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Apples Werbung: iAds gilt als Flop

13.12.2011 | 11:30 Uhr |

Apples Vermarktung von mobilen Werbeanzeigen gilt in der Branche als zu teuer, zu eingeschränkt und zu wenig erfolgreich. Beobachter gehen von einem baldigen Misserfolg des Dienstes aus.

Das Wall Street Journal berichtet, dass Apples mobile Werbeplattform iAds Probleme mit der Akzeptanz bei den potenziellen Kunden habe. Grund sei unter anderem die hohe Einstiegshürde durch ein Minimalbudget von 500.000 US-Dollar, die Apple von Werbekunden verlangt. Zudem mische sich Apple stark in den "kreativen Prozess" ein. Konkurrenten wie Google AdMob seien flexibler, günstiger und erreichen – anders als iAds – gleich mehrere Plattformen.

Als Folge habe Apple sein Angebot bereits etwas flexibler gestaltet. So könnten jetzt sowohl Ad Impressions, also Anzeigen von Werbemitteln, und tatsächliche Klicks separat berechnet werden. So kosten 1.000 Werbeaufrufe bei iAds laut dem Wall Street Journal zehn Dollar, ein Klick auf eine Werbung dagegen zwei Dollar. Bei AdMob läge der Kontaktpreis für 1.000 Nutzer zwischen vier und zwölf Dollar. Apple plane derzeit, das Minimalbudget auf 400.000 Dollar zu senken.

Die Marktanalysten von IDC schätzen, dass iAds einen Marktanteil von 15 Prozent bei mobiler Werbung hat, Marktführer sei Google mit 24 Prozent. Auch für Entwickler sei iAds bisher keine lohnende Angelegenheit. Einige Werbekunden zeigen sich jedoch mit den Ergebnissen zufrieden und wollen die Verträge verlängern. IDC-Analyst Kasten Weide sagt dem WSJ, dass er davon ausgehe, dass iAds von der Konkurrenz überholt werden wird und im Hintergrund verschwindet.

iAds zeigt Werbung in Apps für das iPhone , iPad und den iPod Touch an und sollte interaktive und multimediale Werbung auf mobile Geräte bringen, mit denen sich die Nutzer gerne und lange beschäftigen. Apple hatte zuvor den Werbevermarkter Quattro Mobile gekauft .

Entwickler von Apps für iPhone, iPad und iPod Touch können mit von Apple gesteuerten Werbeeinblendungen in ihren Apps Geld verdienen. Der Entwickler stellt dabei die Fläche zur Verfügung, iOS ab Version 4 zeigt dann selbstständig Werbung. Dabei muss der Entwickler nur seine Apps dazu bringen, auf die Events des Betriebssystems zu reagieren. Wenn Werbung in das iAd-System eingebucht ist, wird der entsprechende View angezeigt. Klickt der Benutzer die Werbung an, hält ein Programm etwa die Musik aus der entsprechenden App an, damit die Musik der Werbung laufen kann. Der Hersteller der App hat dabei keinen Einfluss, ob und welche Werbung angezeigt wird. Für das Ausliefern der Ads und die Klicks auf die Werbebanner, bekommt jeweils 60 Prozent Umsatzbeteiligung. Entwickler können übrigens auch für ihre eigenen Apps werben.
Bei der Vorstellung von iAd hatte Apple im Frühjahr 2010 gehofft, mit seinem System die Akzeptanz für mobile Werbung zu erhöhen. Der Gedankengang dabei: Benutzer von mobilen Anwendungen auf iOS-Geräten freuen sich über kostenlose Anwendungen. Und im Gegensatz zu Werbebannern anderer Vermarkter, bleibt man bei iAd in der App und kann jederzeit zurück zur letzten Aktivität. Unter Einsatz von HTML 5 sollen die im iAd-System laufenden Werbungen in ihrer Anmutung nicht hinter den Apps zurückstehen und sich nahtlos einfügen – und somit weniger nerven.

Info: WSJ

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