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Apple nimmt es bei manchen Apps nicht so genau

14.12.2009 | 11:20 Uhr |

Einmal ist jederzeit möglich, zweimal ist Zufall, aber dreimal ist ein neuer Trend: Apples Vertrag zum Einsatz von APIs für das iPhone ist wasserdicht - in der Praxis aber sieht Apple das offenbar aber nicht so eng. Innerhalb nur einer Woche tauchten gleich drei Anwendungen im App Store auf, die alle gegen den Vertrag verstoßen und eigene APIs einsetzen.

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Wer von Apples Willkür im Genehmigungsprozess für den App Store noch nicht genug hat, kann jetzt zur Abwechslung positive Überraschungen erleben. Apple hat vor einer Woche die erste Anwendung zum Live-Streaming für Videos Knocking Live Video im App-Store zugelassen. Ustream Live Broadcaster folgte in der gleichen Woche und seit letztem Donnerstag ist auch iSimulate dort eingestellt.

Alle drei Programme verletzten durch Einsatz einer inoffiziellen API den grundlegenden Vertrag zwischen iPhone-Entwickler und Apple, aber keines der Programme wurde von Apple abgewiesen. Der Einsatz von privaten Anwendungs-Schnittstellen war bisher ein besonders wunder Punkt im Zulassungsverfahren. Im Antrag für den App Store legt Apple explizit fest, dass nur offiziell dokumentierte Schnittstellen von den Entwicklern genutzt werden dürfen. Alle undokumentierten APIs werden von Apple als nicht-stabil geachtet und können jederzeit in zukünftigen Versionen des iPhone-Entwicklerkits (SDK) sang- und klanglos verschwinden.

Nichtsdestotrotz gibt es aber eine ganze Reihe von Anwendungen im App Store, die sich nie an die Regel hielten und Google Mobile ist nur ein Beispiel: Näherungs- und Lichtsensor werden genutzt um zu erkennen, ob ein Kunde das iPhone ans Ohr hält und daraufhin die Spracherkennung einzuschalten. Obwohl Google bereits im letzten Jahr den offiziellen Verstoß gegen Apples Vertragsbedingungen zugab, blieb die Anwendung im App Store und erhielt letzte Woche gar ein Update .

Vimov, der Entwickler von iSimulate , veröffentlichte jetzt seine Email mit der Zulassung zum App Store, in dem Apple offen den Einsatz einer eigenen API kritisiert. Statt einer Abweisung rät Apple jedoch lediglich, den Verstoß im nächsten Update zu beheben. Im Fall von iSimulate lobt Vimov, dass Apples Großzügigkeit ihm wochenlanges Warten auf den Ausgang des nächsten Zulassungsantrags erspart hat. Statt die komplette Prozedur erneut zu durchlaufen konnte Vimov den Code im Handumdrehen auf eine offizielle API ändern und über Nacht als Update im App Store nachschieben.

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