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Von Sebastian Hirsch - 06.03.2008, 20:30

iPhone SDK: Apple befreit das iPhone

Die Katze ist aus dem Sack: Das bislang geschlossene System iPhone öffnet sich Entwicklern von Drittherstellern. Steve Jobs persönlich gab den Startschuss für den Run auf die beste iPhone-Software
Nun haben sie doch noch bekommen, was sie seit über einem Jahr gefordert haben. Apple öffnet sein Kulttelefon iPhone fremden Entwicklern und könnte damit einen gewaltigen Ansturm von Programmierern auslösen. Auf einem speziell für die Presse und einige Analysten anberaumten „Special Event“ gab Apple-Chef Steve Jobs die Marschrichtung vor. So werde man ab sofort an alle Programmierer ein Softwareentwicklungs-Kit (SDK) herausgeben, das es Programmierern ermöglicht, Software für das iPhone und den iPod Touch zu schreiben. Diese Software basiert nicht mehr auf reinen Internet-Applikationen sondern kann lokal auf dem iPhone und iPod Touch gespeichert werden. Dies war stets die wichtigste Forderung der Software-Entwickler.
Und auch eine zweite wichtige Forderung hat Apple erfüllt: So gibt es kaum Einschränkungen, welche Hardware Entwickler mit ihren Programmen ansprechen dürfen. So sind hardwareseitig auch Zugriffe auf die Kamera und die im iPhone verbauten Sensoren erlaubt, auf der Softwareseite können Entwickler zum Beispiel auf das Adressverzeichnis oder Core Location zugreifen, also Applikationen schreiben, die von Ortsinformationen des iPhone Gebrauch machen. Auch andere Dienste wie Audio, Video und 3D-Beschleunigung stehen den Entwicklern zur Verfügung.

Apple-Tools für alle

Laut Apple geht die Öffnung des iPhone SDK sogar soweit, dass Entwickler die gleichen Tools an die Hand bekommen, die auch Apple selbst für die iPhone-Entwicklung verwendet. So haben die Apple-Ingenieure die Apple-Entwicklersoftware Xcode speziell für das iPhone weiterentwickelt. Da der Unterbau der iPhone-Software Mac-OS X ist, lag dieser Weg nahe. Nur auf der obersten Ebene, bei der Benutzerschnittstelle, musste sich Apple von Cocoa (Mac) verabschieden und eine neue schaffen, die mit dem Touchscreen des iPhone zurecht kommt. Apple nennt sie Cocoa Touch, die notwendige Schnittstelle ist ebenfalls in Xcode eingebaut.
Apples Entwicklungs-Chef Scot Forestall demonstrierte, wie Apple-Entwickler nach seinen Angaben in nur zwei Wochen ein komplettes Spiel programmiert hatten - inklusiver beschleunigter 3D-Animation. Dem Spielehersteller Electronic Arts war es vergönnt, als eine der ersten die Spielfähigkeiten des iPhone zu testen. In nur zwei Wochen habe man eine erste Portierung des Spieles Spore auf das iPhone hinbekommen - einschließlich der Verwendung der iPhone-Sensoren.
Nach Electronic Arts durften noch ein paar andere Dickschiffe der Branche ihre ersten Gehversuche mit dem iPhone demonstrieren. Der Online-Vermarkter Salesforce zeigte eine Lösung, mit der Außendienstmitarbeiter eine komplette Anbindung an ihre Sales-Lösungen erhalten. Auch AOL, Betreiber der Instant-Messaging-Plattform AIM, zeigte sich angetan, wie schnell man das iPhone für AIM fit gemacht habe. So dürfte es nicht mehr lange dauern, bis einer der Hauptwünsche vieler iPhone-Anwender in Erfüllung geht: Chatten am iPhone. bislang gab es dafür von Apple nämlich noch keine Lösung.
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