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iPad

iPad - Zu gut zum Verkaufen

03.06.2015 | 10:46 Uhr |

Reicht das vorhandene und längst abgelöste iPad noch, oder ist ein Upgrade auf die aktuelle Generation nötig? Wir sagen Ihnen, wofür das alte iPad noch taugt

So sicher, wie am Silvesterabend das Jahr zu Ende geht, stellt auch Apple irgendwann im Jahr ein neues iOS, ein neues iPhone und ein neues iPad vor. An diesen Takt haben sich die Kunden längst gewöhnt, und so beschleicht viele spätestens nach zwei Jahren das Gefühl, kein aktuelles Gerät mehr in der Hand zu haben und von Innovationen ausgeschlossen zu sein, wenn sie nicht upgraden. Den Luxus dauernder Neukäufe muss man sich allerdings auch erst einmal leisten können. Da überlegt man sich doch lieber zweimal, ob das vorhandene iPad nicht doch reichen könnte.

Das Ur-iPad ist das einzige, das wegen Leistungsmangel und des veralteten Systems nur noch für untergeordnete Aufgaben genutzt werden kann.
Vergrößern Das Ur-iPad ist das einzige, das wegen Leistungsmangel und des veralteten Systems nur noch für untergeordnete Aufgaben genutzt werden kann.
© Macwelt

Und wenn man der Versuchung schließlich doch nachgibt, was macht man mit dem alten? Verkaufen oder für geringere Aufgaben weiterverwenden? Natürlich gibt es gute Gründe dafür, neue iPads zu bevorzugen, denn schließlich bringt jede aktuelle iPad-Generation einige Neuerungen mit sich. Allerdings verlangsamt sich das Innovationstempo, und der Vorteil wird von Generation zu Generation kleiner.

Immer mehr von allem

Das „Patentrezept“ für ein neues iPad ist im Kern immer das Gleiche: Man nehme einen schnelleren Prozessor, ein kleineres Gehäuse, ein besseres Display, weniger Gewicht und ein nettes Zusatzfeature von Kamera bis Fingerabdrucksensor – fertig ist die neue Generation. Seit Apple 2010 als lange erwartete Tablet-Version das erste iPad präsentierte, wurde diese Strategie bereits sechs Mal durchgezogen. Eine echte Revolution gab es dabei eigentlich nur ein einziges Mal: 2012 stellte Apple dem großen iPad das iPad Mini zur Seite, das deutlich kleiner und leichter ist und sich dadurch fast schon wie eine ganz eigene Gerätegattung verhält, weil es einfach deutlich mobiler geraten ist als sein großer Kollege und notfalls sogar in Hosentaschen passt – wenngleich auch nur sehr knapp.

Gegen Platzmangel: iTunes Match

Speicherplatz ist auf iPads traditionell teuer und daher gerade bei älteren Geräten oft knapp. Wer sein iPad zur Musikwiedergabe nutzt, sollte überlegen, ob er den iTunes-Match-Dienst nutzt, der die komplette Musikbibliothek quasi in die Cloud verlagert und Songs nur bei Bedarf lädt beziehungsweise streamt. Die Gebühr von 25 Euro pro Jahr kann sich schnell lohnen, wenn man dafür auf den Kauf eines neuen iPad verzichten kann.

Generation iPad

Doch bleiben wir erst mal bei den großen Jungs, bei denen sich über sechs Generationen natürlich einiges getan hat. Das Ur-iPad ist dabei ein Sonderfall, denn es fällt deutlich hinter alle Vorgänger zurück. Bei iOS 5.1.1 ist Schluss, sodass beispielsweise aktuelle Cloud-Anbindungen außen vor bleiben. Eine Kamera gibt es nicht, und erste Alterserscheinungen wie nachlassende Akkus dürften den Besitzern ebenfalls nicht erspart bleiben – was freilich in abgeschwächter Form auch für die nachfolgenden Generationen gilt.

