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"Kannibale iPad" weniger gefräßig als vermutet

12.05.2011 | 07:31 Uhr |

Der Kannibalisierungseffekt des iPad auf den gesamten PC-Markt ist weit kleiner als befürchtet, meinen die Marktforscher der NPD Group.

Nur zwölf Prozent der Käufer, die sich im vergangenen Weihnachtsgeschäft ein iPad zulegten, hätten deswegen keinen PC gekauft, lesen die Analysten aus ihren Daten heraus. Der Rückgang des PC-Marktes im beobachteten Zeitraum habe einen ganz anderen Grund: Im Jahr davor hatte das seinerzeit neue Windows 7 für einen Boom gesorgt. "Wir vergleichen die PC-Verkäufe mit einem Rekordhoch," erklärt der NPD-Analyst Stephen Baker. Im April hatten IDC und Gartner unabhängig voneinander einen rückläufigen Trend des PC-Marktes ausgemacht und Negativwachstum von 3,2 respektive 1,1 Prozent gemessen. Gartner hat für den Rückgang vor allem das iPad verantwortlich gemacht. Die meisten der potentiellen PC-Käufer haben laut Gartner aber keine Notwendigkeit für einen neuen Rechner gesehen, da sie erst 12 oder 18 Monate zuvor einen neuen PC gekauft hätten.

Die laut Baker mittlerweile "zum Allgemeinwissen" gewordene These, das iPad würde vor allen Dingen im Netbook-Sektor graben, sei "sehr sicher falsch". Denn die höchsten Einbußen habe der PC-Markt im Sektor jenseits der 500-Dollar-Marke erlitten. Von Oktober 2010 bis März 2011 sei allein dieser Bereich um 25 Prozent zurückgegangen.

Die PC-Hersteller können sich laut Baker nun aber nicht zurücklehnen und den Kannibalen iPad in das Reich der Legenden verweisen. Das Tablet konkurriere mit dem Zweit- oder Drittrechner im Haushalt, in den nächsten 12 bis 18 Monaten würden sich viele Käufer fragen, ob es ein weiterer Rechner oder doch ein Tablet sein soll, das den Hardwarepark ergänzen soll. Dies müsse PC-Hersteller sorgen.

Generell verändere sich die PC-Ausstattung der Haushalte, erklärt Baker weiter. Seien früher zwei oder drei Desktops üblich gewesen, habe sich das auf eine Ausstattung mit einem Desktops und mehreren Notebooks verschoben. In Zukunft werde ein Haushalt jedoch über ein Notebook und mehrere Tablets verfügen, prognostiziert Baker.

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