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Unternehmen vom iPad begeistert

31.10.2010 | 16:30 Uhr |

Statt auf Kosten von Laptops und Notebooks verbreitet sich jetzt das iPad auch in Unternehmenszweigen, in denen bisher noch Bleistift und Papier eingesetzt wurde. Vor allem wenn es ums Verkaufen geht, ist die "persönliche Note" des iPads unschlagbar.

Griffin Elan Passport iPad
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© Griffin

Ein Firmen-Analyst hat eine neue Studie veröffentlicht, wonach Unternehmen total enthusiastisch auf das iPad reagieren. Ted Schadler, ein Marktforscher bei Forrester Research, beruft sich auf Interviews mit mehreren Duzend Firmen, die alle entweder ihre Laptops gegen iPads austauschen oder von Papier und Bleistift auf Apples Tablet umsteigen wollen. "Ausschlaggebend ist das sehr persönliche Gefühl, wenn ein iPad in einer Verkaufs-Situation eingesetzt wird - ganz im Gegensatz zum Anzeigen von Inhalten auf einem Laptop", beschreibt Schadler die neue Begeisterungswelle. Auch in Spendenaktionen zeigte das iPad klare Vorteile. Mit einem einfachen Web-Formular auf dem iPad griffen spontan viel mehr Leute zum Geldbeutel, als in vergleichbaren Sammelaktionen.

Einen neuen Markt sieht Schadler in den Umgebungen, in denen bisher keinerlei Technologie eingesetzt wurde. Als Beispiel führt er eine Firma an, die Medikamente herstellt. Seiner Einschätzung nach haben die Vertreter dieser Firma nur drei Minuten Zeit, um einen Arzt in seiner Praxis zwischen Patiententerminen von der Wirksamkeit eines neuen Medikaments zu überzeugen. Schadler stimmt den Erwartungen des Unternehmens zu, dass dies viel einfacher mit einem iPad und einem aktuellen Video und Online-Statistiken sein wird, als mit Broschüren und Daten, die bereits seit dem Drucktermin veraltet sind.

Für einen weiteren Medikamenten-Hersteller war der Griff zum iPad lohnend, weil in den USA die Vernichtung von jeglichen alten Broschüren gesetzlich gefordert wird, sobald ein Nachfolger eines Medikaments auf dem Markt zugelassen wird. Mit dem Einsatz der Broschüren in ausschließlich elektronischer Form auf dem iPad rechnete sich der Geschäftskunde pro Medikament eine Ersparnis von bis zu 100.00 US-Dollar aus.

Den größten Markt sieht Schadler aber im Ersetzen eines Laptops durch das iPad. Zwar wollen einige der Firmen, die an Schadlers Studie teilnahmen, ihre Zahlen nicht veröffentlicht sehen, aber für die meisten ist der Griff zum iPad das Ergebnis einer einfachen Kalkulation ihrer Rechnungsstelle. Für die Unternehmen ist es billiger, pro Mitarbeiter zu einem iPad und einem neuen Desktop-Rechner zu greifen, als ihm im nächsten Austauschzyklus ein neues voll ausgerüstete Windows 7 -Laptop zuzulegen.

Einen weiteren Verkaufsschub verspricht sich Schadler vom dem für November angekündigten Betriebssystemupdate iOS 4.2 . Die meisten Sicherheitsprotokolle, die Firmen bisher auf ihren Smartphones einsetzten, können unter iOS 4.2 dann auch das iPad fit zum Unternehmenseinsatz erklären. Im Gegensatz zum iPhone, das ursprünglich nur für den Privatanwender entworfen war, erobert das iPad die Firmen im Sturm.

Apple veröffentlicht einen Verkaufsrekord nach dem anderen, seit das iPad am 3. April in den Handel ging. Anfang Oktober berichtete Apple, dass bereits 65 Prozent der Firmen auf der Fortune 100-Liste das iPad bereits einsetzen oder Einsatzmöglichkeiten ernsthaft diskutieren. Am 18. Oktober bestätigte Apples CEO Tim Cook in der Diskussion von Apples Quartalbericht mit Wall Street-Analysten, dass er bisher noch nie eine solche Einführung eines neuen Produktes erlebt hat. "Normalerweise sind Firmen viel langsamer, wenn es um den Einsatz von neuen Technologien geht.", sagte Cook.

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