iPad verspeist Netbook
Tablet-Alternativen zum iPad
Drei Millionen verkaufter Geräte in 80 Tagen: Apple hat mit dem iPad den Grundstein für einen neuen Markt gelegt. Welche Konkurrenten wie reagieren - und welche Unternehmen unter dem iPad leiden.
Es gibt Propheten, deren Visionen überholen sich manchmal selbst. 2003 zum Beispiel orakelt der Messias der Computerbranche: „Tablets werden scheitern.“ Apple-Boss Steve Jobs war das. Die Prognose war damals nicht aus Luft gegriffen: Marktanalysten notierten Talfahrt um Talfahrt der Flachbildschirme mit integriertem Computer. Kaum jemand wollte auf einem Screen mit einem Stiftchen navigieren.
Marktmotor iPad: von null auf sechs Prozent in vier Monaten
Sieben Jahre später veröffentlicht Apple einen Tablet-PC: das iPad – ohne Stift und mit gigantischem Erfolg: Apple schafft mit dem Gerät einen neuen Markt. Bis Ende August 2010 verkauft das Unternehmen weltweit fast 3,5 Millionen Geräte. Das iPad nimmt damit im zweiten Quartal des Jahres bereits sechs Prozent der gesamten mobilen Computerbranche ein. Mit deutlich steigender Tendenz: Analysten rechnen mit über sechs Millionen verkauften Exemplaren bis Ende des Jahres.
Sieben Jahre später veröffentlicht Apple einen Tablet-PC: das iPad – ohne Stift und mit gigantischem Erfolg: Apple schafft mit dem Gerät einen neuen Markt. Bis Ende August 2010 verkauft das Unternehmen weltweit fast 3,5 Millionen Geräte. Das iPad nimmt damit im zweiten Quartal des Jahres bereits sechs Prozent der gesamten mobilen Computerbranche ein. Mit deutlich steigender Tendenz: Analysten rechnen mit über sechs Millionen verkauften Exemplaren bis Ende des Jahres.
Fast 13 Millionen Stück wird der Tablet-PC-Markt dann insgesamt groß sein, schätzen Marktbeobachter. Fast jedes zweite Gerät also hätte ein Apfel-Logo. Eine Zahl, die als untere Grenze gelten darf: Andere Analysten erwarten, dass Apples Anteil am Tablet-Markt Ende 2010 bei 85 Prozent liegen wird. In jedem Fall bleibt das Unternehmen aus Cupertino noch eine Weile dominant. „Apple wird seinen Vorsprung bis mindestens Ende 2011 halten“, schreiben die Analysten von Canalys, die das Wachstum des Marktes auf 66 Millionen Geräte bis zum Jahr 2014 taxieren. Und prophezeien, dass 2012 mehr Tablets als Netbooks verkauft werden.
Folge: Einige dutzend Anbieter werden auf den Tablet-Zug aufspringen
Denn die Tablet-Konkurrenz wacht auf und beginnt zu reagieren. Microsofts Chef Steve Ballmer zum Beispiel kündigte im Juli an, "mit donnernden Kanonen zu kommen" - ohne konkret zu werden. Samsungs Galaxy Tab wird wohl auf der IFA enthüllt, LG soll an einem Pad arbeiten und die eher unbekannte Firma E-noa veröffentlicht im Herbst das Interpad.
Denn die Tablet-Konkurrenz wacht auf und beginnt zu reagieren. Microsofts Chef Steve Ballmer zum Beispiel kündigte im Juli an, "mit donnernden Kanonen zu kommen" - ohne konkret zu werden. Samsungs Galaxy Tab wird wohl auf der IFA enthüllt, LG soll an einem Pad arbeiten und die eher unbekannte Firma E-noa veröffentlicht im Herbst das Interpad.
Manche sind also bereits auf dem Markt oder werden bis zum Frühjahr 2011 in den Boommarkt einsteigen (Wer, wann, mit was? Siehe Galerie). Und das manchmal aus purer Not heraus. Denn viele haben nun ein Problem mit Apples Erfolg: Ihre alteingesessenen Produkte bleiben in den Regalen. Hersteller von Laptops und Netbooks melden Einbrüche ihrer Verkäufe. Hewlett-Packard zum Beispiel. Das Unternehmen gibt jüngst bekannt, dass die Verkäufe seiner Notebooks abnehmen – trotz der traditionell starken Verkaufszeit vor dem Start eines neuen Schuljahrs. Schuld sei das iPad.
Attacke auf Apple:Welches Unternehmen wann mit welchem Gerät kontern will
Tabletszukunft
Noch sind es Gerüchte. Aber die Hinweise verdichten sicht, dass Asus bis zum Frühjahr 2011 einige Eee Pads in die Regale stellen will. Die günstigste Version mit einer Größe von zehn Zoll und einem Gewicht von 700 Gramm soll rund 315 Euro kosten – und mit dem Betriebssystem Android laufen. Weiterhin geplant: Eine 390-Euro-Variante mit Windows Embedded Compact 7. Und eine Luxusversion mit 12-Zoll-Touchscreen und Windows 7 Home Premium für 780 Euro.
