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Ausprobiert: iPhone 5S

10.09.2013 | 21:21 Uhr |

Das iPhone 5S unterstützt die 64-Bit-Architektur und hat einen Fingerprintsensor. Wir haben es ausprobiert. Erste Eindrücke

Nun also doch: ein iPhone in gold. Die Gerüchte rankten sich ja schon länger um ein solches Modell, doch Apple schlug den Mutmaßungen wieder mal ein Schnippchen und stellte gleich drei Modelle vor: in gold, silber und spacegrau, das eher graphit ähnelt.

Das iPhone 5S soll für Fortschritt stehen. Wichtigste Neuerung ist die Performance: Das iPhone 5S hat einen A7-Prozessor und unterstützt die 64-Bit-Architektur sowie OpenGL ES Version 3.0. Damit sollen visuelle Effekte ermöglicht werden, wie sie nur auf Spielekonsolen erlebbar sind. Schiller zeigte das in der Keynote am Beispiel von Infinity Blade III. Das Spiel soll parallel zum Start des iPhone 5S im AppStore zur Verfügung stehen. 

Das iPhone 5S ist  das erste 64-Bit-Smartphone, das Apple hergestellt hat. Apple setzt beim Prozessor auf die bewährte ARM-Architektur. Auch iOS7 soll schon an 64-Bit angepasst sein. Die Entwicklunsgumgebung Xcode wurde aktualisiert, damit die Entwickler 64-Bit-Apps programmieren konnten. Der CPU des iPhone 5S soll 40mal schneller beim ersten iPhone sein. 

64-Bit im iPhone

Mit dem neuen A7 Prozessor verspricht der Hersteller nicht nur die Verbesserungen bei der Leistung und Schnelligkeit. Das iPhone 5s ist auch das erste Smatphone, das einen Prozessor mit 64-Bit-Architektur bringt. Man kann nur über die Gründe rätseln, warum Apple bereits mit dem iPhone 5s die neue Architektur vorgestellt hat, denn effektiv kann das System vom neuen Prozessor nur dann profitieren, wenn der eingebaute Arbeitsspeicher größer als 4 GB ist. Apple erklärt traditionell solche technischen Details nicht auf seinen Web-Seiten, doch nach Angaben von iFixit und Everymac sind im iPhone 4S 512 MB Arbeitsspeicher, und im iPhone 5 – ein Gigabyte RAM verbaut . Selbst wenn der Hersteller diese Ausstattung im neuen iPhone verdoppelt, erreicht das Modell keine 4 GB Arbeitsspeicher. Also hat Apple die neue Architektur und bereits angepasste iOS-7-Apps aus strategischen Gründen präsentiert: So können die Entwickler können ihre Apps mit dem ebenfalls neu vorgestellten Xcode schon jetzt an 64 Bit anpassen. Wenn dann das nächste oder übernächste Smartphone aus Cupertino die Voraussetzungen erfüllt, die Vorteile der 64-Bit-Architektur nutzen zu können, sind die Entwickler schon mit im Boot, und genügend Apps auf die neue Architektur angepasst. Vergleicht man zwei Versionen einer App, sollte die 64-Bit-Version auf dem gleichen Gerät schneller laufen als ihr 32-Bit-Äquivalent. Gleichzeitig mit verbesserten Leistung nutzen die 64-Bit-Apps jedoch deutlich mehr Arbeitsspeicher.

Jailbreak: Mit der neuen Architektur hat Apple der Jaibreak-Gemeinde sicherlich kein Gefallen getan. Bereits mit dem A5-Chip im iPhone 4S mussten die Jailbreak-willigen lange warten, bis der Jailbreak gelungen war. Das letzte funktionierende Aufsperr-Tool für das iPhone 5 hieß Evasion und wurde Anfang Februar vorgestellt.

Ein Motion Coprozessor M7 soll die Befehle vom Gyroskop und Bewegungssensor noch besser verarbeiten können und dem A7-Chip damit Arbeit abnehmen. Insbesondere Fitness-Apps sollen davon profitieren.

Wir konnten uns in Berlin das neue iPhone 5S ansehen. Das Fazit von Christian Möller: Haptik und Optik sind fast identisch zum iPhone 5. Der Fingerabdrucksensor funktioniert recht flott, es dauert nur zirka 0,5 Sekunden, bis das iPhone den Finger erkennt. Die Geschwindigkeit ist super. Allerdings wird nicht wirklich erkennbar, was die 64-Bit bringen sollen. Um das wirklich nutzen zu können, müsste das iPhone mehr als 4 GB RAM haben.

Die SloMo-Funktion der Kamera ist spassig und sehr leicht bedienbar. Allerdings gibt es wohl nur eine SloMo-Geschwindigkeit, die sich nicht variieren lässt. Die goldene Farbe wirkt eher dezent. Das schwarze Alugehäuse war wohl wirklich zu empfindlich, daher ist das neue Spacegrau ein guter Kompromiss zwischen Schwarz und Weiß. Aber auch hier: Ohne Vertrag ist das iPhone 5S einfach zu teuer! Es fehlt außerdem eine 128 GB Version, die wäre schon fällig gewesen. 

