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Kommt das iPad Mini? Der Gerüchte-Check

31.07.2012 | 13:45 Uhr |

Die Gerüchte um ein kleineres iPad zum günstigeren Preis erhalten immer neue Nahrung. Wir stellen zusammen, was nach aktuellem Stand für oder gegen ein Mini-iPad spricht

„Der Grund, warum wir kein iPad mit sieben Zoll-Display machen würden, ist nicht der, dass wir einen bestimmten Preis nicht unterschreiten wollen. Es liegt daran, dass wir nicht glauben, dass man mit sieben Zoll ein gutes Tablet bauen kann.“ Steve Jobs, Oktober 2010.

Sowohl der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg als auch das im Allgemeinen gut informierte WallStreet Journal (WSJ) berichten Anfang Juli, dass Apple im Spätsommer 2012 ein iPad mit 7,85-Zoll-Bildschirm und einer Auflösung von 1024 mal 768 Pixel auf den Markt bringen soll. Aktuell liegt der bereits mehrfach genannte mögliche Termin auf dem 12. September . Hier könnte aber auch "lediglich" iPhone und iPod-Serie neu vorgestellt werden. Uns überzeugt die Idee von einem Mini-iPad allerdings derzeit nur wenig.

Was spricht dafür?

Was spricht dagegen?

Leichteres, noch mobileres iPad

Die Displayfläche ist nur etwa halb so groß, weniger Nutzbarkeit

iPad-Apps könnten unangepasst laufen

Die Oberfläche wäre dann deutlich verkleinert dargestellt, kein Retina

Günstiges Einstiegsmodell, das Amazon Marktanteile raubt

Apple verdient hier wenig, Mini-Tablets sind eine Nische.

Apple schließt eine Lücke im Produktsortiment

Kannibalisierung von iPhone/iPad.

Immer wieder neue Gerüchte

Noch wenig Konkretes

Warum sieben Zoll?

Apple hatte das iPad seinerzeit als Lückenschluss zwischen Smartphone und Notebook betrachtet, in der Tat hat sich das iPad als der perfekte Zweitrechner etabliert, auf dem meist konsumiert und nur selten produziert wird. Es hat sich aber eine neue Lücke aufgetan, die zwischen Smartphone und Tablet. Während es die einen mit überdimensionierten Smartphones versuchen, die kaum noch in die Anzugtasche passen, schrumpfen die anderen das Tablet auf sieben Zoll zurecht. Der Formfaktor hat seine Reize.

Amazon hat mit dem günstigen Kindle Fire den Markt der Billigtablets erobert.
Vergrößern Amazon hat mit dem günstigen Kindle Fire den Markt der Billigtablets erobert.
© Amazon

Bereits seit 2010 kursieren immer wieder Gerüchte, dass Apple zusätzlich ein kleineres iPad mit etwa sieben Zoll Bildschirmgröße plane. Diese Größe ist besonders bei älteren Android-Tablets verbreitet, da es nach dem iPad-Start kaum Bildschirme mit zehn Zoll Größe auf dem Markt der Zulieferer gab - Apple kaufte diesen Markt sprichwörtlich leer. Zudem hatte Android damals noch keine echte Tablet-Oberfläche und so bot sich eine kleinere Größe als Kompromiss gleich doppelt an. Besonders Noname-Hersteller setzten bislang auf diese Größe. Jetzt ist dieser Markt allerdings in Bewegung gekommen.

Amazon ist mit dem 7 Zoll großen Kindle Fire in den USA durchaus erfolgreich und hatte damit im Weihnachtsquartal 2011 zwischenzeitlich einen geschätzten Tablet-Marktanteil von bis zu 16 Prozent. Obwohl nur in den USA erhältlich, gilt das Kindle Fire als meistverkauftes Android-Tablet weltweit. Grund ist der Preis: Amazon fordert lediglich 200 Dollar für ein Kindle Fire mit Wi-Fi. Auch Google drängt auf diesen Billigmarkt und bringt mit dem Nexus 7 ein vergleichsweise hochwertiges Tablet dieser Größe für ebenfalls 200 Dollar.

Apple will den Android-Tablets den Markt womöglich doch nicht kampflos überlassen. Steve Jobs hatte 7-Zoll-Tablets stets abgelehnt, sie seien ein im Markt chancenloses „Zwischending“ aus Smartphone und Tablet. Der Erfolg des von Amazon kräftig subventionierten Kindle Fire könnte seinen Nachfolger Tim Cook jedoch zum Umdenken gebracht haben.

Google drückt mit einem günstigen, aber ordentlich verarbeiteten Mini-Tablet in den Markt
Vergrößern Google drückt mit einem günstigen, aber ordentlich verarbeiteten Mini-Tablet in den Markt

Aus diesem Grund gehen viele davon aus, dass auch Apple in diesem Bereich mitspielen will und auch bei diesen Einstiegs-Tablets Marktanteile sichern möchte oder diese zumindest nicht den Giganten Amazon und Google überlassen will. Doch es bleibt die grundsätzliche Frage:

Was könnte Apple planen?

Ein kleineres, leichteres Gerät lässt sich besser längere Zeit in der Hand halten. Denn trotz aller Beteuerungen bei der Premiere des iPad vor zweieinhalb Jahren hat sich das Apple-Tablet nicht als erste Wahl für Ebooks erwiesen. Apples im Januar gestartete Offensive in Sachen Schulbücher würde ein Siebenzoll-iPad unterstützen: Je leichter und günstiger ein Gerät, desto eher findet es den Weg in den Schulranzen.

Die von Bloomberg und dem WSJ ins Spiel gebrachten 8 Gigabyte Speicher wären für den angedachten Zweck als Lesegerät für unterwegs, in Schule und Universität vollkommen ausreichend. Wer auf seinem iPad Mini zu Hause Musik und Videos genießen will, kann diese (nach Apples Willen) aus seiner iCloud-Mediathek beziehen.
 
Vielleicht will Apple aber auch einfach nur die Konkurrenz ärgern und denen das in den USA gerade erst anlaufende Geschäft mit günstigen Android-Tablets hineinfunken. Ein Preiskampf zwischen Apple, Google und Amazon würde diese Sparte schnell unattraktiv für alle anderen Hersteller machen, die schon jetzt sorgenvoll auf die Preisbrecher Kindle Fire und Nexus 7 schauen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die technischen Hürden und eine potentielle Zielgruppe

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