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Zugpferd iBook und Powerbook?

23.04.2002 | 14:18 Uhr |

Gartner und IDC haben erneut einen Rückgang des PC-Marktes festgestellt. Rückläufig sind vor allem Desktop-Rechner, Notebooks konnten Zuwächse verbuchen. Hierzulande sind iBook und iMac die Zugpferde, erklärt Apple Deutschland.

München/Macwelt - Wie die Marktforscher von Gartner und IDC Dataquest jüngst die PC-Verkäufe im ersten Quartal 2002 vorläufig bilanzieren, entwickelten sich die PC-Märkte gegenüber dem Vorjahr weltweit rückläufig. Allerdings weniger stark, als beide Institute das noch Ende vergangenen Jahres prognostizierten. Rechneten sie mit über 5 Prozent weniger PC-Verkäufen gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres, wurden rund um den Globus tatsächlich nur 2,7 Prozent weniger Rechner abgesetzt. Während IDC für den amerikanischen Markt einen noch niedrigeren Rückgang um 0,4 Prozent ausmachen konnte, ermittelte Dataquest sogar einen ein leichtes Plus. Gegenüber der Computerwoche erklärte IDC-Analyst Robert Kay : "Die Consumer waren im ersten Quartal stärker aktiv als gewöhnlich". In Europa sei dagegen die Zurückhaltung bei Neuanschaffungen von Computerhardware am deutlichsten zu spüren gewesen.

Wie der Markt aufgeteilt ist


Unter den Computerherstellern konnte Dell mit einem Zuwachs von 16.2 Prozent am stärksten zulegen und hält damit einen weltweiten Marktanteil von 15,4 Prozent. Ihren Marktanteilen entsprechend folgen Compaq, HP, IBM und Fujitsu-Siemens, die durch die Bank allesamt Marktanteile verloren haben. Besonders empfindlich traf es Compaq. Aber auch Fujitsu-Siemens und Big Blue mussten zum Teil zweistellige Rückgänge hinnehmen. Wie aus den Quartalszahlen von letzter Woche hervorgeht (Macwelt berichtete) konnte Apple weltweit dagegen acht Prozent mehr Rechner als im Vergleichszeitraum des Vorjahres verkaufen. In Deutschland verbuchte der Mac-Hersteller allerdings nur 3,6 Prozent mehr und kommt damit hierzulande auf einen Marktanteil von 2,3 Prozent. Damit stemmt sich die Jobs-Firma gegen den Trend in Deutschland, wonach im letzten Quartal 13,3 Prozent weniger Rechner verkauft wurden als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Verkaufsschlager Notebooks


Anders als die rückläufigen Absätze stationärer Rechner erfreuten sich aber vor allem Notebooks in Deutschland einer immer steigenden Beliebtheit unter den Konsumenten; so dass immerhin über 20 Prozent mehr verkauft werden konnten als noch im Vorjahr. Ein Chance also für iBook und Powerbook? Wegen der Absatzzahlen des Powerbooks wie auch die stationären G4-Rechner hatte sich Apple in seiner Quartalsbilanz letzte Woche noch besorgt gezeigt. Dafür sei der iMac ein "Winner" und das iBook zählt nach wie vor zu den Verkaufsschlagern von Apple. Gegenüber der Macwelt bestätigt Georg Albrecht, Pressesprecher Apple Deutschland, diesen Trend. Auch hierzulande habe der Mac-Hersteller mit seinen mobilen Rechnern zulegen können. In welcher Höhe war allerdings nicht zu erfahren. Ob allerdings eher der iMac oder eher iBook als Zugpferd gelten, wollte sich Albrecht nicht festlegen: "Ich möchte keinem der beiden Rechner den Vorzug geben". Der neue iMac sei in Deutschland aber schon sehr beliebt, was sich auch in den Verkäufen niederschlagen dürfte.

Wesentlich konkreter lautet dagegen die Einschätzung der Gartner-Analysten, die erst dann wieder mit einem stärkeren Anstieg des PC-Marktes rechnen, wenn Unternehmen ihre alten Desktops auszutauschen begännen. Inwiefern Apple davon profitiert, bleibt offen. Mit den gegenwärtigen Rechnerkonfigurationen fehlt zumindest der starke Anreiz, bestehende Konfigurationen gegen neuere zu ersetzen.
Christian Rüb

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