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Google arbeitet an eigener iMessage-Version

14.06.2011 | 10:02 Uhr |

Wie Apples angekündigter Dienst unter iOS will auch Google seine neue Entwicklung auf die eigene mobile Plattform Android beschränken.

iMessage iOS5
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© Apple

Laut einem Bericht von Wall Street Journal arbeitet Google mit Hochdruck an einer eigenen Version von Apples angekündigtem iMessage -Dienst. Noch gibt es keine Einzelheiten, wie der Dienst im Detail funktionieren wird, aber höchstwahrscheinlich basiert er auf Googles mobilen Betriebssystem Android und setzt den bereits verfügbaren Dienst Google Talk ein. Google hat erst kürzlich in Android eine mit Apples Facetime vergleichbare Video-Chat-Option eingebaut und der neue Dienst könnte darauf aufsetzen.

Apple hat seinen iMessage -Dienst in der letzten Woche auf der WWDC 2011 angekündigt und will die neue Technologie mit dem iOS-Update auf Version 5 im Herbst einführen. Damit können dann iPad und iPhone -Besitzer kostenlose Direktnachrichten mit Bildern und Videos austauschen, und im Gegensatz zu herkömmlichen SMS auch Empfangsbestätigungen erhalten.

Für Blackberry-Besitzer ist das nichts Neues: Der Blackberry Messenger -Dienst bietet ähnliche Funktionalitäten bereits seit Jahren, aber der Smartphone-Marktanteil von RIM ist derzeit im Sinkflug.

Onno Bakker, ein Mitbegründer der Firma hinter der beliebten Instant-Messenger-Software E-Buddy , erwartet, dass Nachrichten-Dienste eine zunehmende Rolle auf Smartphones spielen werden, obwohl die Technologie dahinter noch aus dem letzten Jahrhundert stammt. "Im Gegensatz zum Computer ist das Smartphone jederzeit verfügbar und eingeschaltet und erreicht jeden Anwender unmittelbar. [..] Damit ist der Dienst auch für die Smartphones der nächsten Generation noch aktuell", erwartet Bakker.

Als Nachteil in den Entwicklungen von Apple und Google sieht Bakker die Beschränkung auf die jeweils eigene Plattform. Bakkers App E-Buddy hingegen unterstützt plattformübergreifend den Nachrichtenaustausch zwischen Android und iOS und soll demnächst auch weitere Betriebssysteme unterstützen.

Ted Livingstone, CEO von der Instant-Messenger-Software Kik unter Android und iOS stimmt Bakker zu, dass herkömmliche SMS so schnell nicht aussterben werden, da fast jeder Anwender mit wenigstens einer Person Kontakte pflegt, die nicht über ein Smartphone verfügt. Als weitere Hemmschwelle, dass reine Daten-Verträge die kombinierten Call-und-Surf-Handytarife ablösen, sieht Livingstone die Qualität und Leistung, die das Handynetz bieten kann. Als Beispiel fügt er hinzu, wie schnell kostenlose Texting-Apps aussterben, wenn die Übertragung nicht zuverlässig garantiert werden kann und die Benutzer frustriert aufgeben und wieder auf MMS oder SMS umsteigen.

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