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Ägyptische iPhones haben kein GPS

09.12.2008 | 16:43 Uhr |

Laut einem Bericht hat Apple das GPS-Modul für den ägyptischen Markt deaktiviert. Der Grund: Sorgen der hiesigen Regierung.

Laut einem Bericht der New York Times wird das iPhone 3G in Ägypten nur mit deaktiviertem GPS-Chip verkauft. Die ägyptische Regierung habe dies von Apple verlangt, so die Zeitung. GPS sei ein militärisches Privileg, so die Regierung. Die Politik hat offenbar Angst davor, dass Nutzer militärische Anlagen per Geotagging öffentlich sichtbar machen könnten. Apple selbst sei der Nachfrage der Reporter ausgewichen. Der Sprecher ging nicht auf die Frage ein, ob Apple bei der Produktpolitik grundsätzlich auf die Anforderungen lokaler Regierungen eingehe.

Offiziell ist von Apple kein Kommentar zu der Deaktivierung des Dienstes zu hören. Kein Hinweis deutet darauf hin. Der arabische Blogger Ahmed Gabr, der das Thema an die Öffentlichkeit gebracht hatte, nennt die Maßnahme "sinnlos". Es gebe auch in Ägypten den Dienst Google Maps, mit dem man jede Stelle des Landes aus der Luft betrachten könne.

Kompromisse auch in China?

NYT-Autor Noam Coen sieht in besonders in demZusammenhang Brisanz, dass Apple gerade mit China über einen Marktstart des iPhone 3G in dem Staat verhandelt: Wird Apple sich auch hier auf Kompromisse bei der Funktionalität einlassen? Ahmed Gabr hat seinen eigenen Weg gefunden: Er hat sein iPhone als US-Version bei eBay gekauft: "Günstiger, früher und ohne Kompromisse", sagt der Blogger.

Quelle: New York Times

Nachtrag : Die Darstellung der New York Times ist nicht ganz korrekt. GPS ist in Ägypten gesetzlich seit 2003 nicht für zivile Anwendungen erlaubt. Deshalb wird die GPS-Abfrage durch eine Netzerkennung blockiert, wenn eine ägyptische SIM-Karte eingelegt ist oder ein Handy in einem ägyptischen Netz eingebucht ist. Dies ist nicht nur beim iPhone der Fall.

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