Das iPad 2 reifte demgegenüber schon deutlich, und bereits diese Generation von 2011 läuft auch mit dem aktuellen System und neuen Apps. Natürlich ist es nach heutigen Maßstäben eher lahm, und es musste auch noch ohne Retina-Display auskommen, doch wenn man Action-Games und Bildbearbeitung ausklammert, lässt sich dieses Tablet noch gut nutzen.

iPad Mini im Auto nutzen

Das iPad Mini ist fast genauso groß wie ein sogenanntes „Doppel-DIN“-Autoradio und damit klein genug, um im Armaturenbrett vieler Autos platziert zu werden. Dort besticht es natürlich als Navi, Musikplayer und kann ein Radio per App fernsteuern. Mehrere Firmen bieten spezielle Einbaulösungen für ausgewählte Fahrzeuge, darunter die unten gezeigte Lösung von Padbay. Dabei bleibt ein normales Radio hinter dem iPad für den Empfang zuständig, und eine spezielle App steuert das Ganze während der Fahrt. Wer also ein iPad Mini übrig haben sollte, kann seinem Auto damit neuen Glanz verleihen.

Das iPad 3 ist das erste mit Retina-Display, was bedeutet, dass es sich optimal zum Lesen, Surfen und damit eben generell für die ruhigeren Aufgaben eignet, denn auch bei ihm fällt die Geschwindigkeit noch eher gemächlich aus. Allen bisher erwähnten Geräten ist außerdem gemein, dass sie noch mit dem alten, 30-poligen Anschluss aus iPod-Zeiten operieren.

Der mit dem iPad 4 eingeführte Lightning-Anschluss eröffnet den Zugriff auf aktuelles Zubehör, und auch ein klein wenig mehr Geschwindigkeit gibt es. Letztlich kann man mit einem iPad 4 vielleicht nicht mehr die aktuellsten Games spielen, aber für alle anderen Aufgaben taugt es durchaus noch. Das deutlich schlankere, spürbar schnellere und mit verbesserter WLAN- und LTE-Anbindung ausgestattete iPad Air ist ja beinahe noch ein aktuelles Gerät, dass selbst der anspruchsvolle Tablet-Anwender noch nicht zum alten Eisen geben muss – über mögliche Zweitverwendungen muss man hier nicht diskutieren.

Die besten Apps für Texte auf dem iPad

Klein, aber oho

Nicht sehr kompliziert ist die Situation beim iPad Mini: Die erste Generation von 2012 bot zwar nur etwa die Leistung eines iPad 2 und auch noch kein Retina-Display, doch dank seiner Kompaktheit wird es bis heute von vielen gern genutzt. Das iPad Mini 2 machte einen ziemlichen Leistungssprung und schloss beinahe zu seinem großen Bruder, dem iPad Air auf, und da das neue iPad Air 2 nicht viel mehr als einen zusätzlichen Fingerabdrucksensor mitbringt, geht es ohne Weiteres als aktuelles Gerät durch, das beinahe die Leistung der großen Brüder im kompakten Format bringt – für untergeordnete Aufgaben ist es definitiv zu schade.

Mangelerscheinungen

Ist ein iPad erst mal ein paar Jahre im Gebrauch gewesen, wird man ihm dies vermutlich auch anmerken. Zerfledderte Hüllen lassen sich noch tauschen, aber zerkratzte oder gar zerbrochene Displays und lahmende Akkus schränken die Gebrauchsfähigkeit natürlich deutlich ein.

Ältere iPads - Daten & Eignung

iPad

iPad 2

iPad 3

iPad 4

Display

9,7 Zoll, 1024 x 768

9,7 Zoll, 1024 x 768

9,7 Zoll, 2048 x 1536

9,7 Zoll, 2048 x 1536

CPU

A4 32 Bit

A5 32 Bit

A5X 32 Bit

A6X 32 Bit

Kameras (Front/Rückseite)

0,3 MP/0,7 MP

0,3 MP/5 MP

1,2 MP/5 MP

Neuestes System

iOS 5.1.1

iOS 8.2 (aktuell)

iOS 8.2 (aktuell)

iOS 8.2 (aktuell)

