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WWDC 2011: iCloud kostenlos, iOS 5 kappt Kabel, Mac-OS X Lion nur im Mac App Store

06.06.2011 | 12:26 Uhr |

Die Agenda war knapp gehalten: iOS 5, Lion und iCloud hatte Apple für die WWDC-Eröffnung angekündigt. In den reichhaltigen Details steckte aber so mache Überraschung: iCloud kostet nichts, iOS 5 lässt iPad und iPhone auch Rechner existieren und Lion kommt nur über den Mac App Store.

WWDC 2011
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© Apple

Apple hat seine Entwicklerkonferenz WWDC mit einer fast zweistündigen Keynote im Moscone Center eröffnet, bei der zur Unterstützung des Apple-CEO vor allen Dingen Scott Forstall und Phil Schiller in Erscheinung traten. iOS 5, Lion und iCloud lauten die Themen des Abends, wiederholte Apple-CEO Steve Jobs schon zu Beginn der Veranstaltung. Neue Hardware würde es also keine geben, doch das Programm hielt so manche Überraschung bereit. So kommt der iTunes-Nachfolger iCloud kostenlos - sieht man von dem Service iTunes Match ab, der für 25 US-Dollar im Jahr selbst gerippte Songs rechtlich gleichwertig mit im iTunes Store gekauften macht. iOS 5 wird "PC Free", wie Apple das nennt: Da immer mehr Kunden den Wunsch haben, iPad oder iPhone als einzigen Computer zu nutzen, entfällt die Notwendigkeit der Synchronisation mit iTunes - das iOS-Gerät lässt sich ohne Zentralinstanz einrichten, aktivieren und aktualisieren. Das nächste Mac-OS X schließlich verzichtet auf einen Datenträger und kommt nur über den Mac App Store - die satten 4GB, für die ein Landmann lange laden muss, kosten dafür aber nur 30 US-Dollar. Aber der Reihe nach…

Zehn Kern-Features für Mac-OS X Lion

Über 54 Millionen Menschen haben weltweit einen Rechner mit Mac-OS X in Betrieb, es werden stetig mehr. Mit Mac-OS X 10.7 Lion hofft Apple auf eine weiter größer werdende User-Basis. Bereits seit Oktober 2010 sind einige der Neuerungen des Mac-Betriebssystems bekannt, etwa die von iOS übernommenen Multitouch-Gesten, der Vollbildmodus für Programme und Mission Control, das als zentraler Zugang zu allen Programmen, Fenstern und Dokumenten dienen soll. Neu gewöhnen müssen sich Mac-Anwender auch an ein Scrolling, das Lion von iOS abgeschaut hat: Scrollbalken erscheinen nur noch, wenn sie benötigt werden, die Inhalte des Fensters laufen träge nach.

Apps kommen schon seit Januar optional über den Mac App Store auf den Mac, in Lion ist der digitale Vertriebskanal eine der wesentlichen Neuerungen. Schon jetzt ist der Mac App Store laut Apple die Hauptbezugsquelle für Mac-Software und steht in den USA vor den Distributoren Best Buy, Walmart und Office Depot. Der Mac App Store bekommt mit Lion nun auch die Möglichkeit des In-App-Kaufes. Mit dem Mac App Store schaufele man weiter Erde auf den Sarg der Boxed Software, erklärt Apples Vice President for World Wide Marketing Phil Schiller. Apple selbst nutzt seinen digitalen Vertrieb konsequent, so kann Lion statt 49 oder 79 US-Dollar gerade einmal 29,99 US-Dollar kosten.

iOS Vorbild für Lion

Seine Programme kann man zwar nach wie vor über den Finder oder das Dock aufrufen, doch Lion bietet mit Launchpad einen ähnlich intuitiven Zugang wie es auf iOS-Geräten der Fall ist. Und ebenso vom iOS "zurück auf den Mac" ist "Resume" gekommen: Schließt man ein Programm oder schaltet den Mac ab, beginnt die Software beim nächsten Start genau dort weiter zu arbeiten, wo man sie zuletzt verlassen hatte. Zusammen mit Auto Save - dem automatischen Speichern während der Arbeit - kann Lion nun eine Versionierung anbieten - der Nutzer kann bequem zu früheren Fassung seines Dokuments zurückkehren. Diese Versionierung ist in einem Ausklappfenster des Dokumentes integriert, über das man zur zuletzt geöffneten Fassung kommt, oder durch frühere Versionen sich hangelt oder eine finale Fassung vor dem Überschreiben sichert oder ein Duplikat anlegt.

Air Drop nennt Apple eine Lion-Funktion, die eine Art Fortsetzung des "Turnschuhnetzes" ist: Man läuft etwa mit seinem Macbook in der Hand zum Arbeitsplatz des Kollegen und kann so einfach drahtlos Dateien austauschen, in dem man sie per Air Drop auf den anderen Rechner ablegt. Eine Konfiguration sei nicht nötig, die Macs würden sich automatisch erkennen, verspricht Phil Schiller.

Wieder einmal überarbeitet hat Apple sein E-Mail-Programm Mail für Mac-OS X Lion. Die Suche in Mail sei nun wesentlich effektiver, das Programm macht Suchvorschläge und das Programm erkennt, ob es sich dabei um eine Person oder eine Sache handelt. Aus Suchanfragen lassen sich nun auch Regeln und Filter definieren. Die Inspiration von iOS ist vor allen Dingen in der Optik zu erkennen: Auf dem Macbook dürfte sich Mail kaum noch von der iPad-Version in Queransicht unterscheiden. Komplette Konversationen lassen sich nun besser zusammenfassen und der Reply-Text für besseren Lesefluss nur noch auf Wunsch einblenden. Alle einzelnen Mails einer Unterhaltung kann man nun mit einem Klick verschieben oder löschen und muss sie nicht mehr mühselig zusammensuchen.

Lion wird laut Apple ab Juli ausschließlich im Mac App Store erhältlich sein, der Download ist 4 GB groß und kostet nur 30 US-Dollar. Mehr zu Mac-OS X Lion lesen Sie in Kürze auf macwelt.de

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