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iBooks für Münchner Realschule

14.12.2001 | 00:00 Uhr |

Eine Münchner Realschule erhielt jetzt von Apple ein iBook-Paket geschenkt. Macwelt war dabei und warf dabei einen Blick auf Apples Pläne im Bildungbereich.

München/Macwelt - Im Gegensatz zu den USA ist Apple an deutschen Schulen sehr selten vertreten. Mit einem Ausbau seiner deutschen Education-Abteilung und neuen Angeboten will Apple das jetzt ändern.
Kernprodukt der neuen Strategie ist der Wireless Mobile Classroom, ein Rollwagen mit Drucker, Scanner, Aiport-Station und elf oder sechs iBooks.
Als eine der ersten deutschen Schulen erhielt jetzt die Münchener Joseph-von-Fraunhofer-Realschule eines dieser rollenden Mac-Labors. Die Schule hatte das Paket beim Bayerischen Bildungspakt beantragt, einer Stiftung, bei der Apple Mitglied ist. "Heute reicht es nicht mehr einfach PCs an ein Netz anzuschließen", so Regina Pötke, Geschäfsführerin der Stiftung. Der Projektleiter an der Realschlule, Johann Rambeck, habe in seinem Antrag die Stiftung überzeugt, dass seine Lehranstalt die Computer sinnvoll einsetze. Durch die mobile Lösung sei es möglich, dass Schüler einen Computer mit nach Hause nehmen oder sich bei einem Projekt per E-Mail mit einem Lehrer austauschen - echtes E-Learning also.

In deutschen Universitäten ist der Markanteil an Macs noch höher als in Grundschulen oder weiterbildenden Schulen. Mit einer neuen, vergrößertern Edu-Manschaft will Apple diesen Marktanteil weiter ausbauen und vor allem Apple-Händler zu einer stärkeren Präsenz an Schulen anhalten. Unterstützung sollen Lehrer über Apples Homepage erhalten, so soll etwa ein Marktüberblick über schulrelevante Software aufgebaut werden.
Als überzeugungskräftiges Produkt für diesen Markt soll das mobile iBook-Klassenzimmer dienen. Im Umkreis von 45 Metern um die Airport-Station bilden die weißen Portables ein Computernetzwerk. Da zum Lieferumfang auch das Programm Apple Netzwork Assistannt gehört, kann ein Lehrer kontrollieren, was auf den anderen Rechnern passiert, er sieht, welche Programme laufen und kann auch direkt auf den Desktop zugreifen. Überzeugen konnte die Lehrer das Konzept des Rollwagens, den man einfach in beliebige Klassenräume schiebt, die anwesenden Schüler waren eher von dem vorinstallierten Spiel Bugdom begeistert.
Ins Internet ging am Tag der Übergabe jedoch niemand. Zwar hatte die Joseph-von-Fraunhofer-Realschule bereits etwa hundert Kilometer Kabel verlegen lassen, der Zugang an das weltweite führt jedoch über ISDN. Genau diejenige Anschlußart, für die eine Aiportbasisstation ein Zusatzgerät braucht.

Ein Kritikpunkt, den Eltern an Apple-Computern öfter äußern, ist der Mangel an Software für Mac-OS. Microsoft-Programme gehören nicht zum Lieferumfang des mobilen Klassenzimmers. Fragt man Jan Sperlich, Manager EDU Deutschland, sollte dies aber auch nicht nötig sein. Schließlich sollten die Schüler nicht "Microsoft Word lernen, sondern die Bedienung einer Textverarbeitung" und dafür sei Apple Works seiner Meinung nach besser geeignet.
iMovie war ein weiteres Programm, das den Projektleiter Rambeck überzeugte. Dank iMovie könne man beispielsweise Schülern den Computer und eine Kamera in die Hand drücken und sie beauftragen, für das Fach Geschichte einen Film über ihre Familie zu drehen.

Will eine Schule Computer eines bestimmten Herstellers anschaffen, sind oft die persönlichen Kenntnisse und Vorlieben einzelner Lehrer entscheidend. In der Münchener Realschule sind zwei Mac-Fans im Kollegium. Eine Lehrerin setzt Apple-Rechner privat ein, der Leiter des Projekts ist ein begeisterter Videofilmer, der gerne mit iMovie arbeitet.

Vielleicht gibt es aber bald mehr Lehrer mit Macs. Apple Deutschland zufolge arbeitet das Unternehmen an einem Programm, das Lehrkräften Macs zu günstigeren Konditionen verschaffen soll.

Stephan Wiesend

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