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Analyst: Randale um iPhone 4S in China soll Lehre für Apple sein

16.01.2012 | 06:54 Uhr |

Mit mehr Werbung über verfügbare Vertriebskanäle und sofort nach Produkteinführung startenden Online-Verkäufen soll Apple chinesische Kunden bei Laune halten.

iPhone4S
© Apple

Marktforscher raten Apple, die Freigabe von neuen Produkten in China nicht um Monate zu verzögern und die Online-Bestellungen dort sobald wie nur möglich zu erfüllen, um Auftritte wie im Apple Store am letzten Freitag zu vermeiden. Mit drei Monaten Verspätung gegenüber dem US-Markt - und vollen zwei Monaten nach dem Verkaufsbeginn in Hong Kong - wurde am 13. Januar das iPhone 4S offiziell in Peking im Apple Store verkauft, aber das Angebot war der Nachfrage bei weitem nicht gewachsen. Nachdem Mitarbeiter Kunden, die trotz frostigen Temperaturen über Nacht vor dem Laden Schlange standen, das Ende des Lagerbestandes verkündeten, begann ein wütender Kunde, die Fassade mit Eiern zu bewerfen.

Nach dem Zwischenfall drohte Apple, den Verkauf des iPhone 4S in allen fünf Apple Stores in Peking und Shanghai zu stoppen. Der Verkauf über Apples Online-Store und durch den offiziellen Netzwerkbetreiber China Unicom geht jedoch weiter.

Nicole Peng, Direktorin und Analystin bei Canalys , sieht die Eskalation von letztem Freitag vor allem durch mangelnde Information bedingt. Apple arbeitet seit Jahren daran, ein Vertriebsnetz mit den großen Handelsketten in China aufzubauen, aber viele Endkunden glauben, dass begehrte neue iPhone ausschließlich in Apple-Läden kaufen zu können. So standen am Freitagmorgen schließlich noch über 400 Kunden vor einem Apple Store in Peking Schlange, als Apple das Verkaufende des neuen Smartphones melden musste. Peng beteuert, dass andere Geschäfte das iPhone 4S immer noch verfügbar haben, aber neben verbesserter Kundeninformation Apple auch mit einer zeitgleichen Einführung in USA und China punkten kann.

Apple hat bereits eine ganze Reihe von Produkten erst Monate nach der Freigabe in den USA in China eingeführt. Peng berichte, dass chinesische Kunden nur äußertest ungern auf neue Technologien warten und der Geduldsfaden zum Zerreißen angespannt ist.

Mark Natkin, Marktforscher bei Marbridge Consulting in Peking, rät Apple, unbedingt mehr Arbeit in Online-Verkäufe zu stecken, um die hohe Nachfrage zu bewältigen. Als erfolgreiches Beispiel führt. Natkin die chinesische Smartphone-Forma Xiaomi auf, die ihr Handy zunächst ausschließlich online anbot und sich zehntausende von verbindlichen Bestellungen sichern konnte.

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