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iPad verringert Angst bei Kindern vor OP

29.08.2016 | 11:47 Uhr |

Beim Weltkongress der Anästhesiologen in Hongkong wurde dieser Effekt als neuestes Forschungsergebnis präsentiert.

Im Wesentlichen lief die Versuchsreihe so, dass Kinder vor der Operation im Krankenhaus nach einem Zufallsverfahren einer Gruppe zugewiesen wurden, die das Sedativum Midazolam zur Beruhigung vor dem chirurgischen Eingriff erhielten – in dieser Versuchsgruppe waren es 54 Kinder im Alter von 4-10 Jahren. Die zweite Gruppe (mit 58 Kindern) erhielt stattdessen ein iPad mit kindgerechten Spiele-Apps 20 Minuten vor der eigentlichen Anästhesie. Psychologen untersuchten den Angststatus der Kinder und auch denjenigen der Eltern auf einer Skala von 1-10 zu verschiedenen Zeitpunkten (wie Ankunft im Krankenhaus, Trennung von den Eltern, Anästhesie-Einleitung sowie im Aufwachraum nach der OP). Auch die Anästhesieschwestern wurden nach ihrer Zufriedenheit mit der Einleitung der eigentlichen Anästhesie in den Vergleichsgruppen befragt.

Die Forscher fanden heraus, dass sowohl Eltern als auch Kinder einen niedrigeren Angstlevel vor der Anästhesie aufwiesen, und zwar in beiden Gruppen mit dem Sedativum oder dem iPad als "Beruhigungsmittel". Die größere Zufriedenheit stellte sich jedoch in der iPad-Gruppe ein, da sich hier um eine nicht-medizinische Möglichkeit zur Beruhigung handelt ohne zusätzliche Applikation von Arzneien und daher einer geringeren Belastung für die Kinder. So schließt auch der Leiter der Studie, der französische Kinderarzt Dominique Chassard aus Lyon, dass das iPad – oder selbstverständlich auch andere entsprechende Tablets mit geeigneten Apps für Kinder – sich als nicht-pharmakologisches Mittel betrachten lässt, um präoperativen Stress in der Kinderchirurgie wirksam ohne zusätzliche Sedativa zu reduzieren.

Die medizinische Newsseite , von der dieser Bericht entnommen wurde, beschreibt zwar ausführlich weitere Details der Untersuchung, teilt aber leider nichts über eine entsprechende Kontrollgruppe mit, deren Angstlevel ohne jede Einwirkung von beruhigenden Mitteln, also weder durch Sedativum noch iPad, skaliert wurde. Daher lässt sich zumindest aufgrund dieses Berichts nicht sagen, wie stark der Effekt gegenüber einer nicht beeinflussten Gruppe wäre.

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