Von Peter Müller, Marlene Buschbeck-Idlachemi - 03.06.2011, 16:01

iCloud

Apples Weg in die Cloud

Apples Cloud-Service für iTunes wird wohl auf der WWDC Premiere haben. Mit ihm will das Unternehmen nicht nur zu den Angeboten von Amazon und Google aufschließen, es hat sogar noch ein Ass im Ärmel
Seit das Unternehmen mit einem neuen Rechenzentrum in North Carolina die technischen Voraussetzungen für das iTunes-Streaming geschaffen hat, und die Server bei der Live-Übertragung von Jobs-Keynotes erfolgreich im Einsatz waren, verdichten sich Gerüchte um eine iTunes-Cloud. Nun ist Apple offenbar wieder einen Schritt weiter. Mit dem britischen Major-Label EMI soll Apple Ende Mai ein Lizenzabkommen über Musik in der Cloud geschlossen haben, mit Time Warner besteht angeblich schon länger eine derartige Vereinbarung. Verhandlungen mit Universal und Sony BMG sind bereits abgeschlossen. Apple könnte damit in Kürze einen Cloud-Musik-Service mit Inhalten aller großen vier Labels anbieten.

Deal mit der Musikindustrie

Damit könnte Apple nicht nur mit Google und Amazon gleichziehen, die schon einen Musikservice in der Cloud anbieten, sondern wäre den Konkurrenten einen Schritt voraus. Wer Nachschub für seine Mediathek erwerben will, muss bei Amazon zurück in den Online-Shop, Google hat angekündigt, über den Android Market auch Videos anbieten zu wollen. Bislang haben beide Unternehmen keine Vereinbarungen mit der Musikindustrie, ihre Cloud-Dienste sind daher nichts weiter als Online-Speicher für die private Musiksammlung. Diese muss man erst hochladen, um später per Streaming auf einem mobilen Gerät die Songs hören zu können. Wenn Apple den Kauf von Musik in der Cloud anbieten kann, wäre es lizenzrechtlich kein Problem, den Kunden bereits im iTunes Store gekaufte Titel aus der Cloud auf iPhone und iPad zu streamen.
Apple hatte im Dezember 2009 den Streaming-Service Lala übernommen. Von Lala stammt eine "Scan and match" genannte Technologie, die es Anwendern erspart, über Stunden die eigene Musikbibliothek auf einen Server zu schaufeln. Statt dessen sucht eine Software nach gekauften Titeln auf der Festplatte des lokalen Rechners und bietet dieselben auch per Streaming an.
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