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Apple untersagt Entwicklern die Nutzung von Flash

12.04.2010 | 06:25 Uhr |

Die Verschärfung des Lizenzvertrags zwischen Apple und den Entwicklern erlaubt keinen Spielraum für Flash oder Konvertierungen von Flash-Anwendungen. Das neue Betriebssystem iPhone-OS 4 lässt ausschließlich Xcode und HTML5 zu.

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Die Krise zwischen Adobe und Apple wegen Flash oder eher "Kein Flash" auf dem iPhone und iPad geht in die nächste Runde. Apple hat mit der Entwickler-Version von iPhone-OS 4 die Lizenzbedingungen verschärft und eine weitere Hintertür für Flash auf der Plattform geschlossen.

John Gruber von Daring Fireball hat sich die Lizenzbedingungen für App-Entwickler genau vorgenommen und berichtet, dass Paragraph 3.3.1 des Vertrags, der ursprünglich lediglich den Einsatz von selbst gestrickten APIs verbot und von der Anwendung öffentlich dokumentierter APIs von Drittanbietern abriet, jetzt die Auswahl an Programmiersprachen und Anbindungen an Apples API einschränkt.

"3.3.1 - Anwendungen dürfen nur öffentlich dokumentierte APIs einsetzen und keinesfalls undokumentierte, private APIs benutzen oder intern aufrufen. Alle Anwendungen müssen original in Objective-C, C, C++ oder Javascript für die iPhone-OS Webkit Engine geschrieben sein. Nur Programmiercode in Objective-C, C, C++ darf kompiliert und mit einer dokumentierten API eingesetzt werden. D.h. Anwendungen, die zusätzliche Dienstprogramme oder Konvertierungen benötigen, um an die API eingebunden zu werden, sind unzulässig. "

Mit dieser Änderung bestimmt Apple, dass nur noch Software im App Store zugelassen wird, deren ursprüngliche Programmiersprache auch von Xcode unterstützt wird. Damit hat Apple der für diese Woche erwarteten Adobe-Entwicklung CS5 den Krieg erklärt. Adobes Dienstprogramm Flash Packager fürs iPhone versprach, dass Entwickler iPhone-Apps in Flash schreiben können und das Dienstprogramm diese dann zum Einsatz auf iPhone-OS konvertiert. Für Adobe ist das Konvertierungstool mehr als nur ein kleines Zusatzprogramm: Die Entwicklung gibt Flash-Entwicklern uneingeschränkten Zugang auf die gesamte iPhone-OS-Plattform.

Neben der vollen Kontrolle der Hardware erreicht Apple durch den Lizenzvertrag auch größtmögliche Kontrolle über die Software im App Store. Im Zweifelsfall hat Apple alle Trümpfe fest in der Hand und Medienhäuser wie Conde Nast haben vorsichtshalber seit geraumer Zeit auf zweigleisige Entwicklung, d.h. sowohl Flash- als auch Apple-konforme Entwicklung gesetzt.

Aber die Verschärfung der Lizenzbedingungen könnte noch weitereichende Konsequenzen nach sich ziehen. Genau genommen sind jetzt auch Programmier-Routinen in Assembler, die manchen Anwendungen den entscheidenden Schliff gaben, illegal. Nebenbei würden auch Entwicklungen unter C# und Scheme auf der Strecke bleiben und eine Zukunft von Cross-Plattform Entwicklungs-Umgebungen wie Unity wäre fraglich. Gleichzeitig berichtet aber der David Helgason, der CEO des dänischen Softwareherstellers Unity Technologies , das die Beziehung mit Apple großartig läuft und keine Änderungen zu erwarten sind.

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