Die iSight-Kamera

Apple hat die rückwärtige Kamera des iPhone 5S komplett überarbeitet, während die Factime-Kamera auf der Vorderseite unverändert bleibt. Nach wie bietet die rückwärtige Kamera wie schon das iPhone 5 einen Bildsensor mit acht Megapixel Auflösung. Doch die Sensorgröße ist laut Apple um 15 Prozent größer geworden. Dies hat zwei Vorteile: Zu einem reduziert dies das Bildrauschen, das sich besonders bei Aufnahmen mit wenig Licht bemerkbar macht. Zum anderen wird so der scharf wiedergegebene Bereich kleiner, das erleichtert Portraitaufnahmen mit scharfem Gesicht und unscharfen Hintergrund. Wie sich der Effekt des größeren Bildsensors auswirkt, wird unser erster gründlicher Test zeigen, den wir sobald wie möglich nachliefern. Eine weitere Neuerung ist das nun etwas lichtstärkere Objektiv, das eine Blendenöffnung von F 2.2 bietet. iPhone 5 beziehungsweise das iPhone 5C bietet ein Objektiv mit F 2.4, das nur geringfügig lichtstärkere Objektiv des iPhone 5S dürfte unserer Einschätzung nach nur geringfügige Bildverbesserung bringen.

 

Angeblich doppelt so schneller Autofokus

In Verbindung mit dem Bildsignalprozessor, der im A7-Chip integriert ist, soll der Autofokus bis zu doppelt so schnell wie beim iPhone 5 und 5C arbeiten. Außerdem bietet das 5S eine automatische Bildstabilisierung sowohl bei Fotoaufnahmen wie bei Videos. Auch der Dynamikbereich, also die Unterscheidung zwischen den dunkelsten und hellsten Bildbereichen, soll so besser sein.

Damit die Farben bei einer Blitzaufnahme korrekt wiedergegeben werden, hat Apple beim iPhone 5S einen sogenannten True-Tone-Blitz integriert. Dieser soll laut Apple anders als der bisherige LED-Blitz Farben und Intensität mit über 1.000 Kombinationen anpassen können und so eine natürlich wirkende Bildwiedergabe ermöglichen.

 

Funktionen der Foto-App

Wie bisher lassen sich mit dem iPhone 5S Panorama-Aufnahmen erstellen, zudem erkennt die Foto-App Gesichter und kann ein Foto mit der aktuellen Position versehen (Geotagging). Neu ist eine Serienbild-Funktion, auf die das iPhone 5 und das neue 5C verzichten müssen. So lassen sich 10 Bilder pro Sekunde aufnahmen, wenn man den Finger lange genug auf dem Auslöser lässt. Die Foto-App schlägt dann einzelne Bilder oder eine Serie von Bildern vor, die man behalten kann. Möglich für alle iPhone-Modelle mit iOS 7 sind Aufnahmen im quadratischen Format sowie acht Foto-Filter.

 

Videos in Zeitlupe

Mit dem A7-Prozessor sind auch rechenintensive Videoaufnahmen möglich. So kann man mit dem iPhone 5S Videos in Zeitlupe aufnehmen, 120 Bilder pro Sekunde sind so in HD-Qualität von 1280 x 720 Pixel möglich. Das erlaubt es, ein Video bei einer Wiedergabe von 30 Bildern pro Sekunde viermal langsamer abzuspielen. Dies ist beispielsweise für die Analyse von Bewegungsabläufen im Sport interessant.

Bei der normalen Videoaufnahme beträgt die maximale Wiedergabequalität wie schon beim iPhone 5 und 5C 1920 x 1080 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Zudem kann man wie bisher schon während des Filmens Fotos aufnehmen. Übrigens bietet das iPhone 5S wie das iPhone 5 und 5C einen dreifachen Digitalzoom für Videoaufnahmen, den man auch während einer Aufnahme anwenden kann.

Touch-ID: Der Fingerprint-Sensor

Wie schon von vielen vermutet, hat das neue iPhone einen Fingerprintsensor. Die App Passcode allein reiche laut Schiller längst nicht mehr aus, um alle sensiblen Daten, die auf dem Smartphone gespeichert sind, sicher zu schützen. Deshalb ist das neue iPhone 5S mit einem Fingerprint-Sensor ausgestattet. Die sogenannte Touch-ID funktioniert über den Home-Button über einen Saphir-Kristall.  Sämtliche Fingerabdrucksdaten werden verschlüsselt gespeichert - und zwar direkt auf dem iPhone, jedoch niemals auf Apple-Servern, wie der Konzern verspricht. Man kann den Finger in 360 Grad-Richtung drehen und auflegen, der Sensor soll ihn trotzdem identifizieren können. Die Touch-ID ist ein weiteres neues Feature von iOS 7 und dient auch zur Identifikation der Apple-ID. Somit lassen sich künftig per Fingerabdruck Einkäufe im App Store oder bei iTunes tätigen.

LTE und schnelleres Wlan

Wie zu erwarten unterstützt der LTE-Chip des iPhone 5S mehrere Frequenzen, so dass man nun auch im Vodafone-Netz mit LTE surfen kann . Auch der Wlan-Standard 11n wird unterstützt, so dass Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s möglich sind. Die neuen iPhones funken mit Bluetooth 4.0. Der Akku soll laut Apple bis zu zehn Stunden Gesprächszeit in 3G-Netzwerken, bis zu zehn Stunden Surfen im Netz in Wi-Fi- und LTE-Netzwerken und bis zehn Stunden Videowiedergabe sowie 40 Stunden Audiowiedergabe lang halten.

Das iPhone 5S ist ab dem 20. September für 699 Euro in der 16 GB-Variante erhältlich. Ab dem 13. September nimmt Apple Vorbestellungen entgegen. Das 32 GB-Modell kostet 799 Euro und die 64-GB-Variante 899 Euro. Passende Hüllen werden in Beige, Schwarz, Blau, Braun, Gelb und (RED) für je 39 Euro erhältlich sein.

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