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iFixit zerlegt Macintosh von 1984

27.01.2014 | 06:28 Uhr |

Wem es ein Trost ist: Der Mac 18K aus dem Jahr 1984, den iFixit zerlegt hat, war nicht mehr funktionstüchtig. Er erweist sich aber als deutlich reparabler als aktuelle Modelle.

Zum dreißigsten Geburtstag des Macintosh hat iFixit die beige Antiquität zerlegt und alle Eingeweide untersucht und auf seiner Webseite dokumentiert. Wie alle auseinandergenommenen Hardwaremodelle erhielt auch der Ur-Mac nachträglich eine Bewertung auf der "Reparierbarkeits-Skala" von iFixit zwischen "Null" (kann gar nicht gewartet werden) und "Zehn" (Defekte Komponenten sind einfach zugänglich und austauschbar) Der erste Macintosh erlangte "Sieben", während das heutige 21,5-Zoll iMac-Einsteigermodell nur mit "Zwei" bewertet ist.

Apple stellte sein erstes Macintosh-Modell mit 128 KB Hauptspeicher mit einem jetzt legendären Werbetspot "1984" am 22. Januar 1984 während dem Superbowl-Spiel der Los Angeles Raiders gegen die Washington Redskins vor. Der Vollständigkeit halber: Erstere gewannen das Spiel mit 39:9.

Erst zwei Tage später wurde der Würfel-Mac enthüllt. Obwohl der Macintosh überall, und keineswegs nur auf Apple-Läden keineswegs auf Apple-Läden beschränkt erhältlich war und von der Konkurrenz als "Spielzeug" belächelt wurde, war der Ur-Mac keineswegs für jeden erschwinglich. Mit einem Preis von knapp unter 2.500 US-Dollar (oder nach Inflationsraten in heutiger Währung: 5.600 US-Dollar) stand der Ur-Mac in seiner Zeit im Wettbewerb mit weitaus erschwinglicheren Geräten, wie dem Commodore 64 (damals knapp 600 US-Dollar, IBMs PCj (Codename: Peanut für 670 US-Dollar), Radio Shacks TRS-80 Modell 100 (1.110 US-Dollar) und auch dem teuren ersten PC-Klon von Compac (3.000 US-Dollar).

Das Zerlegen durch iFixit enthüllt einfach zugängliche Komponenten. Obwohl der Ur-Mac - wie die heutigen Modelle - keineswegs für Aufrüstung durch den Endkunden ausgelegt war, sieht bereits die Hauptplatine des Ur-Macs das Upgrade auf 512 KB Hauptspeicher vor. Nur acht Monate später veröffentlichte Apple den Macintosh 512K, besser bekannt als "Fat Mac". Die Platinen des Ur-Macs sind im Gegensatz zu heutigen Modellen nicht verklebt, sondern verschraubt. Während das ein klarer Vorteil für eventuelle Reparaturen ist, hat es aber seine Tücken: iFixit warnt, dass der freie Zugang zu einigen Hochspannungs-Komponenten die Wartungsarbeiten riskant machten.

Der Macintosh 512K kostete bei Einführung in September 1984 2.795 US-Dollar (oder auf 2014 umgerechnet: fast 6.300). Am letzten Freitag tauchten gleich zwei Ur-Macs in Ebay auf für knapp 2000 beziehungsweise 2.500 US-Dollar.

Im Vergleich dazu ist das jetzige Mac-Einsteigermodel ein echtes Schnäppchen: Der 21,5-Zoll iMac kostet derzeit 1.300 Euro und hat mit 8 GB RAM 1.600 mal mehr Hauptspeicher als sein 30-jähriges Vorgängermodell .

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