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Lieber geschlossen als gefährlich: Warum iOS das bessere System ist

22.12.2011 | 12:00 Uhr |

Android ist das bessere Betriebssystem für Smartphones und Tablets, meinen unsere Kollegen der PC-Welt. Das Gegenteil ist richtig: Androids vermeintliche Freiheiten führen zu Unbill, die man schon überwunden glaubte.

Samsung, das sich einerseits unerbittlich mit Apple vor Gericht streitet und andererseits hervorragende Geschäfte mit dem Verkauf von Komponenten und Speicher für iPhone und iPad macht, will Apple-Fans mit Witz locken ("I can’t buy this, I’m creative!" - "Dude, you’re a barista"). Aussage des Spots, der vor Apple Store wartende Fans karikiert: Apple ist für Nerds, die sich gerne in einen goldenen Käfig sperren lassen, während die wahren Technikversteher lieber zu einem besseren Handy mit mehr Features und mehr Freiheiten greifen. Der Apple-Kunde staunt über die Werbung und ist weder verärgert, noch amüsiert, sondern nur erstaunt: Was soll bitte an einem Samsung Galaxy besser sein? Und warum dürfen Barkeeper nicht kreativ sein, in ihrem Beruf oder nebenher?

Samsung hat anscheinend nicht verstanden, dass es den Apple-Fanboy aus dem Klischee, der sich kritiklos alles kauft, was einen angebissenen Apfel appliziert hat, längst nicht mehr gibt - und so auch nie gegeben hat. Wer sich ein Produkt von Apple kauft, hat sich bewusst für die Vorteile der Hardware, der Software und vor allem der Apple-Infrastruktur entschieden. Die Frage lautet an sich auch nicht, ob das Galaxy S II jetzt das bessere Smartphone ist, weil es den größeren Bildschirm hat, oder ob das iPhone 4S mit seinem Retinadisplay das bessere visuelle Erlebnis bietet. Auch die Frage ob Mac oder PC beantworten längst nicht mehr Daten wie Prozessortakt und RAM-Ausstattung, die Software entscheidet.

iOS und Android verfolgen grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze, wie es auch bei OS X und Windows der Fall ist. Auf der einen Seite steht Apple als geschlossenes System, in dem ein Hersteller die vollständige Kontrolle über Hardware, Software, Services und damit die Erfahrung der Nutzer behält; auf der anderen Seite stehen Betriebssysteme, die dutzende von Hardwareherstellern für ihre Geräte lizenzieren und nach ihrem Geschmack verändern. Was dabei herauskommt, liegt auf der Hand: Das Apple-Universum aus Hardware ( iPhone , iPad ), Betriebssystem ( iOS ), Software (500.000 Apps im App Store) und Services ( iCloud ) beschert ein nahtloses Nutzererlebnis, während man schon allein nicht von dem einen Android sprechen kann, sondern praktisch jeder Hersteller mit einer eigenen Fassung, die auch noch aus unterschiedlichen Rohversionen hervorgingen, arbeitet. Die Freiheit, bei anderen Anbietern als dem Hersteller der Hardware Apps einkaufen zu können hat ihre Grenzen: Software, die man aus der einen Bezugsquelle installiert hat, muss nicht mit der nächsten Betriebssystemversion auf dem neuen Smartphone zusammenarbeiten - das ist bei Apple anders. Software, deren Hersteller Wunderdinge versprechen, funktioniert auf dem Android-Smartphone nicht immer wie erwartet. Das ist auch bei Apple nicht viel anders, selbst im App Store findet sich Schrottsoftware oder ab und an eine betrügerische App . Doch ist nach der umfangreichen Prüfung durch Apple die Wahrscheinlichkeit geringer, Müll auf das Smartphone zu laden oder gar gefährliche Software. Denn nicht zuletzt haben mehrere unabhängige Studien erwiesen, dass für Android wesentlich mehr Malware in der freien Wildbahn unterwegs und das Google-Betriebssystem für diese Bedrohungen anfälliger ist . In der Sicherheit zeigt sich der größte Vorteil des geschlossenen Systems iOS, langjährige Mac-Anwender, die schon zur Jahrtausendwende über Phänomene wie den "I love you"-Wurm lachen konnten, während sich Windows-Anwender mit ihren Virenscannern plagten, kommt die Situation bekannt vor. Dass Software mit hohem Sicherheitsrisiko und inakzeptablen Anforderungen nichts auf Smartphones zu suchen hat, hat vor wenigen Wochen selbst der Flash-Hersteller Adobe verstanden und die Entwicklungen des Flash Players für Mobilgeräte eingestellt .

Kritiker sagen, das sei alles schön und gut, aber Apple beschneide Freiheiten und bestimme letztlich, was die Nutzer sehen, hören und lesen dürfen. Vielleicht geht Apple bei seinen Überprüfungen ein wenig zu strikt vor, doch können wir auf Boulevardzeitungs-Apps verzichten, deren Seite-Drei-Mädchen Apple unter Pornografieverdacht stellt. Freiheit hat ihre Grenzen, wie von Viren terrorisierte Android- und Windows-Nutzer fest stellen, doch räumen wir ein, dass auch die Begrenzung der Freiheit ihre Grenzen haben muss. So klagen Verleger klagen nicht zu Unrecht über die für sie nachteiligen Bedingungen des Apple-Stores - mehr Wettbewerb könnte nicht schaden. Verleger verärgert aber nicht Apples 30-Prozent-Anteil, denn Vertriebskosten in der analogen Welt sind höher. In Sachen Kundendaten verhält sich Apple zum Verdruss der meisten Anbieter von Zeitungen und Zeitschriften aber korrekt: Wer im App Store ein Zeitungsabo abschließt hinterlässt seine Daten bei Apple - und Apple darf diese Daten nicht ohne Weiteres weitergeben.

Wer sich dem Apple-Universum ausliefert, begibt sich in einen goldenen Käfig, monieren Kritiker. Das Gegenteil ist richtig. Wer sich für Apples Angebote entscheidet, trifft eine bewusste Entscheidung für die derzeit beste Infrastruktur aus Hardware, Software und Diensten. Niemand ist dazu gezwungen, wie Steve Jobs in unnachahmlicher Offenheit sagte: " If you want porn, buy an Android ." Anders als frühere Quasimonopolisten ist Apple sich bewusst, dass man Kunden nur hält und hinzugewinnt, wenn man durch Innovationen überzeugt. Daran würde nicht einmal ein wirklich witziger Werbespot von Samsung etwas ändern.

Überzeugen Sie unsere Kollegen der PC-Welt von der Überlegenheit von iOS gegenüber Android und diskutieren Sie mit!

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