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Amazon unterbindet eBook-Installations-Skript

16.03.2009 | 09:42 Uhr |

Mit einem Skript kann eine Geräte-ID des Kindle ausgelesen und damit dann Inhalte von anderen Anbietern geladen werden. Amazon sieht dies als Aushebeln seiner Sicherheitsvorkehrungen zum Urheberschutz und versucht, dem einen Riegel vorzuschieben.

Im Februar hat Amazon seine neue Version des eBook-Readers Kindle vorgestellt. Die Geräte sind über eine Mobilfunk-Verbindung exklusiv mit Amazons Online-Store verbunden, wo die Kunden Bücher, Zeitungen Zeitschriften, Magazine und weitere Inhalte kaufen können. Inhalte von Drittherstellern von anderen Herstellern auf den Kindle waren von Amazon nicht vorgesehen.

Amazon hat jetzt beantragt, dass ein Online-Forum einen Link zu einer Software entfernt, mit der Inhalte von Drittanbietern auf Amazons Kindle geladen werden kann. Das Mobileread-Forum kam der Aufforderung prompt nach, bestreitet aber Amazons Anschuldigung, dass dieses Programm gegen den Digital Millenium Copyright Act (DMCA) verstößt.

Auf den Webseiten von Mobileread war eine Anleitung zu finden, wie Besitzer eines Kindle mit dem Skript kindlepid.py die persönliche ID (PID) des Gerätes ausgelesen werden kann. Mit dieser PID können elektronische Bücher von öffentlichen Leihbüchereien oder anderen Herstellern problemlos auf den Kindle übertragen werden.

Alexander Turic, der Moderator des Mobileread-Forums, beteuert, dass im Gegensatz zu Amazons Anschuldigung sich zum einen das Skript sich nie auf einem Server von Mobileread befand, sondern lediglich ein Link bereitgestellt und zum anderen mit dem Skript keine Technologie für Urheberrechtsschutz von Amazon geändert oder ausgehebelt wurde. "Da wir mit Amazon weiterhin gute Verbindungen pflegen wollen und das DMCA vielseitig interpretierbar ist, haben wir auf freiwilliger Basis den Link und die detaillierte Anleitung zurückgezogen", nimmt Turic im Forum Stellung. Auch nach dem Entfernen der Seiten von Mobileread ist die Anleitung immer noch in Googles Cache zu finden. Das Skript selbst steht auf zahlreichen Servern seit Ende 2007 zur Verfügung.

Besitzer des Kindle sind von Amazons Reaktion enttäuscht. Laut den Einträgen im Forum wurde allgemein begrüßt, dass der Kindle vielseitiger einsetzbar war und zum Beispiel vorher gekaufte elektronische Bücher übertragbar waren. Außerdem können mit dem Programm eBooks von Amazon für das iPhone gekauft, aber dann problemlos auch mit anderen Lesegeräten angezeigt werden. Laut Amazon sollten diese elektronischen Bücher ausschließlich auf dem Kindle und der iPhone-Applikation Kindle anzeigbar sein. Amazon hat auf Rückfragen hierzu noch keine Stellung genommen.

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