Sensoren

Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

3D-Gyroskop, Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

3D-Gyroskop, Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

3D-Gyroskop, Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

Bluetooth

2.1

2.1

4.0

4.0

Anschlüsse

30-pol. Dock, Kopfhörer

30-pol. Dock, Kopfhörer

30-pol. Dock, Kopfhörer

Lightning, Kopfhörer

Abmessungen

189,7 x 242,8 x 13,4 mm

185,7 x 241,2 x 8,8 mm

185,7 x 241,2 x 9,4 mm

185,7 x 241,2 x 9,4 mm

Gewicht (Wi-Fi/Cellular)

680/730 g

600/613 g

652/662 g

652/662 g

Geschwindigkeit

Sehr langsam

Langsam

Mittelmäßig

Gut

Grafikperformance

Sehr langsam

Langsam

Mittelmäßig

Gut

Kommunikation

Mittelmäßig

Mittelmäßig

Mittelmäßig

Gut

Allgemeine Eignung

Für normale Aufgaben deutlich zu langsam

Mit aktuellen Apps oft überfordert

Etwas lahm, eher zum Arbeiten als für Entertainment geeignet

Noch gut, für Spiele und dergleichen aber schon etwas zu langsam

Das Abdeckglas des iPad lässt sich, abgesehen vom neuen iPad Air 2, bei dem es fest mit dem Display verklebt ist, relativ kostengünstig austauschen, denn diverse Anbieter bieten die Gläser an, wobei man übrigens auch aus einem „weißen“ ein „schwarzes“ iPad machen kann und umgekehrt. Der Austausch erfordert allerdings wegen der Verklebung des Glases mit dem Gehäuse einiges Geschick, sodass man sich am besten einen Shop sucht, der diese Reparatur anbietet.

Hat man das Display schon heraus, kann man theoretisch gleich auch den Akku tauschen, zumal es auch hier kostengünstigen Ersatz im Netz zu kaufen gibt. Allerdings kommen die „kompatiblen“ Akkus nur in den seltensten Fällen an die Qualität des Originals heran und halten oft nur ein paar Monate, während Apples Akkus meist auch nach Jahren kaum merklich an Kapazität verlieren – der gefühlte Kapazitätsverlust hat oft mehr mit leistungshungrigen Apps und veränderten Benutzergewohnheiten als mit realer Batterieschwäche zu tun. Beim Tausch der Komponenten sollte man also nicht nur auf den Preis, sondern auf Qualität achten, wenn man das frisch reparierte iPad noch lange nutzen möchte.

Oder doch verkaufen?

Wer sein altes iPad doch lieber durch ein neues ersetzen möchte, erzielt auf dem Gebrauchtmarkt oft noch stolze Preise für ein gebrauchtes Modell, denn Apples Tablets sind nach wie vor sehr wertstabil. Eine Preisidee lässt sich durch die Suche in abgeschlossenen Auktionen ermitteln, zum eigentlichen Verkauf eignen sich aber auch Kleinanzeigen bei den einschlägigen Anbietern. Ein stattlicher Verlust gegenüber dem einstigen Neupreis bleibt aber dennoch garantiert – wer eine Zweitverwertung für sein iPad hat, sollte es lieber behalten.

Kommunikationsgenie?

Ein iPad ist einfach perfekt zum Surfen und – solange die Texte kurz bleiben – zum Mailen geeignet. Das gilt selbst für die älteren Semester, denen allerdings die immer aufwendigeren Webseiten manchmal etwas zu schaffen machen. Selbst beim Surfen wirken aktuellere iPads also etwas flotter, aber das Lesen im Web klappt durchaus auch mit älteren Semestern. Lediglich das Ur-iPad mit seinem veralteten und nicht mehr an aktuelle Sicherheitsstandards angepassten System fällt hier heraus. Das iPad 2 ist vermutlich der Grenzfall, denn da es etwas lahm ist und kein Retina-Display hat, ist das Lesevergnügen hier sehr eingeschränkt, doch das merkt man erst, wenn man ein neueres Exemplar danebenhält. Wer per Skype oder Facetime Bildtelefonie betreiben möchte, findet erst im iPad 4 eine standesgemäß hochauflösende Kamera vor.

