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Gemischte Reaktionen auf RIMs Playbook

16.04.2011 | 14:55 Uhr |

Am vergangenen Donnerstag hat der kanadische Blackberry-Hersteller RIM das lang angekündigte Tablet Playbook vorgestellt, das am 19. April in den Handel kommen soll

Die Reaktionen von Marktexperten auf die neue iPad-Konkurrenz war eher zurückhaltend: "Das Playbook ist ein Rennauto, dem ein Rad fehlt," bewertete etwa Sarah Rotman Epps von Forrester Research das Gerät. In der Tat hat das Playbook wesentliche Mängel, die man sich kaum erklären kann. So fehlt dem 7-Zoll-Tablet etwa ein eigenes E-Mail-Programm. Wer mit dem Playbook per E-Mail kommunizieren will, muss sich entweder per Wi-Fi an das Internet anschließen und eine Webmail-Anwendung wie Googlemail nutzen oder das Playbook per Bluetooth über eine Bridge genannte Schnittstelle mit einem Blackberry-Smartphone koppeln, um alle darauf installierten Programme zu nutzen. Dem Playbook fehlen auch ein eigener Kalender, ein Adressbuch und eine Chat-Applikation. In Varianten mit 16 GB, 32 GB und 64 GB Speicher kostet das Tablet 500, 600 und 700 US-Dollar.

RIM-CEO Mike Lazaridis lobte bei der Playbook-Premiere den Formfaktor des Tablets über den Schellenkönig: "Es ist so leicht, dass ich es in meine Tasche stecken kann. Es hat für mich die richtige Größe". Apple hatte der 7-Zoll-Größe bisher stets mit der Begründung eine Absage erteilt, dass für das iPad konzipierte Apps auf einem solchen Gerät nur schlecht zu nutzen wären. Für das Playbook stehen zum Start auch nur 3.000 Apps zur Verfügung, im App Store stehen 65.000 iPad-Apps zur Verfügung.

Rotman Epps sieht trotz der bestehenden Mängel großes Potential im Playbook. Die Plattform sei wie das Gerät "sehr mächtig" und das Angebot eine gute Basis für die Zukunft von RIM , doch fehle ihm eben Schlüsselelemente für den Endverbraucher. Immerhin unterstütze das Playbook im Gegensatz zum iPad Adobes Flash, was nicht unerheblich sei. Laut Daten von Forrester Research würden 23 Prozent der Tablet-Käufer ihre Entscheidung anhand des Softwareangebotes treffen, immerhin 19 Prozent betrachten aber Flash als entscheidendes Kriterium.

Keineswegs ohne Chancen sieht auch der Canalys-Analyst Bart van der Horst das Playbook, es müsse schließlich nicht gegen das iPad antreten, um erfolgreich zu sein. Der Tablet-Markt werde insgesamt so stark wachsen, dass zahlreiche Anbieter ihre Nischen finden könnten: "Apple ist natürlich ein bedeutender Faktor im Markt, doch machen auch Samsung, Microsoft und eben RIM ein gutes Business."

CIOs warten erst einmal ab, insbesondere im Unternehmensumfeld werden dem Playbook gute Chancen eingeräumt. So stört etwa den CIO von Webcor Builder Gregg Davis die Notwendigkeit, das Playbook mit dem Blackberry zu koppeln, um E-Mails zu bearbeiten. Mehr als die Hälfte der von seiner Firma bereitgestellten Handys seien jedoch Blackberrys.

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