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iMacs vor Abverkauf

27.06.2000 | 00:00 Uhr |

Der Versandhändler Sendamac bietet die Modellreihe iMac DV 400 in den Farben Blueberry, Strawberry, Lime, Tangerine und Grape jetzt für 2499 Mark inklusive Mehrwertsteuer an. Das teilte das Unternehmen heute mit.

Damit bekommt man den Mittelklasse-iMac bei Sendamac um 500 Mark günstiger als beispielsweise im deutschen Applestore.

Gleiches gilt für den iMac DV Special Edition, er kostet bei Sendamac 2999 Mark, während das Gerät bei Bestellung im Applestore mit 3499 Mark zu Buche schlägt.

Sendamac ist nicht der einzige Anbieter, der momentan iMacs zum Sonderpreis unters Volk zu bringen versucht. So preist zum Beispiel die Elektronikfachhandelskette Media Markt in ihrem aktuellen Verkaufsflyer unter der Rubrik "PCs" den iMac DV 400 ebenfalls für 2499 Mark an, mit dem Vermerk, dass es sich bei dem Angebot um einen Restposten handelt (was aber auch darauf hindeuten könnte, dass Media Markt Macs wieder ganz aus dem Sortiment entfernt; dem gehen wir noch nach).

Die Preissenkung dürfte ein Indiz dafür sein, dass die iMacs jetzt abverkauft werden, bevor Nachfolgemodelle kommen. Zu erwarten ist daher, dass andere Händler in den nächsten Wochen die Preise für die iMacs ebenfalls reduzieren werden.

Denn ab 19. Juli stehen sehr wahrscheinlich neue iMac-Modelle ins Haus. Und da müssen die Lager von der Altware geräumt sein.

An diesem Tag hält Apple-Chef Steve Jobs die Eröffnungsrede zum Sommer-Highlight der weltweiten Mac-Szene, der Macworld Expo in New York. Der Große Meister wird sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, dort neue Rechner zu präsentieren, und alles deutet darauf hin, dass es neue iMacs sein werden.

Es wäre die erste wirklich neue Hardware in diesem Jahr. Denn weder auf derMacworld Expo in San Francisco gab es neue Rechner zu bestaunen, noch auf der Macworld Expo in Tokio im Februar. Dort stellte Jobs lediglich schnellere Versionen der G4 Power Macs und eine Special-Edition-Variante des iBook vor.

Die jetzigen iMacs präsentierte Jobs bereits vor mehr als achteinhalb Monaten am 5.Oktober 1999 auf einer Veranstaltung im kalifornischen San Jose der Weltöffentlichkeit. Die iMacs sind damit die Opas in Apples Programm.

Dafür dass Apple die sinnvolle Halbjahresfrist zur Auffrischung der Produktlinie inzwischen schon um das Anderthalbfache überschritten hat, gibt es vermutlich einen guten Grund: Steve Jobs plant für die Macworld Expo in New York einen Riesenwurf. Der neue iMac wird vielleicht der erste Rechner sein, auf dem Heimanwender ihre eigenen DVDs produzieren können.

Für einen iMac mit eingebautem DVD-Schreiber spricht zum einen, dass endlich die nötige Hardware zur Verfügung steht. Die Macworld Expo fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, da Hitachi, Toshiba und Panasonic ihre DVD-RAM-Laufwerke und -Medien massenhaft anbieten. Zwar wird es zunächst kaum Abspielgeräte für die selbst erstellten DVDs geben, doch in absehbarer Zeit soll sich DVD-RAM zum Standard mausern.

Zum anderen hat Apple die Software, die es für einfaches DVD-Authoring ö la iMovie braucht: Im April ließ Steve Jobs kurzerhand die virtuosen Entwickler von Astarte mitsamt ihren Technologien nach Kalifornien umquartieren. Seitdem dürften sie dort an einer abgespeckten Version des Astarte-Produkts DV Delight programmieren, Arbeitstitel: iDVD.

Das gewichtigste Argument: Der iMac lebt nicht von Taktraten; seinen Erfolg machten bis dato exklusive Merkmale wie der einfache Internet- Zugang und iMovie aus. Nachdem die Konkurrenz hier gleichgezogen hat und außerdem die Verkaufszahlen seit dem Frühjahr stagnieren, braucht der iMac einen neuen Trumpf: DVD-Authoring on board. Da ist es fast schon nebensächlich, ob der Rechner künftig einen 17-Zoll-Monitor eingebaut haben wird oder nicht.

Andreas Borchert/Lars Felber

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