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Zukunfts-Chips für den Mac

14.10.2002 | 11:57 Uhr |

IBM stellt auf dem heute beginnenden Microprocessor Forum in San Jose einen neuen 64-Bit-Chip vor, der in künftigen Power Macs Einsatz finden könnte.

München/Macwelt - Zeitgleich mit der Systems startet an diesem Montag das Microprozessor-Forum in San Jose. Hier präsentiert IBM heute den Power PC 970, dessen Vorankündigung bereits große Aufmerksamkeit in der Mac-Presse ausgelöst hatte. Im Gegensatz zu IBMs Server-Prozessor Power4 soll dieser neue Chip nämlich in Desktop-rechnern arbeiten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters geht der Chip in der zweiten Jahreshälfte 2003 in die Massenproduktion und soll mit einer Taktrate von 1,8 GHz erscheinen. Apple wird den Chip vermutlich in zukünftigen Computermodellen verwenden, hat dies bisher aber nicht bestätigt. Der neue GPUL genannte Chip unterstütze über 160 Vector/SIMD Multimedia Extensions (VMX), eine Gruppe von Instruktionen, die ähnlich wie die Altivec-Einheit des G4 bestimmte Datenprozesse drastisch beschleunigt. Das System kann der Chip mit einer Bandbreite von 6,4 GB/s ansprechen, größter Unterschied zu aktuellen Prozessoren ist vor allem die Abkehr von 32-Bit-Technologie. Bisherige Desktop-Prozessoren sind in einer 32-Bit-Architektur gebaut, der PowerPC 970 könnte theoretisch mit 64-Bit-Technologie die doppelte Menge an Daten in jedem Rechenzyklus verarbeiten.
Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sowohl Betriebssystem als auch genutzte Anwendung dies unterstützten. Inwieweit aktuelle Mac-Programme für 64-Bit-Prozessoren neu umgeschrieben werden müssten, ist noch nicht bekannt.
Es sei jedoch an der Zeit, 64-Bit-Chips auch auf dem Massenmarkt anzubieten, wie IBM-Vizepräsident Chekib Akrout in einem Telefoninterview mit Reuters sagte, das Internet und große zu verarbeitenden Datenmengen stellten eine neue Herausforderung dar. Gegenwärtige 64-Bit-Prozessoren wie der Alpha von Digital machen gegenwärtig vor allem bei Datenbankservern Sinn, die mehr als 4 GB Arbeitsspeicher verwenden müssen, aber auch bei einigen CAD-Tools. Auch der Intel-Konkurrent AMD hat mit seiner Hammer-Technologie 64-Bit-Prozessoren angekündigt, die bis Ende des Jahres vorgestellt werden sollen, Intels Itanium-Nachfolger McKinley wird ebenfalls 64-Bit-Technologie unterstützen. IBM selbst will seine neue Prozessor-Architektur in Linux-Servern einsetzen. Auch über einen Einsatz in Sonys neuer Playstation 3 wird spekuliert. So verwendet Sony bereit einen PowerPC in seiner Playstation 2.

Stephan Wiesend

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