981337

iPhone: Neues aus der alten Welt

26.11.2007 | 10:00 Uhr |

Die Briten finden's zu teuer, die Franzosen ahnen, wie teuer es wird - und die Deutschen müssen sich für die einstweilig verfügte Freiheit zu teuren 999 Euro noch in Geduld üben. Das iPhone lässt uns in Europa nicht mehr los.

Kunden, die sich seit Mittwoch ein SIM-lock-freies iPhone in den Shops der Deutschen Telekom gekauft haben, warten zum Teil immer noch auf die Freischaltungs- und Aktivierungs-Möglichkeit. T-Mobile hadert mit dem amerikanischen Erntedankfest: Apple macht blau.

Bei dem magenta-farbenen Mobilfunker in Bonn ist Groll auf "die Roten" in Düsseldorf herauszuhören: Vodafone D2 hat sich mit der einstweiligen Verfügung gegen die Telekom-Tochter ein Zeitfenster ausgesucht, das ungünstiger nicht hätte ausfallen können. Wie berichtet muss Apples Exklusiv-Provider seit Mittwoch eine "freie" Variante des iPhone ohne SIM-lock und Netzbindung offerieren und nimmt sich die Freiheit, hierfür einen Betrag von 999 Euro auszuweisen. Und es gibt Kunden, die zahlen den Tausender für das Objekt der Begierde - wie viele das sind und wie viele iPhones aufgrund der Verfügung kostenfrei bereits zur Freischaltung beauftragt worden sind, das sagt T-Mobile nicht. Doch es gibt Schwierigkeiten. macnews.de-Leser Nils J. berichtet uns, er habe am Mittwoch für sein freies iPhone die 999 Euro bezahlt und ihm sei vom Vertriebspersonal der Telekom versichert worden, innerhalb von 24 Stunden wäre der SIM-lock des Geräts entfernt. Doch auch am heutigen Freitagvormittag konnte Nils noch immer nicht mit SIM-Karten anderer Provider telefonieren, denn offen sei noch, wie diese Freischaltung über iTunes überhaupt funktioniere. Das jedenfalls sagte ihm eine Hotline-Mitarbeiterin und gab ihm den Rat, das iPhone doch einfach zurückzugeben. Auf Nachfrage räumt ein Unternehmenssprecher Schwierigkeiten ein: "Apple hat während der Thanksgiving-Woche Werksferien und wir sind auf die Mithilfe der Kollegen in Cupertino angewiesen." Man habe die Verfügung ja nicht erwartet und müsse jetzt bloß "einen Schalter umlegen", um den Plan B zu starten. "Seit Donnerstagabend um 19 Uhr können wir die Aufträge zur Entsperrung bearbeiten und diese Aufträge werden jetzt nach und nach abgearbeitet. Wir bitten alle unsere betroffenen Kunden um ein wenig Geduld."

Wer nicht so viel Geduld (und Geld) aufbringen will, mag sich verleitet fühlen, das T-Mobile-iPhone mittels des Hackertools Jailbreak zu befreien. Doch hier warnt ein weiterer macnews.de-Leser. Nach Einsatz der digitalen Brechstange sei der Access Point Name (APN) falsch konfiguriert. Da sowohl Visual Voicemail als auch die EDGE-Flatrate auf den korrekten APN angewiesen sind, könne man den eingebauten Anrufbeantworter nicht nutzen und jedweder Datenverkehr werde gesondert abgerechnet.

Die französischen iPhone-Tarife sind durchgesickert. Am 28. November ab 18.30 Uhr wird Apples Touchphone in zwölf ausgewählten Geschäften des Orange-Mutterkonzerns France Télécom Premiere feiern, um am nächsten Tag für 399 Euro flächendeckend ganz Frankreich zu erobern. Die Kollegen von Macgeneration haben als erste das kommende Preismodell ausgeplaudert, das von der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt wird. Demnach gibt es vier Tarife, bei denen Mail- und Internetnutzung unbegrenzt sind. Auch Visual Voicemal ist inkludiert. Die Inklusivminuten gliedern sich nach Haupt/Nebenzeit: die Hauptzeit ist werktags von 8 bis 18 Uhr, die Nebenzeit werktags 18 bis 8 Uhr und am Wochenende. 49 Euro: 50 SMS, zwei Stunden Haupt- und zwei Stunden Nebenzeit 59 Euro: 100 SMS, drei Stunden Haupt- und drei Stunden Nebenzeit 79 Euro: 150 SMS, fünf Stunden Haupt- und fünf Stunden Nebenzeit 119 Euro: 1000 SMS, acht Stunden Haupt- und acht Stunden Nebenzeit Im Gegensatz zu dem deutschen T-Mobile-Tarif wird die HotSpot-Nutzung eingeschränkt: zehn Stunden in den ersten drei Tarifen, immerhin 100 Stunden sind im höchsten Tarif inklusive. Spekuliert wird nach wie vor über den Preis des entsperrten iPhone, das Orange aufgrund der französischen Gesetzeslage anbieten muss. Auch alle Vertrags-Handys werden nach sechs Monaten automatisch entsperrt.

Einen Hauch von iPhone verpasst diese Themes-Sammlung einem Nokia der Serie 40 - ein kleines Trostpflaster für Nokia-Besitzer, die neidisch zum iPhone schielen und etwas von dem Apple-Look auf ihrem Mobitelefon haben wollen: denn außer der Optik ändert sich nichts. Noch scheint Apples Rechtsabteilung diese Themenübernahme entgangen zu sein, denn Cupertino sieht solche GUI-Wanderungen nicht allzu gerne. Mitarbeit: Marcel Magis

0 Kommentare zu diesem Artikel
981337