922565

iListen spricht besser Deutsch

28.05.2004 | 12:11 Uhr |

Vor einigen Monaten kam mit iListen 1.5 die erste deutsche Spracherkennung für Mac-OS X auf den Markt. Obwohl dafür bei Arktis 200 Euro verlangt wurden, hatte das Programm mit seinen zahlreichen Schwächen nur den Charakter einer Beta-Version. Das jüngste Update auf 1.6.4 zeigt in unserem Probelauf dagegen erhebliche Verbesserungen.

Das Update auf 1.6.4 ist für Besitzer früherer Versionen von iListen 1.5.x Deutsch
nach Eingabe der Registrierungsdaten kostenlos. Den Vertrieb wird künftig der italienische Softwarehändler Active Software übernehmen. Dort ist das entsprechende Angebot aber bislang nicht freigeschaltet, die italienische Version kostet 139 Euro.

Wir haben uns das Update aufgespielt und konnten auf Anhieb im Vergleich zur Vorgängerversion erhebliche Fortschritte feststellen. Unter anderem funktioniert jetzt endlich die Maussteuerung per Spracheingabe ("Maus klicken" oder "Maus doppelklicken"). Das Diktieren von Texten ist in praktisch jede Mac-OS X-Anwendung möglich und geht flott von statten. Selbst über das interne iBook-Mikrofon ist die Erkennungsrate bei deutlicher Sprechweise sehr hoch. Zu empfehlen ist aber unbedingt ein externes USB-Mikrofon (bei Powerbooks nur über Adapter).

Das Korrigieren von diktierten Texten freilich ist nach wie vor sehr gewöhnungsbedürftig und umständlich. Einige Befehle und Menüeinträge sind immer noch nicht korrekt lokalisiert. Das größte Manko aber ist, dass Diktate auch nach dem Update lediglich in alter deutscher Rechtschreibung möglich sind. Diese wird in Deutschland nur noch von sehr wenigen Publikationen wie etwa der FAZ oder einer deutschen Mac-Seite bevorzugt. Für den Alltagsgebrauch ist das Fehlen der Option für die neue deutsche Rechtschreibung völlig inakzeptabel. Nach Auskunft von Macspeech ist diese Variante aber erst für kommendes Jahr vorgesehen. Sehr gut dagegen gefällt uns die Möglichkeit, Befehle zu editieren und nach eigenem Geschmack umzubenennen (etwa von "Maus klicken" zu einfach "klicken").

Fazit

Nach wie vor besteht für den deutschsprachigen Mac-OS-X-Anwender zum Diktieren keine Alternative zu iListen, nachdem IBM offensichtlich nicht plant, sein unter dem klassischen Mac-OS wie auch in diversen Windows-Versionen erfolgreiches Via Voice für die deutsche Ausgabe des Mac-OS X zu lokalisieren. Ob iListen sein Geld wert ist, erfahren Sie im ausführlichen Test in einer unserer kommenden Macwelt-Magazinausgaben.

Info: Macspeech iListen Deutsch

0 Kommentare zu diesem Artikel
922565