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iPhone: Kommunikationstalent mit Schwachstellen

19.07.2007 | 12:53 Uhr |

Das iPhone entwickelt sich zum Verkaufsschlager und zum Top-Seller in Apples Firmengeschichte - und die Besitzer nutzen die Kommunikationsfähigkeiten des Smartphones in vollem Umfang. Mit steigenden Nutzungszahlen vor allem bei Netzwerkverbindungen über WLAN treten aber mittlerweile auch erste Schwierigkeiten in den USA auf. Diese reichen von Sicherheitsrisiken über Netzwerküberlastungen bis hin zu allzu sorglosem Umgang des Anwenders mit seinen persönlichen Daten aufgrund unzureichender Sicherheitseinstellungen.

So warnen Sicherheitsexperten von SPI Labs in einem Bericht der InformationWeek davor, Telefonate über das Internet mit dem im iPhone integrierten Safari-Browser zu nutzen. Die Funktion könnten sich Angreifer zunutze machen um geführte Gespräche abzuhören und das Gespräch auf eine andere Nummer umzuleiten. Im schlimmsten Fall auf eine teure 900er Nummer eines Begleit-Services. Zudem könnte ein Fehler in der Funktion dazu führen, dass der Anwender in einer Endlosschleife hängen bleibt und das Telefon immer wieder versucht eine Verbindung aufzubauen solange, bis der Besitzer das Handy ausschält. Auch ein gänzliches Unterbinden von Anrufen könnten laut Billy Hoffmann, Chef der Forschungsabteilung bei SPI Labs, die Folge von Angriffen durch verseuchte Webseiten sein. Apple wisse darüber bescheid: Ein kommender Patch solle das Problem lösen, wann dieser allerdings zur Verfügung steht ist noch unklar. Manche Angreifer nutzen aber auch die Sorglosigkeit mancher Benutzer aus, wenn diese aus Unkenntnis unsichere Verbindungen dazu nutzen private Daten zu übertragen. Dabei sei das laut Macworld USA für den iPhone-Besitzer manchmal gar nicht so leicht zu bemerken: Der Wechsel zwischen EDGE- und WLAN-Verbindungen gehe manchmal sehr schnell vonstatten, so dass der Benutzer sich nicht immer bewusst ist, welcher Datenverbindung er jetzt gerade zustimmt. Auf diese Weise können gewiefte Angreifer dann schnell beispielsweise das Passwort eines E-Mail-Accounts ausspähen, wenn das Telefon in einer unsicheren Verbindung, diese im Klartext überträgt. Die Macworld USA empfiehlt deshalb die Nutzung sicherer Dienste und genau hin zu schauen, welcher Verbindung der Anwender gerade Tür und Tor öffnet. Doch nicht immer sind es Anwenderfehler, die zu Schwierigkeiten bei Datenverbindungen mit dem iPhone führen. Besonders zu spüren bekam das die Duke University in Durham, North Carolina: Mit über 18.000 ARP-Anfragen (Address Resolution Protocol) in der Sekunde überfluteten iPhones dort das drahtlose Funknetzwerk, berichtet NetworkWorld . Dies führte zum Zusammenbruch des nahezu kompletten Netzes für zehn bis fünfzehn Minuten. Verantwortlich hierfür seien, Spekulationen zufolge, dass das iPhone immer wieder versuche eine Verbindung zu Netzwerken aufzubauen, die mittlerweile gar nicht mehr in Reichweite des Besitzers liegen, wenn dieser sich beispielsweise auf dem Campus hin- und her bewegt. Apple arbeite bereits zusammen mit der Universität an einer Lösung des Problems, wobei immer noch nicht genau geklärt werden konnte, ob vielleicht das örtliche WLAN-Netz des Betreibers Cisco mit verantwortlich für den Zusammenbruch ist. Die Universität drängt auf eine schnelle Lösung, schließlich sei mit noch mehr iPhones nach Ende der Semesterferien auf dem Campus zu rechnen.

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