Dass Jobs es sich leisten kann, einen Teil seiner Hardware-Updates einfach unter den Tisch fallen zu lassen, liegt daran, dass er noch mehr in petto hat: neue Versionen für iLife 08 und iWork, mit denen angesichts der Terminverschiebung von Mac-OS X 10.5 so kaum einer gerechnet hatte. Doch Apple marschiert weiter auf dem Weg ins Web 2.0 und hat seine Software für den Digital Lifestyle entsprechend aktualisiert. Wichtigste Neuerungen über alle Programme hinweg sind neue Möglichkeiten, Bilder schnell und von überall zu publizieren, vor allem auch via iPhone. Auch wenn in der Keynote noch Neuerungen wie die bessere Verknüpfung der i-Applikationen untereinander und mit Apples Service .Mac noch heftig beklatscht wurden, der anschließende Test hinterlässt gemischte Gefühle. Die Programme arbeiten instabil, iPhoto produziert unerklärliche Kernel-Panics und irritiert die Anwender mit einem neuen – nicht zur Vorversion kompatiblen - Archivformat, iWeb ist überhaupt nur ab Version 2.0.1 zu gebrauchten und überschreibt ohne Warnung ganze Projekte und wer auf iMovie 7 aktualisiert vermisst schmerzlich Funktionen wie Timeline, Videofilter, Kapitelmarkierungen und so weiter. Daran ändern auch diverse Updates nichts, die Apple in den Folgewochen veröffentlicht.
Einen besseren Eindruck hinterlässt die 08er Variante von iWork. Erstens hat Apple seinem Office-Paket endlich einen Tabelleneditor namens Numbers spendiert, der wie der Texteditor Pages 3.0 und die Präsentationssoftware Keynote 4.0 durch eine wirklich gelungene Oberfläche und viele neue Fähigkeiten besticht. Gerade wer wenig Lust hat, irgendwelche versteckten Funktionen zu suchen und sich mühsam in ein Programm einzuarbeiten, ist mit iWork bestens bedient, umso mehr, da Apple sein Paket mit wirklich brauchbaren Vorlagen ausliefert. Schwieriger tun sich mit dem Paket Anwender, die in ein Netz von Kollegen mit andere Office-Software eingebunden sind. Eine funktionierende Übernahme von Daten aus und in Word, Excel und Powerpoint hat Apple zwar versprochen, im Alltag hakt der Im- und Export jedoch immer wieder. Leider klappt auch der Datentausch innerhalb von iWork nicht vernünftig, da sind wir von iLife Besseres gewohnt. Und dass iWork nicht mit Filemaker – immerhin ein 100%iges Apple-Kind – spricht, wundert nicht nur uns. Und daher bleibt die eigentlich empfehlenswerte Office-Alternative überwiegend denen vorbehalten, die zum eigenen Vergnügen kreativ sind oder sich in einem exklusiven Apple-Umfeld bewegen.
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