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iBook: Dänemark legt Apple Daumenschrauben an

06.09.2007 | 15:00 Uhr |

Es wird ernst für Apple in Dänemark: Die staatliche Verbraucherschutzagentur im kleinen skandinavischen Königreich erwartet aus Cupertino Schadensersatzzahlungen an Kunden, denen nach etwa einem Jahr reihenweise iBooks G4 kaputt gegangen sind.

Eine kalte Lötstelle auf der Platine sorgt nicht nur zwischen Skagen und Sonderburg für Displayausfälle oder den Ausfall der internen Stromversorgung - und das kurz nach dem Ende der Garantiezeit. Mit einer Schraubzwinge kann man dem Defekt behelfsmäßig begegnen.

Offenbar ist es ein Konstruktionsfehler : Eine Lötstelle auf der Hauptplatine bricht nach rund einem Jahr und macht das iBook G4 nahezu unbenutzbar. Der Rechner reagiert mit Displayausfällen oder arbeitet gar nicht mehr, weil die interne Stromversorgung unterbrochen ist. Bereits seit Wochen schwelt diese Beschwerde zwischen Kopenhagen und Cupertino, jetzt könnte sich daraus ein Feuer entwickeln mit internationaler Tragweite. Den Untersuchungen der Forbrugerstyrelsen nach handelt es sich nicht um Einzelfälle. Apple zeigt sich zumindest zum Teil kooperativ und hat auf Kulanzbasis eine nicht näher genannte Anzahl von iBooks auch außerhalb der Garantie repariert. Den strengen Verbraucherschützern ist dies aber nicht genug: Sie fordern Apple seit Anfang Mai auf einzugestehen, dass das Problem hausgemacht ist und tatsächlich ein Konstruktionsfehler vorliegt. Dieses Eingeständnis hätte zur Folge, dass Apple weltweit für die Reparaturen an betroffenen Geräten aufkommen müsste und Kunden bereits gezahlte Reparaturkosten zurück erhielten. Mehr noch: Apple soll den verärgerten Besitzern Schadensersatz zahlen. Handelt Cupertino nicht den dänischen Forderungen entsprechend bis Ende nächster Woche, dann stellt die Agentur Apple an den digitalen Pranger : "Wenn die Firma unserer Entscheidung nicht folgt, dann veröffentlichen wir den Namen auf unserer Schwarzen Liste", kündigte Frederik Navne Boesgaard an, Chef der Beschwerdestelle der Verbraucherschutzagentur. In dieser Liste finden sich bislang außer dem Sportbekleidungsfilialisten Foot Locker ausschließlich lokale und nationale Firmen. Jeder Einwohner Dänemark hat die Möglichkeit gegen Gebühr, ein Verfahren gegen verbraucherunfreundliche Firmen anzustrengen. Gibt die Agentur dem Klagenden recht, erhält er die Gebühr von umgerechnet 23 Euro zurück.

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