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Zwei Wochen mit iMovie '08: Neben Kritik auch positive Überraschung

24.08.2007 | 10:00 Uhr |

Die Produktneuerung, die bei Apples Special Event vor zwei Wochen für am meisten Aufregung sorgte, war wahrscheinlich nicht das neue iMac-Design, sondern iMovie '08.

Im Gegensatz zu den anderen Bestandteilen von iLife '08 ist die neue iMovie-Version kein einfaches Update, sondern ein komplett neues Programm, das letztendlich nur den Namen beibehalten hat. Noah Kravitz, ein Autor der Apple-Notebook-Website PBCentral.com, hat sich nicht von den Klagen der Fans des Vorgängers iMovie HD abschrecken lassen und sich die Videoschnitt-Software genau angesehen. Auch wenn Kravitz die Kritik verstehen kann - letztendlich zeigte er sich zum Teil sehr positiv überrascht und sieht viel Potential in iMovie '08.

Die Idee hinter iMovie '08 scheint in erster Linie zu sein, Videobearbeitung noch einfacher als zuvor zu machen. Kravitz meint , dass dies den Entwicklern aus Cupertino durchaus gelungen ist - beziehungsweise dem Entwickler; offenbar stammt die Software in erster Linie aus der Hand eines Apple-Programmierers. Die Benutzeroberfläche basiert nicht mehr auf einer Zeitleiste, sondern auf einem Storyboard - wie das im Einzelnen funktioniert, lässt sich laut Kravitz kaum beschreiben, jeder Nutzer müsse es selbst ausprobieren. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit lässt sich erkennen, dass es für Einsteiger wirklich wesentlich einfacher ist, einzelne Clips zusammen zu schneiden. Auch habe es dem Unterbau der Software gut getan, komplett neu geschrieben zu sein. iMovie '08 laufe wesentlich schneller als sein Vorgänger. Dass Kravitz der Software trotzdem eine relativ durchwachsene Wertung verpasst hat (3.0 von 5 "Books"), liegt in erster Linie an den im Vergleich zum Vorgänger fehlenden Funktionen. Der Tester fragt sich, warum iMovie '08 außer Übergängen und Titel-Einblendungen quasi gar keine Video-Effekte mehr aufweist und keine Plug-ins unterstützt. Außerdem lassen sich Audio-Spuren kaum noch miteinander mixen. Allerdings müssten Fans des alten iMovies die neue Version deswegen nicht zwangsweise verteufeln: Steve Jobs habe selbst angedeutet, dass die Software noch "wachsen" müsse, und Kravitz kann sich vorstellen, dass Apple mit kleineren Updates und den Core-Animation-Effekten von Mac OS X 10.5 Leopard für einen größeren Funktionsumfang von iMovie sorgen wird. Eine solche Strategie würde gut in Apples Philosophie, Innovationen den Nutzern etwas aufzuzwingen, passen: Auch der Wechsel von Mac OS 9 zu Mac OS X oder von PowerPC- zu Intel-Prozessoren führte zu einer kurzen, nicht ganz unproblematischen Übergangszeit. Ob Apple aber bei wachsendem Funktionsumfang noch die Einfachheit des neuen iMovies beibehalten kann, bleibt abzuwarten.

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