1040271

What Country: Italienische Ministerin beklagt sich über iPhone-App

01.10.2010 | 07:25 Uhr |

Die App ist harmlos oder vielleicht sogar dämlich, wir haben es nicht ausprobiert, weil uns 79 Cent auf den ersten Blick als herausgeschmissenes Geld vorkommen.

Die vom Hersteller Apalon im App Store angebotene App "What Country" spielt mit Stereotypen von Reiseländern. Diese sollen die dort aufgenommenen Fotos von Anwendern mit "Informationen" anreichern, die in keinem Reiseführer stehen. So weit, so harmlos. Die italienische Tourismusministerin Michela Brambilla sieht das ein wenig anders, berichten unsere Kollegen von Macworld UK. Die App fasst Italien kurz als Land zusammen, für das exemplarisch Pizza, Pasta, Motorroller und die Mafia stehen und erklärt, dass die "Cosa Nostra" (nicht zu vergessen die ’Ndrangheta und die Camorra, die ja gerne mit dem organisierten Verbrechern auf Sizilien verwechselt werden) etwa zehn Prozent zum Brutto-Inlandsprodukt des Mittelmeerlandes beitragen. Diese Stereotypen seien beleidigend und unakzeptabel, beschwert sich die Ministerin der Regierung Berlusconi und will den Generalstaatsanwalt Italiens für ein Verbot der App gewinnen. Italien sei schließlich aufgrund seiner Geschichte, Landschaft und Kultur ein "Leuchtturm" für die Welt und könne nicht akzeptieren, durch eine Verbrecherorganisation dargestellt zu werden. Dass die italienische Küche weit mehr als Pizza und Pasta zu bieten hat und der Motorroller ein aussterbendes Überbleibsel der Fellini-Filme ist, stört die Ministerin weniger. Übrigens setzt die bemüht witzige App Deutschland mit Bier, Disziplin und Autobahn gleich. Verkehrsminister Ramsauer, übernehmen Sie, bevor Touristen meinen, hierzulande würden alle Autofahrer diszipliniert nach dem Genuss von Bier über die Autobahn brettern!

0 Kommentare zu diesem Artikel
1040271