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iOS-Update soll unerlaubte Adress-Abfragen verhindern

16.02.2012 | 12:53 Uhr |

Letzte Woche hat ein Entwickler herausgefunden, dass die App für Soziale Netzwerke Path die Dateien aus dem iPhone-Adressbuch des Nutzers ungefragt auf eigene Server kopiert.

Seitdem die Nachricht zur Adressbuchspeicherung von Path publik geworden ist, hat sich die Liste mit Datensammel-Apps verlängert. Dazu gehören auch Hipster und Foursquare. Die Path-Entwickler haben ziemlich schnell reagiert und sich am gleichen Tag in eigenem Firmen-Blog entschuldigt. Am Tag darauf kam das Update, die App fragt mittlerweile nach, ob der Nutzer eigene Adressdaten freigeben will.

Apple betont in den Entwickler-Richtlinien explizit, dass die externen Apps die persönlichen Daten nur mit Nutzer-Erlaubnis speichern können (Punkt 17.1 der Entwickler-Richtlinien). Inzwischen ist aber im iTunes Store über eine halbe Million Apps verfügbar. Sie alle manuell auf Entsprechung der ganzen Richtlinien zu prüfen, scheint nicht möglich zu sein. Apple hat in iOS 5 einige Schranken zur Datenübermittlung eingebaut. So sperrt das System die Ortungsdaten der Nutzer. Will eine App diese Daten für ihre Dienste verwenden, muss der Nutzer seine explizite Erlaubnis geben. Damit kann der Anwender entscheiden, welche Apps auf dem iPhone den Zugriff zu seinen Ortungsdaten haben.

Gestern haben unsere Kollegen von Macworld eine Apple-Pressesprecherin kontaktiert. In einer Mail kam die Antwort: "Die Apps, die unerlaubt Kontaktdaten sammeln und übermitteln, verstoßen gegen unsere Entwickler-Richtlinien. Wir arbeiten an der ähnlichen Lösung wie die für Ortungsdaten. Mit dem nächsten iOS-Update muss der Nutzer bei jeder Kontaktdaten-Abfrage seine Erlaubnis erteilen."

Nun scheint das Problem zur Datenspeicherung auch die US-Senatoren zu interessieren. Gestern haben zwei Kongressmänner Henry A. Waxman aus Kalifornien und G. K. Butterfield aus North Carolina einen Brief an Tim Cook veröffentlicht. Darin stellen die Abgeordneten Fragen zu dem Prüfungsprozess im App Store, zu den Datenschutzoptionen bei Dritthersteller-Apps. Es wird um eine verbindliche Antwort gebeten, die bis 29. Februar erfolgen muss.

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