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Das iPad 5 und seine Konkurrenten

29.08.2013 | 15:12 Uhr |

Auch in diesem Herbst wird Apple ein neues iPad herausbringen. Mit welchen Funktionen könnte sich das iPad 5 von der Konkurrenz abheben? Eine Bestandsaufnahme

Womöglich schon zur IFA aber spätestens zum Start des Weihnachtsgeschäfts wird Apple ein neues iPad herausbringen - zur gleichen Zeit wie die neuen iPhones oder bald danach. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Samsung, LG und Google werden ebenfalls neue Tablets präsentieren beziehungsweise die bestehende Produktreihe erweitern. Überzeugte Apple-Fans werden sich kaum dafür interessieren und wie gewohnt zum iPad greifen. Von der Bedienung und Verarbeitung mögen Android- und Microsoft-Geräte zwar nicht so ausgereift sein, dennoch bieten die Tablets Funktionen, von denen sich auch Apple inspirieren lassen könnte.

 
Verarbeitung und Technologie: Im Netz tauchen vermehrt Bilder auf, die die angebliche Vorder- oder Rückseite des kommenden iPads zeigen. Wenn diese Fotos den Tatsachen entsprechen, fällt der Rahmen insbesondere an den Seiten deutlich schmaler aus. Das iPad 5 erinnert daher an ein überdimensioniertes iPad Mini. Gerüchten zufolge soll auch die gleiche Display-Technologie wie beim iPad Mini verwendet werden. Weil die DITO GF2-Touchscreen-Technologie weniger Glasschichten benötigt, könnte das Tablet zudem dünner ausfallen. Im Web war auch immer mal von einem 12,9-Zoll-iPad die Rede. Sicher experimentiert Apple in regelmäßigen Abständen mit neuen Displays für die Macbooks, ob es jedoch auch ein iPad in dieser Größe geben wird, ist nicht sicher. Sharp hat jetzt sein erstes Display mit 4K herausgebracht, das Bilder mit 3820 x 2160 Pixel auflöst. Fraglich ist jedoch, ob 4K-Displays als Massenfertigung im neuen iPad zu finden sein werden, da es immerhin im Herbst, spätestens jedoch im Oktober erscheinen soll. Das Google Nexus 10 hat eine Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln, was höher als die Retina-Auflösung ist. Möglicherweise könnte  die Auflösung bei den neuen iPads höher sein, wenn IGZO-Displays zum Einsatz kommen.  
 
Wechselbarer Akku: Dell bietet für das Latitude 10-ST2 einen Akku zum Wechseln an – wenn man bedenkt, dass der Akku nur für etwa sieben Stunden Internetsurfen hält, ist das auch nicht verwunderlich. Das iPad 4 hält im WLAN-Modus ganze 11 Stunden durch, ohne wieder aufgeladen werden zu müssen. Was die Akkuleistung betrifft, ist das iPad unschlagbar: Das Microsoft Surface Pro hält sogar nur 4 Stunden durch.
 
Dockingstation: Viele bemängeln die fehlenden Anschlüsse beim iPad. Das iPad 4 hat lediglich eine Lightning-Schnittstelle, über die man den Akku aufladen kann. Es gibt jedoch spezielle Adapter für Lightning, in die man SD-Karten einschieben oder USB-Sticks anschließen kann. Mit speziellen VGA- oder DVI-Adaptern lässt sich das iPad inzwischen sogar an einen Projektor anschließen. Das Dell Latitude 10-ST2 will einem Notebook in nichts nachstehen und bietet neben seinen Standardanschlüssen wie USB und SD gleich noch eine Dockingstation mit dreimal USB 2.0, LAN und HDMI. Mehr Anschlüsse beim iPad (USB, SD-Card,...) widersprechen aber dem Prinzip: Apple setzt auf Cloud-Anwendungen wie iCloud, iTunes Match oder Fotostream. Der Nutzer soll seine Daten in der iCloud oder auch Dropbox speichern und sie von überall abrufen können und keine zusätzlichen Speichersticks mit sich herumtragen. An den Anschlüssen wird Apple also in naher Zukunft beim iPad nichts ändern.
 
