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Dem iPhone 4S wird es schnell zu kalt

03.02.2012 | 06:49 Uhr |

Die aktuelle Kältewelle - nicht unüblich für die Jahreszeit - wird noch bis in die kommende Woche manchen erfreuen. iPhone-Nutzer hoffen indes auf einen frühen Frühling, denn das iPhone 4S kann bei Frost mit anderen Smartphones nicht mithalten, haben unsere IDG-Kollegen aus Finnland herausgefunden

iPhone4S
© Apple

Laut Apple sollte das iPhone nur bei Umgebungstemperaturen von null bis 35 Grad zum Einsatz kommen, wer sein Telefon dieser Tage in Mitteleuropa - und im Prinzip während des gesamten skandinavischen Winters - draußen benutzt, macht das auf sein eigenes Risiko. Sollte das iPhone Schaden nehmen, spricht sich Apple von jeder Schuld frei und gewährt keine Garantie.

Andere Hersteller sind weniger rigide mit den Betriebstemperaturen, HTC und Nokia (natürlich!) geben überhaupt keinen Temperaturbereich für den garantierten Betrieb an, Samsung behauptet stolz, seine Telefone funktionieren zwischen -20 und 50 Grad Celsius. Aber Samsung hatte ja auch nicht unwesentlichen Anteil bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018.

Unsere Kollegen der PC World in Finnland haben nun die Probe aufs Exempel gemacht und 15 Handys der arktischen Kälte ausgesetzt. Dabei sind die Kollegen nicht einfach vor die Tür gegangen, sondern haben in der Klimakammer des Technical Research Centers in Finnland experimentiert. Die Versuchsanordnung sah vor, Funktionen bei zunächst null Grad zu testen, und dann in Schritten von fünf Grad die Temperatur so lange zu senken, bis auch das unverfrorenste Telefon den Dienst versagte. Bereits bei -5 Grad Celsius haben dabei das iPhone 4S und das Nokia N9 (!) erste Symptome gezeigt: Das iPhone 4S reklamierte einen SIM-Karten-Fehler und das Nokia N9 behauptete, seine Batterie sei fast leer. Bei -10 Grad war für das iPhone 4S bereits das Ende erreicht, es meldete eine leere Batterie und schaltete sich ab. Alle getesteten Geräte hatten jedoch bei Temperaturen unter -10 Grad Celsius Probleme mit ihren LCD-Bildschirmen, nur die Amoled-Displays hielten länger durch. Probleme mit der Kälte hatten auch die diversen Anschlüsse der Handys.

Kaum ein Smartphone funktionierte noch im Temperaturbereich von -15 bis -20 Grad, wenn sie noch angeschaltet blieben, versagten sie im Betrieb.

Kälteresistenter erwiesen sich herkömmliche Handys, die abgesehen von Display-Problemen auch bei Temperaturen bis zu -25 Grad funktionierten, wenn die meisten Smartphones bereits komplett versagten. Das Smartphone, das im Test die Kälte am Besten vertragen hat, kommt nicht aus Finnland, sondern aus Korea: Ein Samsung-Smartphone zeigte auch bei -30 Grad noch keine Ausfallerscheinungen - das Galaxy S II versagte erst bei einer Temperatur von -35 Grad Celsius. Einige herkömmliche Handys waren noch kälteresistenter, aber bei -40 Grad war dann endgültig Schluss, am längsten hielten ein Nokia C1-01 und ein Nokia E65 durch.

Grund für die Ausfälle bei niedrigen Temperaturen sind ein reduzierter Stromfluss aus der Batterie, je weiter das Thermometer fällt, desto zähflüssiger werden die Flüssigkristalle im LCD-Bildschirm.

Auch wenn’s heute früh schwerfällt: Lassen Sie ihr iPhone besser in der Tasche, wenn Sie auf den Bus oder die Bahn warten…

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