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iPad 2 begeistert und enttäuscht Business-Kunden

07.03.2011 | 06:39 Uhr |

Der A5-Prozessor bringt jetzt die Rechenpower für aufwendige Apps auf das iPad, aber Einsatz, Verwaltung und Sicherheit im Unternehmens-Netzwerk hängt nach wie vor von Dritthersteller-Dienstprogrammen ab.

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© Apple

Apples neues iPad-Modell wird unweigerlich den Marktanteil von Geschäftskunden erhöhen. Laut einer Umfrage von Aberdeen Group wollen 88 Prozent aller beteiligten Firmen iPads einsetzen oder den Einsatz von privaten Geräten erlauben. Fast alle der restlichen Unternehmen "ziehen den Einsatz und Unterstützung des iPads in Erwägung".

A5-Prozessor für Programmleistung der nächsten Generation

Die G3-WiFi-Option unterstützt jetzt auch das CDMA-Netzwerk von Verizon in den USA. Der neue Dual-Kern A5-Prozessor wird sowohl die Leistung von Grafikdarstellung als auch die Geschwindigkeit von Apps dramatisch beschleunigen. Unter iOS 4.3 wird es eine verbesserte, schnellere Safari-Version mit einer überarbeiteten HTML-Rendering-Engine geben, die Java-Skript doppelt so schnell ausführen kann. Damit hat das iPad nun auch die Rechenpower, ressourcenhungrige Apps einzusetzen und neben Programmen von Oracle und SPA plant zum Beispiel Life Technologies , das komplexe Kunden-Verwaltungssysteme Seybold CRM demnächst auf das iPad zu bringen.

Gleichzeitig klagt aber Monoj Prasad, der Vizepräsident von Life Technologies, dass auch ein iPad 2 weder USB-Schnittstelle noch Flash-Unterstützung bietet. Besonders schmerzlich vermisst er die volle Unterstützung der Microsoft Office Suite und deutet an, dass nur dann seine 10.000 Mitarbeiter ihr Laptop gegen ein iPad tauschen können.

Während aber auf der einen Seite die Angestellten kaum warten können, endlich das Tablet in ihren Händen zu halten, sind auf der anderen Seite die IT-Administratoren eher frustriert. Weder das neue iPad 2 noch iOS 4.3 haben entscheidende Neuerungen eingeführt, um den Unternehmenseinsatz zu erleichtern.

Sicherheitsmanagement nach wie vor von Dritt-Herstellern abhängig

Für den Unternehmenseinsatz bringt das iPad 2-Modell keine neuen Verkaufsanreize, berichtet Jack Gold, der Geschäftsführer der Berater-Firma J. Gold Associations. Für ihn ist es sogar fraglich, ob das neue iPad-Modell seinen Konkurrenten wie Motorolas Xoom wirklich überlegen ist.

Auch von den Neuerungen in iOS 4.3 zeigt sich Gold enttäuscht. Apple hat seit der Einführung von kritischen Verwaltungs- und Sicherheits-API in 2010 in Sachen Sicherheit nichts weiter geleistet, berichtet Gold ernüchtert. Damit ist eine Verwaltung, Software-Updates und Patches der iPads im Firmen-Netzwerk auch weiterhin von Dienstprogrammen von Drittherstellern wie Botone, Good Technology, Mobile Iron, Sybase ( SAP ), Trust Digital (McAfee) und Zenprose abhängig.

Das iPad wird sich trotz Kritik gegen alle Konkurrenz durchsetzen

Andere Anlysten glauben, dass Apple mit dem neuen iPad 2 fast alle Erwartungen erfüllt oder gar übertroffen hat. Für Carolina Milanesi , Marktforscherin bei Gartner , ist der Fokus auf Hardware völlig ausreichend. Andrew Borg, eine Analyst bei Aberdeen, schwärmt von Steve Jobs Vorführung . Zwar räumt er ein, dass die gezeigten Apps wie Garageband und iMovie fast ausschließlich von Privatkunden eingesetzt werden, aber Borg sieht darin auch für den Unternehmenseinsatz einen unwiderstehlichen Anreiz, von intelligentem Benutzer-Oberflächendesign zu profitieren.

Ken Dulaney , ein Vizepräsident bei Gartner, zeigt sich hingegen regelrecht frustriert, dass Apple all seine Energien nur für den Privateinsatz der Geräte aufzuwenden scheint. Die ideale Lösung für ihn wäre ein RIM-Tablet mit 10-Zoll-Bildschirm und Apples Benutzer-Oberfläche. In Wirklichkeit lehnen die Mitarbeiter aber Playbooks ab und verlangen iPads . Damit erwartet Dulaney für das iPad genau den gleichen Trend wie beim iPod im MP3-Player-Markt: "Es gibt dort eine Riesen-Auswahl an Geräten der Konkurrenz, aber letztendlich wollen alle nur einen iPod.", fasst Dulaney zusammen.

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