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iOS 8 fälscht MAC-Adressen für mehr Datenschutz

10.06.2014 | 16:18 Uhr |

Dass Apple in der Keynote der WWDC nur auf die Highlights des kommenden iOS 8 hinweisen konnte, wird immer mehr klar, nach und nach finden Entwickler weitere Perlen - wie den neuen Schutz der Privatsphäre.

iOS 8 wird die MAC-Adresse des iOS-Geräts verschleiern, wenn Sie unterwegs WLAN-Hotspots passieren. Jedes Netzwerkfähige Gerät verfügt über eine eindeutige Hardwareadresse (MAC Adresse), die zwar keinen Rückschluss auf den Benutzer oder seine Daten bietet, aber anhand einem Unternehmen und zugehörigen Gerätekategorien zugewiesenen Adressräumen Rückschluss auf das Device - etwa ein iPhone - zulässt.

In der Session "User Privacy in iOS and OS X" der WWDC wurde das neue Verhalten von iOS-Geräten unter iOS 8 kurz skizziert. Während das iOS-Gerät bisher bei der Suche nach WLAN-Hotspots im Umkreis bislang kleine Datenpakete mit der "echten" MAC-Adresse aussendete, generiert iOS 8 zufällige MAC-Adressen für die Aktion. (Anmerkung: Erst bei der Verbindungsaufnahme durch den Benutzer wird die "echte" MAC-Adresse preis gegeben).

Ab iOS 8 verwenden iOS-Geräte bei der Suche nach umliegenden WLAN-Netzen zufällig erzeugte MAC-Adressen.
Vergrößern Ab iOS 8 verwenden iOS-Geräte bei der Suche nach umliegenden WLAN-Netzen zufällig erzeugte MAC-Adressen.
© Apple

Apple ist dieses Feature wichtig, obwohl Ihre Benutzerdaten auch bislang über die MAC-Adresse nicht preisgegeben wurden. Der Grund ist einfach: Unternehmen wie Euclidanalytics werten nach einem Bericht der New York Times zumindest in den USA für große Kaufhäuser und andere Firmen diese "aufgeschnappten" MAC-Listen aus. Bislang lässt sich damit zumindest feststellen, welche Benutzergruppen welche Wege in einem Einkaufszentrum nehmen nehmen - wertvolle Marketingdaten. So lässt sich der Erfolg von Werbemaßnahmen besser messen, optimale Verkaufsflächen ermitteln und anhand der Daten sogar eine Nutzerstruktur erstellen, zumindest zu den eingesetzten Smartphones und Tablets.

Apple kann dem Treiben einen Riegel vorschieben, man hat mit iBeacons eine viel bessere Alternative im Angebot. Hier muss der Nutzer aktiv einwilligen, indem er die App des Anbieters lädt und nutzt - und damit auch seine Wege in Stores preisgibt. Er willigt hier aktiv ein. Die Datensammlung via MAC-Adresse hingegen muss er nicht aktiv verbieten, Apple schiebt ab iOS 8 einen Riegel vor.

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