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Sicherheitsexperte hält iPhone für Malware prädestiniert

07.12.2009 | 07:05 Uhr |

Adressen - Kontakte - Positionen - jeder iPhone-Besitzer genießt die verzahnten Apps, die mühelos Informationen auf dem iPhone teilen und übermitteln. Unter den hunderttausend iPhone Anwendungen sind mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit einige schwarze Schafe, die ungewollt und ungehemmt Privatinformationen auslesen und weitersenden. Letztendlich ist jedes Smartphone ein potentieller Sender von vertraulichen Daten.

Das iPhone 3G S hat sich gegenüber seinem Vorgänger äußerlich nicht geändert.
Vergrößern Das iPhone 3G S hat sich gegenüber seinem Vorgänger äußerlich nicht geändert.
© Apple

Nachdem im letzten Monat der erste Wurm für das iPhone entdeckt wurde, sehen Computerexperten am Horizont mehr Schaden, als nur den Austausch von Hintergrundbildern auf Jailbreak-Smartphones.

Am letzten Freitag hat Nicholas Seriat einen Vortrag über iPhone-Sicherheit auf iPhones veröffentlicht, der Risiken auf iPhones ohne ausgehebelten Apple-Schutz dank Jailbreak analysiert. Slashdot berichtete, dass der der Schweizer Softwareentwickler Seriat untersucht, wie Anwendungen auf einem normalen iPhone Privat-Informationen auslesen. Alle Programme, die mit dem Adressbuch oder GPS zusammenarbeiten, da sie Kontakte und Positionen benutzen oder Browser-Informationen auswerten müssen, fallen in diese Kategorie. Das Problem liegt nun in der Unterscheidung, welche Übermittlung von Daten ist im Sinne der Anwender und wo genau startet ein illegaler Eingriff in die Privatsphäre?

Der Normal-Anwender kann nicht wirklich kontrollieren, welche Anwendung was überträgt. Das Risiko steigt mit der Flut von iPhone Apps, dass unweigerlich irgendwann auch Malware durch die Sicherheitsüberprüfung schlüpft - oder bereits geschlüpft ist. An der Oberfläche kann es wie ein harmloses Spiel aussehen, aber im Hintergrund alle Privatdaten auslesen und munter weitersenden.

Während Viren und Trojaner auf Computern allzu bekannt sind, bietet ein Smartphone nun eine ganz neue Verwundbarkeit: Die Geräte sind rund um die Uhr eingeschaltet und übernehmen zunehmend Speicherfunktion für persönliche und vertrauliche Daten. Nur weil das iPhone sicher in der Hosentasche steckt, bedeutet es nicht, dass die Inhalte genauso sicher sind.

Etwas gesunder Menschenverstand sollte aber die offensichtlichsten Sicherheitsfallen vermeiden: Alle Anwendungen mit verdächtigem Verhalten, wie hoher Batterieverbrauch oder willkürliche Änderungen, sollten unverzüglich gelöscht werden. Wie auch auf dem Computer sollten auch auf dem Mobiltelefon alle vertraulichen Daten unbedingt mit Verschlüsselung abgesichert werden. Zum Beispiel 1Password ist dafür gut geeignet. Letztendlich sollte der Anwender es sich gut überlegen, welche Privatinformation unbedingt auf dem iPhone sein muss und ob es das Risiko wert ist.

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