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Analysten: iPad Mini wird mit BYOD zum Hit

25.10.2012 | 09:30 Uhr |

Die Frage, die Apple am Dienstag Abend auch nicht beantworten konnte, diskutieren nun Analysten: Wer kauft das kleine Gerät zu welchem Zweck? Vor allem beim Einsatz im Arbeitsalltag konnte es die Analysten überzeugen.

Während Tim Cook und Phil Schiller in San Jose vor allem betonten, der Mini sei "jeden Zoll ein iPad" und keineswegs ein zu groß geratener iPod Touch, könnte der kleine ipad seine Stärke vor allem als Lesegerät ausspielen. Denn auch das war den Präsentatoren mehr als nur eine Erwähnung wert: Der iPad Mini lässt sich in einer Hand halten, mit einer neuen Version von iBooks Author bekommen Verleger mehr Freiheiten bei der Erstellung von E-Books. 

Doch auch im Business-Bereich werde sich das iPad Mini durchsetzen, prognostizieren einige Analysten. Vor allem der günstige Preis bringe in Firmen, in denen das Schlagwort BYOD ( Bring your own Device ) gelebt wird, das iPad Mini als Begleitgerät voran. Das kleinere und leichtere iPad eröffne vollkommen neue Nutzen im Businessumfeld, meint etwa der Forrester-Analyst Frank Gillet, der vor allem Frauen sich für das Gerät begeistern sieht. Schon das Amazon Kindle Fire und das Galaxy Nexus hätten sich bei Frauen großer Beliebheit erfreut, da sie sich leicht in der Handtasche verstauen ließen. Sein Kollege Jack Gold rechnet mit hoher Attraktivität des iPad Mini unter Angestellten: "Viele Angestellte werden die geringere Größe bevorzugen und Firmen den kleineren Formfaktor schätzen." Zudem wäre von Vorteil, dass Apps gleichermaßen auf dem großen wie auf dem kleinen iPad laufen würden. Die daraus folgende Wahlmöglichkeit käme gut beim Kunden an. Dank des iPad habe Apple in Firmen zudem einen Vorsprung, den Amazon und Google mit ihren (7-Zoll-)Tablets nicht mehr einholen könnten.

Apple hat nach Aussage von Tim Cook in den vergangenen zweieinhalb Jahren 100 Millionen iPads verkauft, 90 Prozent aller von Tablets aufgerufenen Webseiten wären von Apples Produkten angefordert worden. "Apple hat den Tablet-Markt bisher dominiert," stellt Julien Blin von Infonetics fest. Der Wettbewerb werde für die Konkurrenz noch härter, da die meisten Kaufinteressierten kein Problem hätten, einen Aufpreis von 130 US-Dollar zu zahlen, um ein iPad Mini zu bekommen.

Carolina Milanesi von Gartner sieht das iPad Mini als ideales Begleitgerät für Macbook Pro oder Macbook Air. Sogar Angestellte, die von ihrer Firma ein Windows-Tablet bekommen hätten, würden das iPad Mini als eigenes Gerät in das Unternehmen einbringen wollen. Das iPad Mini sei zudem ein weitere Meilenstein beim Übergang vom PC zum Tablet, schwärmt Srinivas Krishnamurti, VMwares "Senior Director of Mobile Solutions". Das iPad Mini werde aufgrund seines niedrigen Preises diesen Wandel beschleunigen helfen.

Das iPad Mini werde auch den 200-Dollar-Tablets schaden, obwohl es deutlich teurer ist, meint der Analyst von J. P. Morgan Mark Moskowitz. Dieser hatte ursprünglich erwartet, Apple würde mit dem iPad Mini bei 250 US-Dollar einsteigen, doch sei nun auch die Ausstattung besser als erwartet. Moskowitz war von 8 GB Speicher ausgegangen. Der Screen von 1024 mal 768 Pixeln und iOS seien aber in der Lage, den kleineren 7-Zoll-Tablets Marktanteile abzujagen, meint Moskowitz und folgt damit im Wesentlichen der Argumentation, die Phil Schiller bei der Vorstellung des iPad Mini angebracht hatte."Apple braucht kein 200-Dollar-Tablet," stimmt der Gartner-Analyst Mike McGuire gegenüber Allthings D zu, "sie hatten niemals Produkte, die sich an die Preise der Konkurrenz richten."

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