Wird das nächste iPhone deutlich größer, schneller und mit verrückten technischen Gimmicks ausgestattet? Wir analysieren die aktuellen Gerüchte.
Gerüchte um kommende Apple-Hardware folgen in vielen Fällen dem gleichen Muster: Ein Blog – meist in den USA – hat ein Gerücht aufgeschnappt, das in Asien seinen Ursprung hat. Dort hat eine Person, die selbst bei einem der vermuteten Zulieferer von Apple arbeitet oder dort jemanden kennt, etwas gehört. Kurz nachdem das Gerücht seinen Weg von Asien nach Nordamerika gefunden hat, landet die Meldung auch in hiesigen Blogs.
Dieses iPhone-Gehäuse besteht aus Ersatzteilen und wirkt anhand der anderen Gerüchte sehr glaubwürdig. Der PC World Neuseeland liegen Apple-interne Servicedokumente vor, die die Echtheit dieses Aussehens bestätigen sollen.
Foto: ©iLabfactory
Dieses iPhone-Gehäuse besteht aus Ersatzteilen und wirkt anhand der anderen Gerüchte sehr glaubwürdig. Der PC World Neuseeland liegen Apple-interne Servicedokumente vor, die die Echtheit dieses Aussehens bestätigen sollen.
Metall statt Glas: Die Rückseite ist in Zukunft nicht mehr mit einer Glasplatte bestückt, sondern stattdessen aus Metall. Auch hier sind sind etliche Quellen einig.
Schöne Fälschung
Dieses iPhone 5 sieht sehr realistisch und auch glaubwürdig aus, stammt aber aus dem Computer. Martin Hajek hat uns diese Bilder zur Verfügung gestellt.
Das gleiche Modell gibt es auch in Schwarz. Hajek hat sich bei seinem 3D-Modell des iPhone 5 an den Gerüchten und bisher aufgetauchten Bauteilen orientiert. Dazu gehört der Metallrücken.
Die grundsätzliche Form des iPhone 4 bleibt hier erhalten. Es gibt jedoch einen Unterschied…
…Hajek folgt hier der These, dass Apple beim iPhone 5 zu einem Bildschirm im 16:9-Format wechselt und das Gehäuse deshalb einfach länger wird. Das könnte so kommen.
Die Reparaturfirma iResq hat dieses Bild veröffentlicht. Links die Unterseite eines iPhone 5 aus Ersatzteilen. Dies deckt sich mit vielen anderen Funden im Web. Gut zu sehen: der kleinere Dockanschluss und der nach unten verlegte Kopfhöreranschluss.
Der 9to5mac-Blogger Sonny Dickson hat dieses Foto veröffentlicht. Es zeigt angeblich die Glasfront das iPhone 5 auf einem iPhone 4S liegend. Eine weiteres Indiz für die längere Bauform.
Noch ein Hinweis darauf, dass das nächste iPhone (links) gleich breit, aber länger wird als das iPhone 4S.
iPhone aus Ersatzteilen
Dieses angebliche iPhone 5 soll aus Ersatzteilen zusammengebaut sein. Die Form bestätigt zumindest die sonstigen Zufallsfunde – oder klauen alle Fälscher die gleiche Idee?
Dieser Screenshot soll aus dem iPhone-Simulator aus Apples Entwicklungstools Xcode stammen und zeigt den Homescreen in der neuen Auflösung. Das Format wirkt gewöhnungsbedürftig. Die Auflösung beträgt 640 mal 1136 Pixel.
iPhone-Display
Dieses angebliche Frontpanel mit Display spricht hingegen dafür, dass der Bildschirm beim iPhone auch einfach größer werden könnte, ohne dabei das Seitenverhältnis zu ändern. Allerdings liegt hier das Kameraloch neben statt über dem Lautsprecher wie alle anderen Quellen zeigen. Vielleicht handelt es sich schlicht um ein Display vom iPhone 4.
Dieser mögliche Werkstück-Fund soll eine Bauform der iPhone-Rückseite sein. Die Aufteilung entspricht den ersten Bildern dieser Übersicht, hat jedoch nicht dessen längliche Form.
Auch diese Montage setzt auf das längere 16:9-Display. Dies ließe mehr Platz für Apps, wäre jedoch für ein Smartphone ein eher ungewöhnliches Seitenverhältnis.
So könnte der Homescreen des Breitbild-iPhone aussehen. Es passen mehr Apps darauf, das Format ist jedoch gewöhnungsbedürftig.
So ist es immer noch. Apple versteht es seit Jahren meisterhaft, seine Geheimnisse für sich zu behalten, auf jeden Fall bis kurz vor der Vorstellung eines neuen Produkts oder iOS. Tim Cook hat zu Beginn seiner Amtszeit versprochen, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Und dennoch tauchen seit Wochen Fotos, Gerüchte und Aussagen auf, die überraschend einhellig und präzise sind. Deshalb wissen wir schon jetzt einige Eckdaten des iPhone 5 sehr sicher. Einige Beobachter gehen sogar davon aus, dass Apple selbst einige Informationen an bekannte Medien wie das Wall Street Journal gesteckt hat. Wenn diese sich in Bezug auf Apple auf "vertrauenswürdige Quellen" beriefen, sei nicht selten Apple selbst Ursprung der Gerüchte. Wir haben deshalb hier die Optionen, die teilweise schon länger im Internet als Gerücht kursieren, zusammengetragen und bewertet.
