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iPhone und Apple TV: Neue Software auch nach dem Kauf

26.04.2007 | 10:48 Uhr |

Neben nackten Zahlen verriet Apple gestern Abend bei einer Telefonkonferenz mit Analysten und Fachjournalisten auch einige Zukunftspläne: Die Softwareentwickler aus Cupertino werden fortlaufend neue Software für das iPhone entwickeln, auch noch nach dessen Erscheinungstermin Ende Juni. Außerdem wollen sie Apple TV um weitere Funktionen erweitern.

Zwei Dinge wollten die Teilnehmer von Apples Telefonkonferenz zur Bekanntgabe der Finanzergebnisse im zweiten Quartal 2007 wissen: Zum einen, wie die Geschäft ein den letzten drei Monaten gelaufen seien, zum anderen, was die Zukunft denn bringe. Die erste Frage ließ sich schnell beantworten: Zwischen Januar und März hat Apple in seiner ganzen Geschichte noch nie so viel Umsatz gemacht. Bei der zweiten Frage hielten sich Chief Financial Officer Peter Oppenheimer und Chief Operating Officer Tim Cook erwartungsgemäß bedeckt, ein wenig mussten sie dann aber doch ausplaudern, um die zuhörenden Analysten und Journalisten zufrieden zu stellen. "Wir wagen diesen mutigen Schritt, um das auszunützen, was wir am besten können", sagte Oppenheimer und meinte: Apple entwickelt ein erfolgreiches Betriebssystem und erfolgreiche Applikationen, das iPhone ist eine neue Plattform für die Software des Herstellers. Dementsprechend soll es auch mehr Applikationen für das neue Telefon geben, als die Öffentlichkeit bereits kennt - einige davon seien völlig neu und die meisten kostenlos. Eine solche Aussage schafft großen Raum für Interpretationen und dürfte auch die Phantasie der Analysten und Anleger beflügeln.

Denn Apple verrät einmal mehr nur eines: Steve Jobs hat noch einen Trumpf im Ärmel. Die Gerüchteküchen lieben Cupertino - weil Cupertino Gerüchte liebt. Apple TV soll im Laufe der nächsten Zeit ebenfalls neue Features erhalten. Um die Entwicklung neuer Funktionen für Apple TV und das iPhone zu finanzieren, wird Apple die Bilanzierung der Gewinne aus dem Verkauf beider Geräte über eine zweijährige Zeitspanne verteilen. So geht regelmäßig Geld ein, das wieder in die Software-Programmierung fließen kann. Ein Grund für eine solche Bilanzierung dürfte der Sarabanes-Oxley-Act sein, ein Gesetzespaket, das der US-Kongress als Reaktion auf den Enron- und andere Wirtschaftsskandale im Jahr 2002 verabschiedet hat: Zum Zeitpunkt der Bilanzierung muss ein Produkt vollständig und mit allen Funktionen ausgeliefert worden sein. Weitere Aussagen, die den Apple-Führungskräften zu entlocken waren, betreffen die Markteinführung des Telefons: Es wird nicht nur in den USA rechtzeitig zum Ende des Frühjahrs in den Läden sein, man wird es auch in Europa noch vor Ende des Jahres kaufen können. Das ist kaum verwunderlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der europäische Markt im letzten Quartal stärker zulegen konnte als der amerikanische. Die Verkäufer und Technik-Spezialisten in den Apple Stores auf der ganzen Welt bereiteten sich bereits intensiv auf die Einführung des Telefons vor. In den USA wird man das Telefon ausschließlich bei Apple oder dem Netzbetreiber Cingular kaufen können, bei beiden Firmen auch in den Online-Stores.

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