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Zensur-Verdacht im Podcast-Katalog des iTMS

07.09.2006 | 10:00 Uhr |

Apple scheint ein Problem mit Sexualität zu haben - wenngleich ein nebulöses. Was ist im Podcast-Verzeichnis erlaubt - und was möchte Apple nicht im iTunes Music Store, dem meistbesuchten Podcast-Verzweichnis der Welt, auflisten?

Wo endet Aufklärung und Erotik, wo beginnt Pornographie? Nach einem Bericht bei Ars Technica ist der Podcast "Sex is Fun" , kaum in den Top 100 gelandet, von Apple aus dem iTMS verbannt worden.

Vor rund einem Jahr, mit Aufnahme des Podcast-Dienstes im iTMS, hatte Apple-Chef Steve Jobs auf die Frage des ABC-Journalisten Jake Tapper nach möglicher Zensur geantwortet: "Wir erlauben keine Art von Pornographie - und keine Urheberrechtsverletzungen. Von diesen Richtlinien abgesehen ist alles andere 'wilder Westen'." Spätestens mit dem Film "Brokeback Mountain" sind in den Wilden Westen auch schwule Aspekte des Liebeslebens eingeflossen - und im Ars Technica-Bericht behauptet Sex-is-Fun-Macher Kidder Kaper, dass auch Podcasts mit homosexuellen Inhalten aus dem Katalog verschwunden seien. Dies allerdings nicht still und leise: Apple hat "Sex is Fun" schriftlich mitgeteilt, dass man das Angebot aus dem iTMS entfernt hat. Der preisgekrönte Podcast hat nach diesem Bericht mit einem Mal 80 Prozent seiner Zuhörerschaft verloren. Von Anfang an habe die Sendung die Markierung "Explict" getragen, so dass der Zugang zu diesem Material Schutzbefohlenen hätte gesperrt werden können. Berechtigt oder nicht - die Betroffenen sprechen von Zensur und Diskriminierung. In einer Sonderausgabe des "Sex is Fun"-Podcast warnt Kidder Kaper vor der Monopolstellung des Giganten iTunes Music Store: "Wenn du etwas sagst, dem der Gigant nicht zustimmt, kannst du plötzlich mundtot gemacht werden und niemand weiß, wohin du gegangen bist. Das, was uns passiert ist, kann jedem anderen Podcaster auch passieren. Niemand weiß, wer der Nächste ist."

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