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Zwei Kandidaten für den Telekom-Chefposten

07.10.2002 | 10:07 Uhr |

Bei der Neubesetzung des Telekom-Chefpostens konzentriert sich alles auf die beiden Kandidaten Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke. Nachdem zunächst T-Mobile-Chef Ricke als Favorit galt, rückt inzwischen der Post-Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel immer stärker in den Blickpunkt. Ein Post-Manager bestätigte der "Bild am Sonntag" (BamS), dass es eine entsprechende Anfrage des Telekom- Aufsichtsrates gebe. Allerdings hieß es am Sonntag aus Post-Kreisen, es müsse abgewartet werden, wie sich Zumwinkel bei einem konkreten Angebot entscheide. Noch im Juli hatte Zumwinkel erklärt: "Ich bin Post-Chef, ich bin es gerne und bleibe das auch."

Der Post-Manager sagte der BamS: "Es gibt eine entsprechende Anfrage vom Telekom-Aufsichtsrat. Wir gehen davon aus, dass Herr Zumwinkel den Posten übernimmt". Zumwinkel habe bei der Post alles erreicht, den Konzern saniert und sei nun offen für Neues.

Bei der Post hätten bereits Spekulationen über einen Nachfolger für Zumwinkel begonnen, berichtete die Zeitung. "Wir favorisieren eine interne Lösung, damit der Wechsel an der Spitze möglichst reibungslos verläuft", zitierte die BamS einen weiteren Post-Manager. Im Gespräch seien die Vorstände Edgar Ernst (Finanzen), Peter E. Kruse (Logistik) und Uwe Rolf Dörken (internationales Geschäft). Alle drei seien enge Gefolgsleute von Zumwinkel und müssten nicht mehr eingearbeitet werden. Ein schneller Wechsel Zumwinkels, dessen Vertrag bis 2004 laufe, wäre somit möglich, hieß es.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor berichtet, Zumwinkel werde mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr neuer Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Darauf hätten sich die Führungsspitze des Bonner Konzerns und der Bund als Großaktionär der Telekom geeinigt. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) habe sich bereits eindeutig auf Zumwinkel als Nachfolger von Ron Sommer an der Konzernspitze festgelegt.

Ein Sprecher des Ministeriums dementierte dagegen, dass sich Bund und Telekom auf Zumwinkel verständigt hätten. Es handele sich um eine "unsinnige Spekulation", sagte er der dpa. "Uns sind keinerlei Beschlüsse dieser Art bekannt." Im übrigen entscheide einzig und allein der Aufsichtsrat des Unternehmens.

Der nach dem Kurssturz der T-Aktie stark unter Druck geratene frühere Telekom-Chef Ron Sommer war Mitte Juli zurückgetreten. Seither übt der frühere Aufsichtsratschef Helmut Sihler die Vorstandsführung kommissarisch aus, bis ein Sommer-Nachfolger bestimmt ist. dpa

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