Betriebssystem:  Über die App „S Note“ wandelt das Samsung Galaxy Note 10.1 Notizen in Text um, den man in Word einfügen kann. Außerdem lassen sich zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm öffnen und bedienen. Beim Google Nexus 10 kann man sogar mehrere Benutzer anlegen. Apple hat jedoch seine Geräte nur für einen Nutzer angelegt, wie man schon allein an der Vergabe der Apple-ID erkennen kann. Die fehlende Splitscreen-Ansicht beim iPad wird oft kritisiert und auch die Tatsache, dass das Apple-Tablet nicht multitaskingfähig sei. Das ist jedoch nicht ganz richtig. Apps, die nicht beendet wurden, laufen im Hintergrund weiter. Es ist fraglich, ob man tatsächlich am iPad zwei Fenster gleichzeitig öffnen möchte, da man nun mal in der Regel ohnehin nicht mehr als ein Programm auf einmal bedienen kann. Egal, ob man ein iPad 2, 3 oder 4 in den Händen hält – mit jedem Update des mobilen Betriebssystems iOS bringt Apple neue Funktionen auf die Geräte, wie man bei iOS 7 derzeit sieht. Android-Nutzer sind, was Updates betrifft, sehr von den Herstellern abhängig. Bei den Google-Geräten wie dem Google Nexus 10 sind zwar in der Regel recht schnell Updates von Android verfügbar, bei allen anderen muss man warten, bis die Hersteller das Update anbieten.      
 
Infrarot, NFC und LTE: Das Samsung Galaxy Note 10.1 hat einen Infrarotsensor. Hält man das Tablet im Querformat, kann man es auch als Fernbedienung über eine entsprechende App nutzen. Ein Infratot-Sensor für das iPad ist jedoch eher unwahrscheinlich. Immerhin kann man das Apple TV bereits über eine Remote-App und Airplay per iPhone und iPad bedienen. Einige Android-Tablets wie das Sony Xperia Z unterstützen NFC. Der LTE-Chip dieses Tablets funkt zudem auch über die Frequenzbänder von 800 MHz und 2,6 GHz, so dass Nutzer damit auch im Vodafone-Netz mit Hochgeschwindigkeit im Internet surfen können.  Die Android-Tablets mit LTE unterstützen sämtliche in Deutschland verfügbare Frequenzbänder (1800 MHz, 2500 MHz und 800 MHz) und lassen sich daher in sämtlichen Netzen nutzen. Der LTE-Chip des iPad 4 unterstützt derzeit nur das 1800-MHz-Frequenzband, dessen Lizenzen ausschließlich bei der Telekom liegen. Wahrscheinlich werden die LTE-Chips der neuen iPad-Generation künftig ebenfalls mehrere Frequenzbereiche unterstützen. Apple wird zudem zumindest in den neuen iPhones NFC-Chips einbauen. Inwieweit diese auch im iPad Sinn ergeben, bleibt abzuwarten.
 
Prozessor und Speicher: Bei den Prozessoren wird Apple auch weiterhin auf ARM setzen, da die Intel-Chips zu viel Strom verbrauchen und zudem mehr Transistoren per Grafikeinheit benötigen. Auch die Android-Tablets sind mit ARM-Prozessoren ausgestattet. Bei Microsoft hat das Surface RT einen ARM-Prozessor, das Surface Pro hingegen einen Intel-CPU. Alle Windows-RT-Tablets haben ARM, Windows-8-Tablets hingegen Intel-Prozessoren (Atom oder Core).
Im Februar 2013 hat Apple den Speicher des iPads auf 128 GB erhöht. Sollte Apple in der neuen Tablet-Generation die Samsung Flash Chips 19 nm verbauen, könnte mit der gleichen Anzahl der Chips die Speicherkapazität verdoppelt werden. Schwerer würde das iPad dadurch nicht werden. Die Frage ist jedoch, ob Apple das will, da es gegen die Cloud-Politik verstoßen würde. 
 

 
 

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