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iMac und OS X seit heute volljährig

06.05.2016 | 11:17 Uhr |

Der iMac feiert heute Geburtstag! Zumindest einen der drei möglichen, aber heute vor 18 Jahren zeigte Apple den All-in-one-Rechner erstmals der Öffentlichkeit. Und Mac-OS X gleich mit dazu - Entwickler waren mehr verwirrt als informiert.

Der 6. Mai 1998 war ein Mittwoch - der spektakuläre Auftakt einer Entwicklerkonferenz, die bis heute nachwirkt. Man glaubt es kaum: Damals gab es keinen weltweit übertragenen Live-Stream, nicht einmal Fachmagazine wie die Macwelt hatten einen Live-Ticker eingerichtet, der im Minutentakt der gebannt vor den Bildschirmen versammelten Gemeinde der Mac-Anwender berichtete, was auf einer Bühne in Kalifornien vor sich ging.

Unserer Korrespondent lieferte aber rasch die geballten Informationen nach, und die hatten es sich in sich. Apple hatte erneut seine Betriebssystemstrategie über den Haufen geworfen, das plattformübergreifende neue Betriebssytem Rhapsody war Geschichte. Stattdessen konzentrierte sich Apple darauf, das auf den FreeBSD-Kernel basierende Open Step der Ende 1996 übernommenen Firma Next mit seinem klassischen Mac-OS zu einem neuen Betriebssystem zusammenzuführen, das den Namen Mac-OS X erhalten sollte.

Und noch ein weiteres Produkt stellte Steve Jobs vor, eines, das ein schwer angeschlagenes Unternehmen retten und zurück zur Kultmarke führen sollte: iMac. Die nach San Jose gereiste Entwicklergemeinde konnte mit dem kompakten All-in-one erst einmal wenig anfangen, nur wenige verstanden, warum Apple seine High-End-Schiene verlassen und ein einigermaßen erschwingliches Gerät anbieten wollte, das nicht von ungefähr an den Ur-Mac erinnerte.

Doch war der iMac nicht nur für sich alleine erfolgreich, sondern läutete mit seiner Reduziertheit und seinem eleganten Design eine neue Ära ein. Der iMac von heute mit seiner flachen Glas-Aluminium-Konstruktion erinnert auf den ersten Blick überhaupt nicht an den Rechner von 1998 ist aber eine konsequente Übersetzung des Konzepts in das 21ste Jahrhundert. Alles, was stört, ist entfernt, nur wenige, aber leistungsfähige Schnittstellen sprechen Peripherie an. Bis der iMac 1998 in die Läden kommen sollte, dauerte es noch ein wenig, in den USA war der 15. August der Erstverkaufstag, in Deutschland der 5. September.

Der iMac läutete die Wende des Konzerns ein, den viele Ende der Neunziger schon abgeschrieben hatten. Doch erneut gelang es der Obstfirma aus Cupertino, dem Computer ein freundliches Gesicht zu geben, in Referenz an den Original-Macintosh begrüßte der iMac mit einem sanft lächelndem „Hello again“ die Welt. Das, wie es Apple nannte „transluzente“ Plastik fand rasch seine Nachahmer, phantasielose beige Kisten gehören nun der Vergangenheit an. Im Rückblick war für Apple selbst der Farbrausch der iMac-Jahre aber nur eine Phase, schon 2002 löste nüchternes weiß das bunte Gehäuse ab und auch heute ist der iMac in allen Farben zu bekommen, solange es Aluminium und Glas mit schwarzem Rahmen ist. Entscheidender ist ja, was auf dem Bildschirm passiert.

Mac-OS X brauchte nach dem 6. Mai 1998 noch eine ganze Weile, um auf dem Mac im Allgemeinen und den iMac im Speziellen anzukommen. Erst fast zweieinhalb Jahre nach der WWDC von 1998 kam eine Public Beta heraus, auf die mittlerweile zwölf Versionen von Cheetah bis El Capitan folgen sollten. Für den 13. Juni erwarten wir das nächste Update , das diesmal bedeutende Neuerungen für das gesamte Ökosystem Apples bringen könnte. Damit es auch die nächsten 18 Jahre hält.

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