Filme auf das iPad laden und zum Apple TV streamen

Mediaplayer

Für die Wiedergabe von Filmen und Musik taugen hingegen selbst die ältesten iPads oft noch sehr gut: Bei Filmen fällt die geringere Auflösung der ersten iPads letztlich kaum auf, und bei der Musikwiedergabe gibt es keinen Unterschied zwischen den Geräten. So sind ältere iPads beispielsweise ideal, um sie auf langen Autofahrten den Kindern auf der Rückbank zu reichen und so für himmlische Ruhe zu sorgen. Auch für die Bildbetrachtung taugen selbst die älteren iPads noch sehr gut – aus angemessener Entfernung ist die geringere Auflösung kaum zu erkennen, und als digitaler Bilderrahmen mit optionalem Zusatznutzen macht sich das iPad prima.

Entertainer

Leistungshungrige aktuelle Games wie hier GT Racing verlangen älteren iPads zu viel ab, doch nur wenige Apps sind derart anspruchsvoll.
Vergrößern Leistungshungrige aktuelle Games wie hier GT Racing verlangen älteren iPads zu viel ab, doch nur wenige Apps sind derart anspruchsvoll.

Wenn es ein App-Genre gibt, das den Leistungszuwachs neuer iPad-Generationen stets zuverlässig ausnutzt, dann sind es Spiele. Doch neben den Top-Spielen mit aufwendiger 3D-Grafik und gigantischer Größe gibt es gerade unter iOS immer wieder kleine, aber feine Perlen in Form von Denk- oder Puzzlespielen, die mit wenig Platz und Grafikleistung auskommen und dennoch riesigen Spaß machen. Wenn man also verschmerzen kann, dass mancher aktuelle Action-Reißer nicht oder wenn doch, dann nur schlecht läuft, reicht auch das alte iPad immer noch für einen gepflegten Zeitvertreib.

Ältere iPads - Daten & Eignung

iPad Mini

iPad Mini 2

Display

7,9 Zoll, 1024 x 768

7,9 Zoll, 2048 x 1536

CPU

A5 32 Bit

A7 64 Bit + M7 Motion

Kameras (Front/Rückseite)

1,2 MP/5 MP

1,2 MP/5 MP

Neuestes System

iOS 8.2 (aktuell)

iOS 8.2 (aktuell)

Sensoren

3D-Gyroskop, Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

3D-Gyroskop, Beschleunigung, Helligkeit, Kompass

Bluetooth

4.0

4.0

Anschlüsse

Lightning, Kopfhörer

Lightning, Kopfhörer

Abmessungen

134,7 x 200 x 7,2 mm

134,7 x 200 x 7,5 mm

Gewicht (Wi-Fi/Cellular)

308/312 g

331/341 g

Geschwindigkeit

Langsam

Sehr schnell

Grafikperformance

Langsam

Sehr schnell

Kommunikation

Mittelmäßig

Sehr gut

Allgemeine Eignung

Mit aktuellen Apps oft überfordert

Entspricht praktisch der aktuellen Generation

Zweites Leben für iPads

Ob alt oder neu: iPads werden von ihren Besitzern auf sehr verschiedene Weisen genutzt. Die einen werden mit Apps und Medien vollgestopft, begleiten ihren Besitzer auf allen Wegen und werden oft auch für sehr anspruchsvolle Aufgaben genutzt. Die anderen liegen einfach auf dem Sofatisch bereit, werden als Nachschlagewerk und zum Surfen genutzt und verbringen so ein recht geruhsames Leben. Kommt das alte iPad langsam in die Jahre, ist diese Art der Entschleunigung ein guter Weg, es weiterhin produktiv zu nutzen. Man wirft einfach die größten Speicherfresser sowie allzu anspruchsvolle Apps herunter und genießt den Komfort des stets einsatzbereiten Tablets zum Stöbern, Schmökern und Kommunizieren.

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