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iPad-Schulter - die unbekannte Gefahr

30.08.2013 | 15:58 Uhr |

Gelenkschmerzen, Infektionen, Zwangshandlungen - die IT birgt ungeahnte Gefahren. Doch es gibt Hoffnung

Auch das noch – neben dem Tennis-Arm und der Maus-Hand droht uns nun eine neues körperliches Unbill – die iPad-Schulter . Physiotherapeuten warnen vehement vor Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich, wenn man zu lange ein iPad in der Hand hält. Dabei würden Nacken und Schulter ganz anders belastet, als sie es gewohnt sind, die Muskeln werden verkürzt, es kommt zu Schmerzen. Diese Sätze kommen nicht etwa von irgendeinem Physiotherapeuten, der auf Grund der Ferienzeit seiner Patienten in ein Sommerloch gefallen ist, sondern sie sind das Ergebnis einer Studie der Elite-Uni Harvard.
 
Die IT birgt gefährliche, nicht zu unterschätzende Gefahren, wie wir aus den Nachrichten beinahe täglich gewarnt werden. Wir alle werden unheilbare Schäden durch Handystrahlung davontragen, weil wir den Radiowecker mit der rot-grellen Digitaluhrzeitanzeige abgeschafft haben und uns stattdessen per Handy wecken lassen.  Tag für Tag lässt die Statusanzeige die WLAN-Router in deutschen Haushalten bedrohlich blinken und ihre gefährliche Strahlung in die unsichtbare Atmosphäre des Wohnzimmers schleudern. Alle diejenigen, die in einem 1-Zimmer-Appartment leben, bekommen schon gar keine Lebensversicherung mehr, der Weg in die private Krankenversicherung ist erst recht tabu.
 
Jedes Kind weiß, dass sich auf der Tastatur mehr Bazillen tummeln, als auf jedem Bahnhofsklo, was Betriebsräte auf die Barrikaden treibt und sie bei ihren Vorgesetzten vehement das Grundrecht einfordern lässt, dass jeder Mitarbeiter an jedem neuen Arbeitstag auch eine neue Tastatur bekommt. Schließlich hinterfragt ja auch niemand mehr das tägliche Wechseln der Unterhose.
 
Für geplagte Sekretärinnen, die sich spätestens zum Jahresabschluss durch häufiges Klicken in der Excel-Tabelle oder durch stapelweises Abtippen von Weihnachtsgrüßen des Vorstands  mit Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom ins Büro schleppen, gibt es mittlerweile längst Bandagen und spezielle Stützstrümpfe.
 
Das iPhone vernetzt uns nicht nur mit der Welt, es lässt uns auch zu autistischen Zombies werden. So können wir, wie der Youtube-Clip „I forgot my Phone“ eindrucksvoll zeigt, nicht mal mehr unsere Kindern auf der Schaukel anschubsen ohne wie paralysiert in das Smartphone-Display zu starren.
 
Wo soll das nur hinführen?  Als am 7. Dezember 1835 die erste deutsche Eisenbahn ihre Fahrt mit etwa 200 Passagieren von Nürnberg nach Fürth aufnahm, warnten Journalisten eindringlich alle diejenigen davor, die unter Schwindel und Ohnmachtsanfällen leiden, nicht aus dem Fenster in die vorbeiziehende Landschaft zu sehen oder am besten Zug erst gar nicht zu betreten. Nun denn, alle haben die Fahrt unbeschadet überstanden und heutzutage scheinen ICEs nicht mehr in Frage gestellt zu werden. Ein Hoffnungsschimmer.

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