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US Air Force setzt auf iPads

20.02.2012 | 06:45 Uhr |

Eine Ausschreibung plant mit bis zu 18.000 iPad 2 in Zukunft gedruckte Versionen der Flugbegleit-Dokumente zu ersetzen.

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Die Luftwaffe der USA plant die Anschaffung von bis zu 18.000 Tablet-Computern, die als elektronisches Handgepäck für die Flugzeug-Belegschaft die gedruckten Bedienungsanleitungen, Anweisungen und Flugbegleit-Dokumente ersetzen sollen. Die technische Spezifikation lässt nicht viel Raum zur Spekulation, was die US Airforce sich als Lösung vorstellt. Die Ausschreibung zur Anschaffung der Geräte wurde unmissverständlich mit "iPad 2 oder gleichwertiges Tablet" betitelt. Einige der Beschreibungen wurden direkt von Apples Webseite kopiert, wie zum Beispiel die Anforderungen an den Tablet-Prozessor: " Speziell entwickelter, hochleistungsfähiger 1 GHz Dual-Core Apple A5 SOC (System-on-a-Chip) mit niedrigem Stromverbrauch ".

Luftwaffen-Kapitän Kathleen Ferrero, eine Pressesprecherin des mobilen Kommandos, für welches die Tablets bestimmt sind, erläutert in einer Email auf die Anfrage von Computerworld, dass alle Geräte, welche die Mindestanforderungen der Spezifikation erfüllen, in Erwägung gezogen werden. Die Beschreibung des Apple-spezifischen Prozessors fasst sie in der Antwort allgemeiner und definiert die Anforderungen als "einen Prozessor für ein mobiles Gerät mit mindestens zwei Prozessor-Kernen".

De US-Luftwaffe spricht in der Ausschreibung von mindestens 63 und maximal 18.000 Tablets und kalkuliert, dass die Umstellung auf die elektronische Version der Flugbegleit-Papiere ("Electronic Flight Bags") die Druckkosten erheblich senken wird und die Arbeit für Änderungen, Versand und Verteilung der Dokumente in Zukunft deutlich kürzer und einfacher sein wird. Ferrero bestätigt, dass das Verteidigungs-Ministerium neben geringen Kosten und Aufwand auch Verbesserungen der Sicherheit erwartet.

Die Übernahme von direkten Produktbeschreibungen in einer Ausschreibung im öffentlichen Dienst kann vor Gericht als unfair für Konkurrenz angefochten werden. So hatte Google und Onix Networking im September 2010 eine Klage gegen das US-Innenministerium eingereicht, weil die Ausschreibung Microsoft-Produkte klar bevorzugte. Die Klage wurde allerdings abgewiesen, nachdem die Regierungsbehörde bestätigte, auch Alternativen in Erwägung zu ziehen.

Ray Bjorklund, CIO von Deltek, erwähnt, dass die US-Luftwaffe schon in der Vergangenheit dank speziell zugeschnittenen Anforderungen die Anschaffung von bestimmten Marken durchsetzen konnte und zum Beispiel vor einigen Jahren 2200 Playstation-Konsolen kaufte, um einen Linux-basierten Supercomputer zu bauen. Aber Bjorklund räumt auch ein, dass als grundlegende Ausschreibungsregel vorteilhafte Konkurrenz-Preise immer berücksichtigt werden müssen.

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