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IDC: Trend geht zum konvertiblen Tablet

29.04.2016 | 10:51 Uhr |

Nicht nur werden immer weniger klassische Desktops und Laptops verkauft, auch Tablets verlieren. IDC sieht eine Nische.

IDC hat schlechte Nachrichten für die Hersteller von einfachen Tabletcomputern. Was noch vor ein paar Jahren als Nachfolger klassischer Desktops und vor allem Laptops galt, hat nun seinerseits mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Saisonale Effekte ausgenommen, sinkt seit 2013 der Absatz von Tablets. Im ersten Quartal betrug das Minus insgesamt 14,7 Prozent, nur noch 39,6 Millionen Einheiten gingen über die Ladentische. Das Allzeithoch markierte das vierte Quartal 2013 mit 78,6 Millionen verkauften Tablets. Apple hatte im März-Quartal – dem zweiten seines Geschäftsjahres – 10,6 Millionen iPads verkauft, was einem Minus von 18,8 Prozent entspricht. Im Weihnachtsgeschäft 2013 hatte Apple 26 Millionen iPads verkauft, seither nicht mehr annähernd so viele.

IDC sieht den Markt auch weiter schrumpfen, hält in seiner Analyse aber Hoffnung für Apple bereit. Denn das beinahe schon  als "klassisch" zu bezeichnende Tablet wie iPad Air oder iPad Mini und deren Konkurrenzprodukte würden zwar in den Low-End-Bereich verdrängt, Wachstum werde es aber für sogenannte Convertibles geben. Das sind Tablets, die keinen Hehl daraus machen, auch Notebook sein zu wollen. Nicht nur Microsoft hat mit Surface Pro 4 und Surface Book entsprechende Angebote, auch das iPad Pro mit seiner per Smartconnector anschließbaren Tastatur geht bei IDC als konvertibles Tablet durch. Neue Kunden außerhalb des Convertible-Marktes werden die Hersteller nach Einschätzung der Marktexperten kaum noch erreichen, sondern Bestandskunden nur noch für Upgrades interessieren. Dennoch machen derzeit die traditionellen Tablets noch 87,6 Prozent des Gesamtmarktes aus, meint der IDC-Analyst Jitesh Ubrani.

Surface Pro 4 gegen das iPad Pro: Das ultimative Duell

In den Low-End-Bereich des Tablet-Marktes stoßen indes asiatische Hersteller mit Smartphone-Expertise vor, die vor allem ihre Handys auf Tablet-Maße vergrößern. Bezeichnenderweise zeigt allein Huawei in den Top 5 der Hersteller Wachstum, während alle anderen verlieren.

Smartphonemarkt gesättigt, China schrumpft

Was Apple und vor allem Anlegern in der Bilanz für das zweite Quartal auch nicht gefallen hat, war das deutliche Minus beim iPhone. Doch von Apple im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres ausgewiesene Rückgang bei den iPhone-Verkäufen fügt sich in einen allgemeinen Trend ein, auch andere Hersteller verlieren. Wie Strategy Analytics ausgerechnet hat , schrumpfte der weltweite Absatz von Smartphones im März-Quartal um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr von 345 Millionen auf 334,6 Millionen Stück. Die Hauptgründe dafür seien Sättigungseffekte in einst stark wachsenden Märkten wie in China sowie allgemeine Kaufzurückhaltung aus Sorge um die Wirtschaftslage. Apple hat aber auch gegenüber Vorjahr stark verloren, weil im Geschäftsjahr 2014/2015 das iPhone 6 (Plus) für außerordentliche Zuwächse verantwortlich war. Apples iPhone-Geschäft hatte um 16 Prozent nachgegeben, das Minus fiel in China (mit Hongkong und Taiwan) mit 26 Prozent noch deutlicher aus. Vor allem in Asien waren das 4,7-Zoll-iPhone und das mit 5,5 Zoll noch größere iPhone Plus besonders gut angekommen – auch zu Lasten der traditionellen Tablets.

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