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Zweite UMTS-Auktion steht bevor

06.02.2007 | 17:01 Uhr

Acht Jahre nach der spektakulären Auktion von UMTS-Lizenzen rollt auf die deutsche Mobilfunkbranche bald eine weitere Versteigerung für den schnellen mobilen Datenverkehr zu.

"Wir hoffen, Anfang nächsten Jahres das Bieterverfahren starten zu können", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth. Mit über 100 Megahertz sollen dabei wesentlich mehr Spektren unter den Hammer kommen als bei der Auktion im Jahr 2000, die mehr als 50 Milliarden Euro in die Bundeskasse einspielte. Zudem gehe es um Frequenzblöcke im 2,6-Gigahertz-Bereich, die technologisch und ökonomisch nach weiteren Angaben von Kurth hochinteressant sind. Schon bei der Versteigerung von 2000 habe festgestanden, dass zu einem späteren Zeitpunkt Ergänzungsspektren für breitbandige Anwendungen zur Verfügung stehen würden, betonte ein Sprecher der Behörde. Die erneute Auktion wird nach Ansicht von Experten aber weniger spektakulär verlaufen und nicht die Milliarden- Erlöse bringen.

Im Jahr 2000 hatten sechs Mobilfunkkonzerne und Konsortien jeweils für mehr als 8 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert. Neben den vier Anbietern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 befanden sich darunter mit Mobilcom/France Télécom und Telefónica/Sonera (Quam) auch zwei Neulinge. Diese warfen wenig später angesichts der hohen Kosten und fehlenden Kunden das Handtuch und mussten die Milliarden-Ausgaben komplett abschreiben.

Die Teilnehmerzahl sei völlig offen und keineswegs auf die vier am Markt tätigen Mobilfunkbetreiber beschränkt, sagte der Sprecher über die anstehende UMTS-Auktion. Sollten Schwergewichte wie der US-Konzern AT&T oder Hutchison Whampoa aber ihren Hut in den Ring werfen, könnte auch die zweite Bieterrunde für alle Beteiligten teuer werden.

Unklar ist derzeit, ob die Frequenzen, die durch den damaligen Rückzug von MobilCom und Quam frei gewordenen sind, ebenfalls unter den Hammer kommen. Beide Unternehmen hatten die Auflagen der Behörde nicht erfüllt und mussten ihre Lizenzen zurückgeben. Derzeit ist allerdings die rechtliche Situation noch nicht endgültig geklärt.

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