 45 Millionen Euro gekauft hat, hatte bisher darauf beharrt, dass ihre Onlinerechte nicht nur die Verbreitung über das superschnelle VDSL-Netz umfassen, sondern auch die Übertragung des IP-Signals per Kabel und Satellit auf den TV-Schirm. Die Telekom greife damit aber die Exklusivrechte der Kabelfirma Arena an. Die Tochter des Netzbetreibers Unity Media hatte 220 Millionen Euro für die TV-Rechte gezahlt. DFL und Arena hatten der Telekom daher mit Klage gedroht.

Aus Telekom-Kreisen hieß es laut der Zeitung, im Konzern sei darüber diskutiert worden, wie sehr sich die Telekom in dem Rechtepoker von Premieres Interessen abhängig machen dürfe. Zwar sei auch dem Konzern daran gelegen, mit einem Angebot per Kabel und Satellit zu verhindern, dass Bundesliga-Fans in das Lager des Kabelnetzbetreibers Unity abwanderten. Aber für die Telekom sei zuerst das VDSL-Netz von Bedeutung.

In Kreisen der DFL würden die Mobilfunkrechte, die eine Übertragung der Spiele auf das Handy umfassen, auf 5 bis 10 Millionen Euro beziffert. Der Wert der Namensrechte solle je nach Ausgestaltung bei 30 bis 45 Millionen Euro liegen.

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