Wann kommt das iPhone?
Es zeichnet sich immer stärker ab, dass Apple am 12. September eine Keynote veranstalten wird. Wall Street Journal, New York Times, Reuters und einige weitere Medien wollen konkrete Hinweise auf diesen Spätsommertag haben. Dies ist durchaus glaubwürdig. Denn einige Wochen vor diesem Tag tauchen immer wieder neue Hinweise und mögliche Details auf – ganz typisch für die Zeit kurz vor einer neuen Produktvorstellung.
Wann das neue iPhone dann tatsächlich zu kaufen sein wird, ist jedoch noch nicht sicher. Bisher hat Apple sich zwischen Vorstellung und Verkaufsstart einige Tage bis mehrere Wochen Zeit gelassen. Beim iPhone 4S waren dies zuletzt zehn Tage in den wichtigsten Apple-Märkten wie den USA und Deutschland. Käufer aus Österreich und der Schweiz mussten über drei Wochen warten. Demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass Vorbestellungen einige Tage nach der Keynote möglich sein werden, mit der ersten Auslieferung sollte man jedoch frühestens ab dem 20. September rechnen, es gibt bereits Hinweise auf den Freitag, den 21. September als Verkaufsstart.
Deutsche Mobilfunkanbieter wie die Telekom, O2 und Vodafone bietet bereits mitten im August Reservierungsoptionen für "ein neues Smartphone" an. Ein neues iPhone nennt dabei kein Anbieter konkret, um dann jedoch mehr oder minder subtil genau darauf hinzuweisen. Das bedeutet nicht zwingend, dass die Vertriebsmitarbeiter geheime Informationen haben, aber sie wissen wie jeder aufmerksame Beobachter, dass es bald eine neue iPhone-Generation geben wird.
Displaygröße
Unter der Führung von Samsung versuchen Hersteller von Smartphones unter Android seit geraumer Zeit, Apples iPhone nicht nur über Funktionalität im OS, sondern auch über Hardwarefunktionen auszustechen. Während das iPhone seit der ersten Version mit einem 3,5-Zoll-Display daherkommt, bietet etwa das Samsung Galaxy S3 mit 4,8 Zoll Displaydiagonale ein erheblich größeres Sichtfeld. Das allerdings ist kaum noch mit einer Hand bedienbar, wenn auch Spiele, Webseiten und andere bildlastige Inhalte deutlich lesbarer dargestellt werden. Apple wird, so vermuten fast alle seriösen Beobachter, einen Mittelweg wählen, der auch die App-Entwickler nicht vor den Kopf stößt.
So ist es inzwischen fast sicher, dass das nächste iPhone mit einem knapp 4,1 Zoll großen Display im Format 16 zu 9 mit 1136 mal 640 Pixeln kommt. Die Breite wird beibehalten, damit bleiben Apps intakt, nicht angepasste mit fester Bildgröße zeigen rechts und links beziehungsweise oben und unten einen schwarzen Balken. Martin Hajek hat auf seinem Flickr-Album sehr schöne Renderings veröffentlicht, die einen Eindruck vermitteln, wie das nächste Modell aussehen könnte.
Prozessor, Grafik und mehr
Schon vor der Vorstellung des
neuen iPad im Frühjahr hatten die Beobachter der Szene beim Innenleben des Geräts daneben gelegen. Man hatte vermutet, Apple würde die nächste Prozessorgeneration A6 verbauen, stattdessen kam ein verbesserter A5 mit erheblich leistungsfähigerer Grafikeinheit zum Einsatz. Aktuell gibt es bereits erste Bildhinweise, dass Apple tatsächlich einen "A6" genannten Prozessor einsetzen wird. Ob dieser jedoch auch tatsächlich mit vier Kernen ausgestattet ist, weiß man bisher noch nicht.
Die meisten Beobachter setzen darauf, dass Apple eine Variante des im aktuellen iPad verbauten A5-Chips nutzt, und zwar das Modell A5X S5L8945X mit 1 GB Arbeitsspeicher. Der neue Chip soll im 32-Nanometer-Fertigungsverfahren entstehen – platz- und stromsparend. Ganz neu könnte ein Chip zum Einsatz kommen, den Broadcom unter dem Namen BCM4334 anbietet. Der Chip ist der Nachfolger des im iPhone 4S verbauten BCM4330 und kümmert sich um Wi-Fi, Bluetooth und andere Kommunikation. Er soll gegenüber dem Vorgänger 40 Prozent Strom einsparen. Natürlich ebenfalls heiß diskutiert wird die Frage, ob das nächste iPhone über LTE-Unterstützung verfügt und diese nicht – wie beim aktuellen iPad – auf die Standards in den USA beschränkt ist. Hier spricht viel für Qualcomms MDM9615-Chip, der LTE weltweit unterstützt und zudem Voice-über-LTE erlaubt.
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