Im Herbst. Genauer: Am 21. September. Bislang nur bei Media Markt oder Amazon. Ein Gegenpol zu Apples geschlossener Strategie. Ein Gerät, gebastelt mit Linux, offen für den freien Android Market und fähig, Flash anzuzeigen – und in der Lage, mehrere Programme gleichzeitig zu rechnen. Dazu mit USB-Anschluss für externe Festplatten. Die Luxusversion (569 Euro) bietet zudem 3G und einen HDMI-Ausgang.
Bereits seit Mai 2010. Ein wirklich freies Gerät: Ihm fehlt eine Festplatte, auf der Sie Daten speichern. Dafür gibt es schließlich externe Datenträger – die Sie via USB, Bluetooth oder WLAN anschließen, eine Mobilfunkunterstützung fehlt. Eigene Applikationen existieren nicht, das so genannte Webtablet verlinkt auf bestehende Webtools wie Google Docs, Facebook oder flickr. Freiheit bietet es auch dem Auge, das Display ist mit zwölf Zoll größer als das iPad, die Auflösung beträgt 1.366 mal 768 Pixel. Preis: 360 Euro.
Wohl noch dieses Jahr. Analysten mit Kontakten zum Umfeld des Blackberry-Herstellers mutmaßen: Noch 2010 erscheint das Blackpad. Wahrscheinlich mit einer Tethering-Funktion, die das Blackberry zum Modem macht. Weitere Spekulation: zwei Kameras für Videokonferenzen.
Bereits erhältlich. Für ein Smartphone zu groß, für einen Tablet-PC zu klein, vermischt das Dell Streak zwei Gerätegattungen. Ergebnis: Ein Mini-Tablet, mit dem Sie telefonieren können. An Bord: Fünf Zoll großes Display, 800 mal 480 Pixel. Dazu: zwei Kameras, damit soll Videokommunikation auch per Handynetz funktionieren (Selbe Funktion auf dem iPhone funktioniert nur im selben WLAN). Betriebssystem: Android. Preis: 599 Euro.
Die neueste Generation seiner Internet-Tablets wird das Unternehmen auf der IFA vorstellen (Im Bild: Generatio 5). Details noch unbekannt. Bislang wird kolpotiert: Android, Touchscreen und Displays zwischen 2,8 und zehn Zoll.
Erstes Quartal 2011. Ein WebOS-Tablet, Codename: Hurricane. Zudem kündigte HP jüngst an, nochein Tablet mit Windows 7 für Firmenkunden zu veröffentlichen. Wann, steht noch in den Sternen.
Noch unklar. Wohl noch 2010. Der Begriff „Open“ deutet es an: Das Opentablet mag es offen. Das sieben Zoll kleine Gerät bietet zwei Kameras, USB- und HDMI-Port, Bluetooth, MicroSD-Slot. Und Batterien, die Nutzer selbst austauschen. Apple-Kunden müssen in diesem Fall die Geräte einschicken.
Beispiel Asus: Weniger Netbooks, mehr Pads
Ähnliches berichtet Asus. Der Hersteller der Eee-Netbooks will im dritten Quartal 2010 weniger Kleinstrechner auf den Markt bringen – die Geschäftsführung fürchtet Einbrüche aufgrund Apples Tablet. Stattdessen wird Asus wohl einer der Hersteller, die bis zum Frühjahr 2011 einen eigenen Flachbildschirmcomputer mit Fingersteuerung veröffentlichen – mit Funktionen, die Kritiker beim iPad vermissen. Darunter: integrierte Webcam, USB-Anschlüsse und die Fähigkeit Flash darzustellen.
Ähnliches berichtet Asus. Der Hersteller der Eee-Netbooks will im dritten Quartal 2010 weniger Kleinstrechner auf den Markt bringen – die Geschäftsführung fürchtet Einbrüche aufgrund Apples Tablet. Stattdessen wird Asus wohl einer der Hersteller, die bis zum Frühjahr 2011 einen eigenen Flachbildschirmcomputer mit Fingersteuerung veröffentlichen – mit Funktionen, die Kritiker beim iPad vermissen. Darunter: integrierte Webcam, USB-Anschlüsse und die Fähigkeit Flash darzustellen.
Apples Reaktion: Update und neue Modelle
Aber Apple ist hellwach. Steve Jobs hat,für den Herbst Version vier des iPad-Betriebssystems angekündigt. Insider vermuten, dass das Gerät dann mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, zudem eine Ordnerfunktion für die Applikationen kommen soll. Experten spekulieren zudem über das Erscheinen eines iPad deluxe im kommenden Jahr – dann wohl mit Kamera. Zudem soll Apple eine Miniaturfassung auf den Markt bringen. Jobs' Prophezeiung aus dem Jahr 2003 könnte demnach doch stimmen: Tablets werden scheitern – solange sie nicht von Apple sind.
Aber Apple ist hellwach. Steve Jobs hat,für den Herbst Version vier des iPad-Betriebssystems angekündigt. Insider vermuten, dass das Gerät dann mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, zudem eine Ordnerfunktion für die Applikationen kommen soll. Experten spekulieren zudem über das Erscheinen eines iPad deluxe im kommenden Jahr – dann wohl mit Kamera. Zudem soll Apple eine Miniaturfassung auf den Markt bringen. Jobs' Prophezeiung aus dem Jahr 2003 könnte demnach doch stimmen: Tablets werden scheitern – solange sie nicht von Apple sind.








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