968028

iPhone-Gerüchte: Es kommt später, es kommt billiger

18.04.2007 | 15:22 Uhr |

Nachdem Apple vergangene Woche der iPhone-Entwicklung eine höhere Priorität zugestanden hat als dem nächsten großen Betriebssystem-Update, dreht sich alles um die Frage nach dem Warum. Es könnte ja auch ein super-geheimes Feature in Mac-OS X 10.5 sein, orakelt Analyst Shaw Wu.

Er sieht auch schon die Rabattschlacht aufziehen und zündet ein Strohfeuer um Vergünstigungen an, die letztlich gar keine sind. Die entstehende Hitze treibt zumindest die Kurserwartungen von AAPL nach oben. Zulieferer-Kreise hingegen nennen den noch zu hohen Stromverbrauch des iPhone als Grund: Das Betriebssystem, ein OS X-Abkömmling, arbeite noch nicht ressourcenschonend genug.

iPhone wird billiger - auf den ersten Blick

Es ist erstaunlich, was Shaw Wu von American Technologie Research alles weiß: In Europa werde Vodefone Exklusiv-Partner für das iPhone ( wir berichteten ), statt 790.000 Stück werde Apple im Finanzjahr 2008 3,45 Millionen iPhones absetzen. Als Umsatzmotor vermutet der Analyst kräftige Rabatte von 50 bis 150 US-Dollar, die die Mobilfunkprovider anbieten sollen. Dafür, so seine ungenannten Quellen, müssten sich die Kunden aber für höherwertige Tarifmodelle entscheiden. Im Vergleich mit deutschen Tarifen könnte dies ein Mischtarif sein aus einem umfangreichen Minutenpaket inklusive einer Datenoption für die mobile Internetnutzung, durch den dann höhere monatliche Fixkosten für den Kunden entstehen. Ob der dann von diesen Möglichkeiten Gebrauch macht oder sich von dem niedrigeren Anschaffungspreis blenden lässt, liegt in seiner Hand. Apple könnte für Vertragsabschlüsse, die in den eigenen Retail Stores getätigt werden, zudem an dem branchenüblichen Kopfgeld verdienen - je nach gewähltem Tarifmodell und Provider bewegt sich diese Prämie üblicherweise bei bis zu knapp 300 Euro in Deutschland. Ungewöhnlich hingegen ist, dass der iPhone-Hersteller einen Anteil an den Grundgebühren bekommen soll - das ist allerdings auch kein neues Gerücht . Für US-Kunden beim Provider AT&T (vormals Cingular Wireless) könnte der Verkaufspreis für das 4-GB-Modell auf bis zu 350 Dollar fallen - bei folgenden hohen monatlichen Kosten (bis zu 100 Dollar fix pro Monat), an denen dann wiederum Apple mitverdienen könnte. Im Zuge seiner Einschätzung, die er Kunden des eigenen Hauses übermittelt hat, setzte Wu das Preisziel der Apple-Aktie von 118 auf 145 Dollar und sieht zudem neue iPods und günstigere Apple-Handymodelle am Horizont aufziehen; gegenwärtig notiert das Papier an der Nasdaq bei 90,35 Dollar.  

Verkaufsstart des iPhone am 11. Juni wird unwahrscheinlicher

Und wenn es doch nichts wird mit dem von AT&T für den 11. Juni geplanten Verkaufsstart? Neben Apples Personalumschichtung aus dem Leopard-Team hin zum iPhone-Team gibt es noch andere Anzeichen hierfür. Analyst Shaw Wu tippt zwar auf weitere, geheime Features in Leopard, die Apple zu der Maßnahme bewogen haben, kann aber keine Details ergründen . Handfestere Erkenntnisse aus Insider-Kreisen will die australische Website Smarthouse News erfahren haben: Der Stromverbrauch des iPhone sei zu hoch, die versprochene Gesprächs- und Standby-Zeit könne noch nicht erreicht werden. Aus dem Umfeld des Produzenten Hon Hai / Foxconn sei lautbar geworden, Apple befürchte massive Garantieansprüche seitens der Käufer. Kritik an den fest verbauten Energiezellen ist nicht neu, insbesondere, da der Hersteller auch beim iPod auf einen leicht zu wechselnden Akku verzichtet und sich schon früher Klagen der Benutzer hat gefallen lassen müssen. Das iPhone soll nach dem Smarthouse-Bericht sogar zwei Batterien besitzen: eine größere für den Media-Player und eine kleinere für den "Rest": Telefon-Funktionen, WLAN, Display. Die Zulieferer könnten ihre Termine alle einhalten - Cupertino sei für die Verzögerung verantwortlich. "Offensichtlich hat Apple noch einige Sachen gefunden, die gerichtet werden müssen", spekuliert iSuppli-Analyst Jagdish Rebello in der Business Week . Im Gegensatz zum beinahe üblichen Vorgehen in der Branche wolle der Hersteller "gleich beim ersten Gerät alles richtig machen", ergänzt Richard Doherty, Chef der Envisioneering Group, der das iPhone nach eigenem Bekunden schon getestet haben will - schließlich müsse man sich systemseitig mit Windows Mobile und Symbian OS messen. Die Konkurrenten blicken schon auf eine lange Entwicklung zurück, zu denen will Apple aus dem Stand mit dem iPhone aufschließen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
968028