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Zweifel am finanziellen Erfolg von Product Red

12.03.2007 | 15:02 Uhr |

Geben die (RED)-Verantwortlichen mehr Geld aus, als sie einnehmen? Mit einem roten iPod nano beteiligt sich Apple bereits seit letztem Oktober an einer Kampagne, für die unter anderem der Sänger Bono von U2 Pate steht.

iPod Nano Product Red
Vergrößern iPod Nano Product Red

Mit dem Verkauf roter Produkte - darunter auch Mobiltelefone, Kleidung und Uhren - soll sie Mittel für die Bekämpfung von AIDS und anderer Krankheiten auf dem afrikanischen Kontinent eintreiben. Kritiker haben den Verantwortlichen allerdings Misswirtschaft vorgeworfen: Sie würden mehr Geld für Werbung ausgeben als Gewinn machen, behauptete jüngst das Magazin Ad Age. Jetzt reagieren die Verantwortlichen mit einem offenen Brief.

Die Bilanz, die das Werbemagazin Ad Age am 4. März in einem Artikel gezogen hat, ist miserabel: 100 Millionen US-Dollar hätte die Kampagne bereits für Werbemaßnahmen ausgegeben, aber nur 18 Millionen Dollar eingenommen. Bobby Shriver, CEO von (RED), widerspricht den Vorwürfen allerdings vehement: Vor Oktober 2006 sei die Kampagne zum einen auf Großbritannien beschränkt gewesen. Zum anderen habe es bis dahin außer einem T-Shirt und einer Sonnenbrille gar keine (RED)-Produkte zu kaufen gegeben, fügen die New York Daily News hinzu und präzisieren unter Berufung auf "dem Projekt nahe stehende Quellen": Bis zum offiziellen Start in den USA am 13. Okober 2006 habe das Projekt ungefähr 5 Millionen Dollar eingenommen. Seitdem seien daraus allerdings bereits an die 25 Millionen Dollar Einnahmen geworden, schreibt Shriver. Die führenden Hersteller von (RED)-Produkten, darunter Gap, Apple und Motorola, seien dabei selbst für die Produkt-Werbung verantwortlich und kämen auch selbst für die Kosten auf - laut Independent Online belaufen sie sich auf höchstens ein Drittel der von Ad Age genannten Kosten. Das Marketing-Budget des (RED)-Projekts selbst sei zur weltweiten Einführung 7,8 Millionen Dollar groß gewesen. Shriver weist in seinem offenen Brief noch einmal auf den Sinn des Projekts hin: Es habe nicht ausschließlich caritativen Charakter, sondern ermögliche teilnehmenden Herstellern auch, mehr Umsatz mit ihren Produkten zu machen. Deshalb würden sie für die Produkte auch in einem Umfang werben, der über (RED) hinausgehe. Apple zahlt inoffiziellen Angaben zu Folge für jeden verkauften roten iPod 10 US-Dollar an die Organisation. Der (RED)-Direktor begrüßt jedes zusätzliche Engagement eines Herstellers: Werbung für die (RED)-Kampagne kläre über die Probleme Afrikas auf und habe deshalb stets einen Mehrwert. Jeden Tag stürben 5.500 Afrikaner an AIDS und Werbemaßnahmen könnten nur dabei helfen, diese Tatsache einer breiten Öffentlichkeit ins Gedächtnis zu rufen.

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